Indien Rundreise mit privatem Fahrer - Reisebericht, Tipps & Reiseroute
Indien Rundreise mit privatem Fahrer
Indien

Indien Rundreise mit privatem Fahrer – Reisebericht, Tipps & Reiseroute

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April 17, 2018

Indien, die Welt der Gegensätze. Viele Hollywood- und Dokumentarfilme zeigen die verschiedenen Gesichter dieses Landes: arm und reich, friedlich-religiös und grausam, dreckig und sauber, traditionell und modern, günstig und unbezahlbar. Indien ist aber nicht nur wegen seinen zwei Polen so interessant. Zahlreiche Naturschönheiten, Tempel und religiöse Stätte, wunderschön dekorierten Gebäude aus dem Maharadscha- und Mogulzeiten und seine Gastronomie ziehen jährlich tausende von Touristen an.

In 2015 wurden wir durch einen Zufall dazu „gezwungen“, eine Rajasthan Reise in Indien mit einem Fahrer erleben zu können.

Inhaltsverzeichnis

Unser individueller Reiseplan für Indien

Wir hatten in dem Monat August nur 10 Tage für eine Indien-Reise. Wir wollten natürlich in diesem Zeitraum so viel sehen, wie es möglich ist. Der Roundtrip sollte trotzdem günstig bleiben. Deshalb haben wir uns für eine Privatreise mit Fahrer entschieden. Wegen unserer Tochter (sie war 10 Monate alt) und wegen der kurzen Zeit kam für uns kein öffentliches Verkehrsmittel in Frage.

Wir haben nach lokalem Reiseveranstalter bzw. privatem Fahrer gesucht, der uns schnell und kostengünstig zu unseren Zielen (von Stadt zu Stadt) fahren kann. Wir haben Ashok Taxi Tours gefunden. Die Dienstleistung von Ashok hat auf dem TripAdvisor auch sehr gute Bewertungen. (Keine provisionsmotivierte Shopping Zwischenstopps, Hotels, etc.!)

Ashok hat auf unsere E-Mails schnell geantwortet. Er war flexibel was unsere Wünsche betrifft. Wir haben unsere Goldenes Dreieck Reiseroute gemeinsam zusammengestellt.

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Indien Rundreise

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Delhi: 28.651700, 77.221900
Jaipur: 26.916100, 75.820400
Agra: 27.175300, 78.009800
Fatehpur Sikri: 27.091200, 77.662400
Abhaneri - Chand Baori Stufenbrunnen: 27.007257, 76.606513
Ajmer: 26.455900, 74.637200
Pushkar: 26.487600, 74.557800
Jodhpur: 26.296772, 73.035143
Bikaner: 28.015900, 73.317100
Mandawa: 28.055800, 75.148400
Neu-Delhi: 28.613900, 77.216000
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Delhi
Delhi, Indien
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Jaipur
Jaipur Rajasthan, Indien
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Agra
Agra Uttar Pradesh, Indien
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Fatehpur Sikri
Fatehpur Sikri Uttar Pradesh, Indien
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Abhaneri - Chand Baori Stufenbrunnen
Chand Baori Step Well Rajasthan, Indien
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Ajmer
Ajmer Rajasthan, Indien
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Pushkar
Pushkar Rajasthan, Indien
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Jodhpur
Jodhpur Rajasthan, Indien
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Bikaner
Bikaner Rajasthan, Indien
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Mandawa
Mandawa Rajasthan, Indien
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Neu-Delhi
Neu-Delhi Delhi, Indien

Der Indien Fahrer-Service inkl. Steuern, Maut, das Auto (Tata Indigo mit Klimaanlage) und der eigene Fahrer hat uns 28.000 INR (348 Euro) gekostet. Das Essen und die Unterkünfte, sowie die Eintrittskarten haben wir extra bezahlt.

Hinweis: Du musst bei den meisten Sehenswürdigkeiten mehr bezahlen, als die Einheimischen. Es gibt zwei verschiedene Preise (Foreign citizen und Indian).

*Stand der Eintrittspreise: Dezember 2018

Indien Rundreise Fahrer

Unser Fahrer, Rinku mit Jasmin in Indien

Tag 1: Die Sehenswürdigkeiten in Old-Delhi

Wir sind um 3:00 Uhr in der Früh in New-Delhi angekommen. Unser Fahrer, Rinku hat uns bereits auf dem Flughafen mit Namensschild gewartet und uns zu unserem Hotel in Paharganj gebracht. Wir wollten uns erstmal ausruhen und am Nachmittag ein Teil der Sehenswürdigkeiten in Old-Delhi anzuschauen.

Unser Hotel in Delhi

Wir haben das Hotel Smyle Inn vorab gebucht. Es gehört nicht unbedingt zu unseren Lieblingshotels, aber es hat eine sehr gute Lage: wer das echte Delhi erfahren möchte, soll nämlich das Pulsieren von Paharganj (Main Bazar) erleben.

Paharganj – Main Bazaar in Delhi

Nach dem Frühstück auf der heißen Dachterrasse sind wir in Main Bazar spazieren gegangen. Da unser Backpackerhotel in einer versteckten Seitenstraße des Paharganjs lag, haben wir uns schnell in das richtige Indien angekommen gefühlt.

Paharganj ist eng, dreckig und laut aber unglaublich farbenfroh. Voll mit einheimischen Frauen, die in ihren leuchtend bunten Saris gekleidet sind und mit Männern, die ihre langen Hosen und ihre Hemden gewöhnlich tragen. Heilige Kühe muhen auf den Straßen und lassen stinkenden Fladen hinter sich. Verkaufstände stehen eng nebeneinander. Hier wird alles Mögliche angeboten. Auf der Straße tummelsn sich hupende Autos, klingelnde Rikscha, schrille Motorräder und knatternde Tuk-Tuks.

Unsere Tochter, Jasmin hat geschützt in der Baby-Trage gesessen und hat sich interessiert alles angeguckt. Wir wurden von den Einhemischen auch oft angesprochen: „Where are you from?“ „Do you have a hotel?“ „Is this your first time in India? Do you know the best restaurant?“ „Do you need a taxi/rickshaw?“ „Cute Baby! Is it a boy or a girl?“.

Wenn du die einzigartige indische Stimmung erleben möchtest, dann darfst du auf einen Besuch in Paharganj nicht verzichten.

Rajghat – Mahatma Ghandi Denkmal in Delhi

Am Nachmittag hat uns Rinku erstmal zum Gedenkstätte von Ghandi gebracht. Der Eintritt ist frei. Du musst die Schuhe beim Eingang ausziehen. Das Pflaster ist zwar mit Plastik abgedeckt, ist es trotzdem heiß. Der Garten ist top gepflegt, grün und der schwarze Marmorgrab ist immer mit frischen Blumen dekoriert. Wenn du eine ruhige Insel im Getriebe von Delhi suchst, dann ist dieser Ort das Richtige für dich.

Red Fort

Nach Ghandi`s Denkmal sind wir zum Red Fort gefahren. Die Festung schaut von außen groß aus. Innen ist sie aber eine Sammlung von verschiedenen kleinen, im indischen Stil gebauten Gebäuden. Der Garten ist hier auch perfekt gepflegt und sauber, wie alle Orte, die von Touristen besucht werden.

Für den Eintritt musst du 500 INR (6,2 Euro) pro Person zahlen.

Jama Masjid Moschee in New-Delhi

Unser Indien-Fahrer hat uns in die Nähe der Jama Masjid Moschee gebracht. Wir haben nach 5 Minuten zu Fuß den muslimischen Tempel erreicht. Auf der Straße war viel los. Schüler und Schülerinnen waren unterwegs nach Hause. Sie haben dicht nebeneinander auf Rikschas gesessen. Hupende Autos und Tuk-tuks sind an uns vorbeigefahren. Einheimische Fußgänger haben mit Seelenruhe durch den Trubel gedrängelt.

Der Jama Masjid ist die größte Moschee Indiens. Der Eintritt ist frei. Du sollst aber die Gebetszeiten beachten, weil die Moschee in diesen Zeiten für Touristen geschlossen ist. Wenn du für einen Besuch nicht angemessen gekleidet bist, bekommst du beim Eingang ein Gewand. Frauen sollen an Ärmel und an Beinen auch bedeckt sein. Die Schuhe musst du ausziehen. Der Steinpflaster ist an manchen Stellen mit Teppichläufer abgedeckt, damit der Weg nicht so heiß anfühlt. Hier herrscht eine angenehme Stimmung, und du vergisst gleich, wie ruhelos die Straße außerhalb der Moschee ist. Gläubige beten, waschen sich im reinigenden Wasser oder füttern die glücksbringenden Tauben.

Akshardham – Der riesige Hindu Tempelkomplex

Wir sind zum Auto zurückgekehrt und Rinku hat uns zu dem schönsten Hindu Tempel gebracht, die wir jemals gesehen haben. Der Eintritt ist frei, die Sicherheitsmaßnahmen sind aber groß. Unser Auto wurde bei der Einfahrt durchgesucht. Der Dresscode ist streng. Frauen wie Männer sollen lange Hose (oder Rock) tragen, die unters Knie reicht und die Schulter sollen auch bedeckt sein. Die Schuhe werden bei einer Sammelstelle gegen eine Karte mit Nummer abgegeben.
Bis zu dem modernen Tempel führen glänzende Marmorsteine. Rund um das Gebäude liegt der top gepflegte botanische Garten. In den Brunnen plätschert heiliges Wasser. Die Tempelanlage ist eine richtige Entspannungsoase in dem chaotischen Delhi. Wir hätten gerne über dem kunstvoll verzierten Tempel Fotos gemacht, es ist aber leider nicht erlaubt.

Tipp: Akshardham bietet viel mehr als ein Gebetsort für Hindu Gläubigen. Es gibt hier Möglichkeit für Kinobesuch, Bootstour und für Essen in einem vegetarischen Restaurant.

Akshardham Tempel Delhi

Der wunderschöne Akshardham Tempel in Delhi

India Gate

Auf dem Weg zurück zu Paharganj haben wir einen Zwischenstopp beim India Gate gemacht. Wir sind im Park rund um dem Triumphbogen spazieren gegangen. Viele einheimische und fremde Touristen sammeln sich hier. Das India Gate ist zwar ein Wahrzeichen von Delhi, reicht es trotzdem, wenn du hier nur einige Minuten verbrachst.

India Gate Delhi

Der große India Gate in Delhi

Essen in Delhi: Swagat Dhaba Restaurant und Cold Lassi Shop

Wir haben Rinku gebeten uns ein einheimisches Restaurant zu empfehlen. Wir wollten kein Restaurant mit Air Condition oder teurem Essen. Er hat uns das Swagat Dhaba gezeigt. Es ist ein kleiner Imbiss in Paharganj. Du merkst ihn kaum, wenn du vorbeigehst.

Wir haben reichlich Roti und Naan mit verschiedenen Soßen bestellt. Das Essen ist sehr lecker und du kannst auch sehen, wie es in der offenen Küche gemacht wird. Einige indische Speisen mit Preisen aus der Speisekarte:

Indisches EssenPreis
Reis25-35 INR (30-40 Cent)
Reispudding40 INR (50 Cent)
Butter Roti6 INR (7 Cent)
Butter Naan20 INR (20 Cent)
Grüne Bohnen mit Kartoffeln50 INR (60 Cent)
Grüne Bohnen mit Käse70 INR (80 Cent)
Dal (würzige Soße mit Linsen)40-50 INR (50-70 Cent)
Spinat60 INR (75 Cent)
Spinat mit Käse80 INR (ca. 1 Euro)
Blumenkohl50 INR (70 Cent)
Tomatensoße mit Käse70 INR (80 Cent)
Swagat Dhaba Local Restaurant Main Bazaar Delhi

Ein lokales Restaurant im Main Bazar (Essen ist lecker)

Tipp 1: In Indien bekommst du in den meisten Restaurants vegetarische Speisen, weil die Einheimischen wenig Fleisch essen. (Wir hatten deswegen keine Angst vor Keimen oder Durchfall.) Das in Europa bekannte Tandoori Hänchen ist nur in schicken Restaurants bestellbar.

Für unser Kleinkind konnten wir auch immer etwas bestellen (natürlich ohne Gewürze und ungesalzen): gekochtes Gemüse, wie Brokkoli oder Blumenkohl, Roti, Naan, Reis. Wir haben für Jasmin in kleinen Läden Kleingebäck gekauft. Frisches Obst kannst du überall kaufen.

Tipp 2: In vielen Restaurants gibt es zwei Menükarten mit unterschiedlichen Preisen. Die billigere Variante ist für die Inder und die teure für die Touristen. In den kleinen einheimischen Restaurants gibt es nur eine Speisekarte (auch in Englisch geschrieben), die für alle gelten.

Tipp 3: Gegenüber dem Swagat Dhaba ist ein Cold Lassi Shop. Das Lassi ist ein indisches Yoghurtgetränk. Du kannst es überall kaufen. Das gute ist, dass Lassi überall ein bisschen anders schmeckt. Im Cold Lassi Shop kannst du eines der besten Lassi in Delhi trinken. Natur Lassi, Lassi mit Kokos oder mit Früchten (Banane, Papaya) kostet zwischen 40 und 50 INR (50-70 Cent). Jasmin war damals noch nicht alt genug, um Kuhmilch trinken zu dürfen, aber größere Kinder können Lassi ohne Bedenken probieren.

Tag 2: Reise nach Agra und die Sehenswürdigkeiten

Wir haben Delhi hinter uns gelassen und sind auf dem Highway nach Agra gefahren. Die Autobahn ist in Indien ganz anders als bei uns. Die Geschwindigkeit ist sehr begrenzt. Einheimische gehen am Rand der Fahrbahn spazieren oder warten auf dem Bus. Heilige Kühe liegen ruhig und widerkauend mitten im Weg.

Indien Rundreise mit Fahrer

Unterwegs nach Agra

Mini Taj Mahal

Jasmin schlummerte im Auto bis wir die erste Sehenswürdigkeit in Agra erreicht haben. Es war das Itimad-ud-Daula-Mausoleum, auch als Mini Taj Mahal bekannt. Der Grabbau wurde aus weißem Marmor gebaut. Das kunstvoll verzierte Gebäude steht inmitten eines gepflegten Gartens. Die Besichtigung dauert höchstens eine halbe Stunde. Der Eintritt kostet 310 INR (3,9 Euro) pro Person.

Am Ufer des Flusses Yamuna

Rinku hat uns zum Fluss Yamuna gefahren. Von hier hatten wir einen wunderbaren Ausblick auf den Taj Mahal. Das prachtvolle weiße Gebäude steht majestätisch auf dem Hügel. Wir haben die Touristen rund um den Taj gesehen und konnten kaum erwarten, ihn am nächsten Sonnenaufgang von unmittelbarer Nähe bewundern zu können. Das Mausoleum ist eindrucksvoll, prächtig und ist ein großer Gegenteil zu dem, was wir noch am Flussufer gesehen haben.

Tipp: Am Fluss kannst du echte indische Wäscherei entdecken. Riesige Töpfe stehen am Wasser über offenem Feuer und darin werden die bunten Klamotten ausgekocht. Die Gegensätze springen in Indien so stark ins Auge, wie in keinem anderen Land der Welt.

Unser Hotel in Agra

Unser Fahrer hat uns das Hotel Maya empfohlen. Es liegt ganz nah zum Taj Mahal und hat auch ein Restaurant. Nach dem Check-in haben wir ein leckeres Mittagessen gehabt. Danach sind wir zum Agra Fort gefahren.

Zimmer Maya Hotel Restaurant Agra

Unser Zimmer im Maya Hotel in Agra

Agra Fort

Die Festung von Agra schaut gigantisch aus. Es ist ähnlich wie in Neu-Delhi. Innen, im schön gepflegtem Garten stehen mehrere kleinere, im indischen Stil gebaute Gebäuden. Sie sind alle reichlich verziert. Von außen sieht die ganze viel beeindruckend und riesig aus. Man würde es nicht denken, dass innen alles so zierlich ist. Der Eintrittspreis ist 650 INR (8,1 Euro) pro Person.

Tipp: Es gibt im Fort einen Aussichtspunkt, wo du einen perfekten Blick auf den Fluss und in der Ferne auf dem Taj Mahal werfen kannst. Im Sonnenschein ist der Taj Mahal manchmal so weiß, dass du ihn auf den Fotos nicht mehr sehen kannst.

Tipp für Familien: In Indien sind die Anlagen der Sehenswürdigkeiten sehr sauber. Hier kannst du mit deinem Kind spielen oder kannst du dein Baby krabbeln lassen.

In den engen Gassen von Agra

Wenn du einen Einblick ins Leben der Inder haben möchtest, die Straßen von Agra sind die richtigen für dich. Wenn du nicht scheu und ängstlich bist, lohnt es sich eine andere Seite von Agra auch aufzuspüren. In den winzig kleinen Straßen gibt es viel zu sehen. Hühner und Ziegen im Käfig, dreckige Reparierwerkstätte, schmutzige Restaurants und kleine Läden wechseln sich mit alten, abgenutzten Wohnhäuser. Der Kanal am Straßenrand stinkt. Müll liegt überall, heilige Kühe gehen spazieren.

In Agra kannst du richtig die zwei verschiedenen Gesichter von Indien sehen: den prächtigen, sauberen, königlichen Teil bei den wunderschönen Sehenswürdigkeiten und die echte, quirlige, verschmutzte Seite auf den Straßen. Plus können auch lustige Dinge mit dir passieren: Ein junger, gut gekleideter Mann hat uns auf einer engen Straße überholt und hat so getan, als ob er ein Selfie von sich machen würde. Es war aber gut erkennbar: er wollte uns (Jasmin war in der Babytrage) fotografieren.

Tag 3: Taj Mahal und Fatehpur Sikri

Sonnenaufgang beim Taj Mahal

Wir waren noch vor Sonnenaufgang bei der Kasse des Westeinganges. In 2015 kostete eine Eintrittskarte noch 750 INR (9,3 Euro), allerdings heute musst du schon 1.100 INR (13,7 Euro) zahlen. Auf dem Weg zum Taj Mahal wurden wir oft angesprochen: „Do you need rickshaw?“, „I`m a professional tour guide. I can tell you everything about Taj Mahal.“, etc. Wir haben weder Taxi noch Guide gebraucht.

Das zur Weltkulturerbe deklarierte Mogul-Mausoleum steht majestätisch auf der Plattform. Seine weißen Wände schimmern leicht rosa in den Strahlen der aufgehenden Sonne. Der Garten rund um wurde wunderschön eingerichtet und sehr gepflegt. Wir bekommen immer noch Gänsehaut, wenn wir an den ersten Anblick des Taj Mahals denken.

Wir haben uns das beeindruckende Bau auch von der Nähe angeschaut und haben einen entspannten Spaziergang in der schönen Anlage gemacht. Jasmin hat vergnügt auf der sauberen, weißen Marmorplattform hin und her gekrabbelt. Für einheimische Touristen war das blauäugige, blonde Baby ein größerer Highlight, als das weltberühmte Mausoleum.


Und dann passierte es… Kurz bevor wir das Gelände verlassen haben, sind zwei Männer vom Sicherheitsdienst mit Gewehr zu uns gekommen. Wir konnten uns nicht vorstellen, was sie von uns wollten. Einer hat dann sein Handy aus der Tasche geholt und uns ein Foto gezeigt. Er war der Junge von Gestern, der in einer Gasse ein Selfie im Hintergrund mit uns gemacht hat. Wir lachten darüber, wie klein die Welt doch sein kann.

Tipp: Wenn du den Taj Mahal beim Sonnenaufgang erleben und gleichzeitig die Masse von Touristen vermeiden möchtest, solltest du ganz früh um 5:00-5:15 Uhr vor der Öffnung (um 6:00 Uhr) beim Eingang sein.

Fatehpur Sikri

Nach der Besichtigung des Taj Mahals waren wir auf dem Weg nach Fatehpur Sikri. Die Touristen werden mit Kleinbussen zu der faszinierenden Geisterstadt des ehemaligen Mogulreiches gebracht. Die Eintrittskarte für 610 INR (7,6 Euro) gilt für alle Sehenswürdigkeiten in Fatehpur Sikri.

Hier sind verschiedene, wunderschöne Gebäuden und es lohnt sich wirklich die Zeit zu nehmen, um sie alle anzuschauen. In Fatehpur Sikri darfst du die Dargah-Moschee (auch als Jama Masjid genannt) auf keinen Fall auslassen. Hier befindet sich das aus weißem Marmor gebaute Mausoleum von Salim Chishti. An die fein gearbeiteten Jali-Fenster des Grabes binden Frauen rote Faden hin, in der Hoffnung, bald mit einem Kind (meistens mit einem Sohn) schwanger zu werden. Hier wurde nämlich auch dem Großmogul Akbar die Ankunft seines Sohnes verkündigt. Auf der südlichen Seite der Anlage steht das imposante Siegestor Buland Darwaza.

Abaneri – der Chand Baori Stufenbrunnen und der Harshshat Mata Tempel

Es war nur ein kurzer Zwischenstopp in Abaneri, bevor wir Richtung Jaipur weitergefahren sind. Der größte und tiefste Stufenbrunnen Indiens, Chand Baori ist wirklich beeindruckend. Es ist knapp 20 Meter tief und tausende von Treppen führen am Rand zu dem Wasser. Das Bauwerk ist mehr als 1000 Jahre alt. Heute dient der Stufenbrunnen nur als Touristenattraktion.
Neben dem Brunnen gibt es einen kleinen Tempel, namens Harshshat Mata. Der Hindu Tempel wird eher von den Einheimischen besucht. Unser Aufenthalt hat in Abaneri nur ca. 30 Minuten gedauert.

Danach sind wir zu einer Gaststätte „Hotel Highway King“, 65 km entfernt von Jaipur gefahren. Unser vegetarisches Mittagessen bestand aus Naan, Gemüse, Dal und noch verschiedenen Soßen mit Hülsenfrüchten oder Käse.

Chand Baori Stufenbrunnen Indien

Chand Baori Stufenbrunnen

Jaipur – Galtaji Tempel (Affentempel)

In der Nähe von Jaipur ist eine Anlage mit mehreren kleinen Tempeln. Hier haben wir uns die Gotteshäuser mit den frechen Affen angeschaut. An dem Berg gibt es stufenweise ein paar Wasserbecken. Gläubige baden und waschen sich hier. Viele Fotos zeigen die Schönheit des Galtaji Affentempels, aber keines zeigt, wie verdreckt mit Plastik und Verpackungsmaterial das heilige Wasser ist.

Auf den Straßen von Jaipur

Nach dem liebevollen Check-in im Hotel Rawla Mrignayani Palace mit Welcome-Lassi, Blumenkette und roten Punkt auf die Stirn haben wir einen Spaziergang in der Pink City gemacht. Gemüsehändler sitzen auf dem Boden oder schieben ihren Stand mit Fahrrad durch die Stadt. Dunkle Werkstätte, offene Barbierläden sind in den pinken Häuser von Jaipur zu sehen. Die Straßen sind vielleicht bisschen sauberer als in Delhi, aber der Müll bedeutet hier auch ein Problem.
An nächsten Tag haben wir lustigerweise erfahren, wie schnell die ganze Stadt aufgeräumt und verschönert werden kann.

Tag 4: Jaipur – die Pink City und die Sehenswürdigkeiten

An diesem Tag hat uns ein ganz anderes Bild von Jaipur erwartet. Besser gesagt, nicht uns erwartet, sondern den Ministerpräsidenten, Narendra Modi. Er hat einen Besuch in der Stadt gemacht und wollte sich dabei einige Sehenswürdigkeiten anschauen. Wir haben deswegen Pech gehabt, weil der City Palace und das Fort Amber fast für den ganzen Vormittag geschlossen waren. Wir konnten nur zuschauen, wie fleißig überall geputzt und aufgeräumt wurde. Die fehlende Markierung auf dem Asphalt wurde auch mit weißem Kreidepulver neu aufgemalt.

Hawa Mahal und Jantar Mantar

Während wir auf die Öffnung des Stadtpalastes gewartet haben, haben wir den Hawa Mahal (Windpalast) aufgesucht. Er wurde für die vielen Damen des Hofes gebaut, die nicht auf die Straße gehen durften. Von hier konnten sie beobachten, was draußen passiert, ohne dass sie erblickt wurden.
Der Jantar Mantar, das Observatorium steht südlich von dem Palast. Wir haben es interessant gefunden.

Tipp: Du kannst Kombiticket kaufen, das für 2 Tage und für die nächsten Attraktionen gültig ist: Amber Fort, Jantar Mantar, Ambert Hall, Nahargarh Fort, Hawa Mahal, Sisodia Rani Bag, Vidhiyadhar Bag. Es kostete uns noch 400 INR (5 Euro) pro Person. Heute musst du schon 1.000 INR (12,4 Euro) ausgeben.

City Palace Jaipur

Endlich wurde der Stadtpalast für die Öffentlichkeit wieder zur Verfügung gestellt und wir konnten ihn besichtigen. Der Palast besteht aus mehreren Gebäuden. Im City Palast ist alles farbenfroh, charmant und die verschiedenen Töne von Pink und Rot dominieren. Die Türrahmen und die Fassaden sind pompös mit indischen Motiven (z. B. mit Pfau) verziert.

Das Kombiticket für den Eintritt kostet 500 INR (6,2 Euro). Es ist auch für das Jaigarh Fort gültig.

Shree Narsingh Devji Mandir Tempel

Es ist ein kleiner Tempel in der Nähe von Amber Fort. Er ist wirklich einen Besuch wert. Der kleine Tempel mit Elefantenstatuen wird nicht wegen den Touristen schön erhalten, sondern, weil die Gläubigen ihn pflegen. (Der Eintritt ist frei.)

Fort Amber

Am Nachmittag sind wir im Fort Amber angekommen. (Hinweis: Wenn du mit einem Elefanten zum Fort reiten möchtest, musst du die Festung am Vormittag besichtigen.) Die verschiedenen Gebäude im Amber Palace sind kunstvoll dekoriert. Es gibt einen beeindruckenden Spiegelpalast, wo ganz kleine Spiegelchen als Mosaik in die Wand eingearbeitet sind. Der Garten ist auch bezaubernd.

Eintritt: 550 INR (6,7 Euro)

Jaigarh Fort

Diese Festung schaut ganz anders aus, wie das Fort Amber. Sie ist nicht so geschmückt und farbenfroh. Hier kannst du die größte Kanone der Welt sehen und hast auch einen Ausblick auf das Wasserschloss Jal Mahal in der Ferne. Hier leben viele freche Affen, die gerne überall hochklettern. Pass auf deine Sachen!

Nahargarh Fort und Madhavendra Palace

Die Gebäude sind hier wieder in voller Farben. In dem Palast dominieren die lila und gelben Töne. Durch die kleinen Fenster hast du eine perfekte Aussicht auf die Pink City.

Jal Mahal – der Wasserpalast

Jal Mahal ist ein Palast, der mitten im Man Sagar See steht. Das Wasserschloss ist heute leider nur von außen zu sehen.

Tag 5: Pushkar – die heilige Kleinstadt

Von Jaipur bis Pushkar

Bevor wir Jaipur mit dem Auto verlassen haben, haben wir noch bei Albert Hall kurze Fotopause gemacht. Du kannst das Museum auch besichtigen, aber wir waren dafür nicht interessiert.

Als Frühstück haben wir in Jaipur im Laden „Lassiwala“ Lassi in Tonkrüge und frittierte, würzige Küchlein gekauft. Beide waren sehr lecker.

Auf dem Weg nach Pushkar wollten wir in der Stadt Ajmer die Adhai-din-ka-Jhonpra-Moschee betrachten. Es war aber sehr viel los in der Stadt. Die Straße, die zu der Moschee führte, war mit Massen von Menschen gefüllt. Wir haben in Ajmer eine andere Form der Armut gesehen. Gliederlose, behinderte Bettler haben in der Mitte der Straße auf dem Boden geliegen. Es war eine Veranstaltung in dem muslimischen Tempel und Tausende von Leuten haben vor dem Eingang gedrängelt. Es war hier schrill und laut. Wir wollten es nicht riskieren, dass Jasmin trotz des Schutzes der Babytrage etwas passiert. Wir haben uns entschieden zum Auto zurückzukehren. Es dauerte eine Weile, bis wir das Gesehene verarbeitet haben. Auf jeden Fall, die kurze Spaziergang in der Masse hat uns wiederum eine neue Seite Indiens gezeigt.

Pushkar und der heilige See

Diese Kleinstadt ist unheimlich bunt. Läden mit kunterbunten Textilien, Garküchen auf Fahrrädern, Klangschalenverkäufer, offene Barbierläden, kleine Restaurants wechseln sich mit kleinen Hindu Tempeln und mit lehrstehenden, ehemaligen Haveli Häusern. Die Menschen auf den Straßen sind auch verschieden: in Leinen gekleidete Männer mit Turban und mit Schwert ausgerüstet, Frauen in farbigen Saris und Pilger ganz orange angezogen.

Aussicht Pushkar See

Aussicht auf den Pushkar See

Tipp 1: Du kannst rund um den See laufen. Zum See führen dann kleine Durchgänge, wo du zum Wasser gehen kannst. Ging aber nicht zu den Gläubigen, die sich gerade waschen. Sie baden sich nicht einfach, es ist für sie ein heiliges Ritual. Laut ihrem Glauben ist ein Bad im Pushkar-See genauso reinigend, wie ein Bad im Ganges. Frauen und Männer haben getrennte Bereiche. An vielen Stellen (z. B. auf der Seebrücke) musst du die Schuhe auch ausziehen.

In Pushkar findet jährlich ein riesengroßer Kamelmarkt statt. Das fünftägige Fest wird während des Vollmondes im Hindu-Monat Kartik gefeiert. Dieser Monat entspricht dem Oktober. In den fünf Tagen tauschen Tausende von Viehe ihren Besitzer aus. Kunterbunte Verzierung für Kamele werden verkauft. Es ist auch ein religiöses Fest: Frauen in bonbonfarbigen Tracht mit Henna und Schmuck dekoriert, Männer mit Turbanen und fröhliche Kinder feiern mit.

Tipp 2: Kamele sind in Pushkar jeden Tag zu sehen. Am Rande der Stadt warten sie auf Kunden, die gerne eine Kamelfahrt in der Wüste unternehmen möchten.

Tipp 3: Wenn du den Sonnenuntergang fotografieren möchtest, geh auf das Ostufer des Sees. Hier befinden sich Treppen und die Heilige Brücke, die perfekte Aussicht auf die Wasseroberfläche bieten. Auf der Brücke musst du die Schuhe ausziehen.

Tag 6: Von Pushkar nach Jodhpur

Frühstück bei einer einheimischen Familie in Pushkar

Rinku hat uns noch am Vorabend gefragt, ob wir gerne bei einer indischen Familie vorbeischauen und frühstücken möchten. Wir waren natürlich dafür interessiert, so haben wir diesen Tag mit einem Besuch bei den Bekannten von ihm angefangen. Die Familie war sehr nett und sympathisch.

Sie haben uns ihre Räumlichkeiten: das kleine Geschäft im Vorhaus, die Küche, die zwei kleinen Schlafräume und hinten eine Kammer gezeigt. Als Bad dient ein verrostetes Wasserrohr mit Wasserhahn auf dem Hof. Die ältere Hausfrau hat uns Frühstück zubereitet, die wir in den Freien auf einem alten Teppich sitzend verzehrt haben. Ihre Schwiegertochter hat mir Henna auf die Hand gemalt.

Ankunft in der Blue City

In Jodhpur sind wir gegen Mittag angekommen. Rinku hat uns erstmal zu einem Restaurant gebracht, wo wir gefüllte Kartoffelpfannkuchen probieren konnten. Danach haben wir im Hotel eingecheckt. Unsere Unterkunft, Hotel Haveli Jodhpur liegt gegenüber einem Stepwell und hat eine Dachterrasse mit einem gigantischen Ausblick auf dem Mehrangarh Fort.

Mehrangarh Fort

Zu der Festung führen verschiedene Wege. Du kannst auf einem Elefanten zum Eingang reiten (gegen Gebühr), oder hinten durch die kleinen Gassen auf einem steilen Steinweg 20 Minuten zu Fuß laufen. Wir haben uns für den zweiten entschieden. Hier war es ziemlich heiß. Wenn du diesen Weg wählst, nimm viel Wasser mit.
Das Fort ist sehr beeindruckend. Du hast eine tolle Aussicht auf die Stadt mit ihrer vielen blauen Häuser.
Der Eintritt kostet 600 INR (7,5 Euro), die Fotogebühr ist 100 INR (1,2 Euro).

Die Innenstadt von Jodhpur: Market, Clock Tower, Lassishop und Teashop

Später haben wir einen kleinen Spaziergang in der Stadtmitte gemacht. Rund um den Uhrturm (Ghanta Ghar) gibt es einen Market, der für ein Anschauen wert ist.

Tipp 1: Gegenüber dem Uhrturm liegt der beste Lassi-Laden Indiens. Der heißt Shri Mishrilal Hotel. Hier kannst du Lassi und noch verschiedenen indische Süßspeisen genießen.

Tipp 2: Auf der anderen Seite des Turmes ist ein kleiner Teeladen. Wir haben hier den besten Chai-Tee in Indien getrunken.

Tag 7: Bikaner

Auf dem Weg nach Bikaner: Ashram, Rattentempel

Im Ashram werden kranke Tiere kuriert. Das Kuhkrankenhaus bei Nagaur ist beeindruckend: viele kranke, heilige Kühe liegen mit Infusion auf dem Boden, Babyziege schaukelt in einer großen Wiege, königliche Pfaue spazieren frei. Es gibt hier auch andere Tierarten: wildlebende Tiere und Viehe von Bauern werden eingesammelt und geheilt. Die Organisation des Ashrams basiert auf Spenden, der Eintritt ist frei.

Cow Hospital Indien

Kühe werden im Kuhkrankenhaus behandelt

Wir haben schon einige Affentempel gesehen, aber mit Ratten haben wir noch keinen erlebt. In dem Karni Mata Rattentempel in Deshnoke ist es interessant aber ein Stück ekelig. Dicke, fette, schwarze Ratten lauern am Futternapf, oben an dem Türrahmen und in jeder Ecke. Erwachsenen sitzen auf dem Boden neben den Tieren. Kinder spielen um den Eltern herum.

Tipp: Der Rattentempel ist wirklich einen Besuch wert, auch dann, wenn es ein bisschen ekelig ist. Sowas siehst du nicht in jedem Land. Achtung: es ist ein Tempel, also Schuhe müssen ausgezogen werden. Der Eintritt ist frei.

Junagarh Fort in Bikaner

Diese Festung war einer der schönsten, die wir in Indien gesehen haben. Die Fenster sind verziert, hier dominieren roter Sandstein und weiße Töne. Du kannst in den Räumlichkeiten die indischen Motive bewundern. Das Fort wird renoviert und restauriert. Der Eintritt ist 300 INR (3,7 Euro).

Kamelsafari durch die Wüste in Bikaner

Unser Fahrer hat uns in Bikaner zu verschiedenen lokalen Reiseveranstalter gebracht, wo wir über unserer Kamelsafari mit Übernachtung verhandeln konnten. Wir haben uns für den Umaid Safaris & Desert Lodge entschieden. Wir wurden mit zwei Kamelen ca. 1,5 Stunden durch die Wüste geführt, danach zur Lodge gebracht. Im Preis war auch ein Abendessen unterm freien Himmel mit indischer Live Music inbegriffen. Es kostete 3.600 INR (45 Euro).

Tipp: Dein Baby kann auch einfach auf dem Kamel mitreiten, wenn du eine Babytrage hast.

Tag 8: Mandawa, die Stadt der Haveli Häuser

La Prince Haveli

Auf dem Weg nach Mandawa in Fatehpur haben wir uns ein wunderschönes Haveli Haus, das La Prince Haveli angeschaut. Der Eintritt kostet 200 INR (2,5 Euro) pro Person. Du wirst von einen netten Studenten durchgefürht.

Ein Haveli war ein Wohnhaus von Fernhändler in den Norden Indiens. Diese Häuser waren wie ein kleiner Palast eingerichtet. Die Wände und Fassaden waren mit indischen Motiven bemalt, die Innenausstattung war sehr kostbar. Heute stehen in Mandawa sehr viele Haveli Häuser leer und zerfallen. Manche werden von Einheimischen als Zuhause oder für Touristen als Hotel benutzt. Nur einige sind restauriert und renoviert, wie das La Prince Haveli.

Tipp: Wenn du möchtest, kannst du auch im La Prince Haveli übernachten.

Hotel Heritage und Jhunhjunhuwala Haveli – Golden Painted Room

Rinku hat uns 2 verschiedene Haveli-Hotels in Mandawa gezeigt. Wir haben uns für Hotel Heritage entschieden. Ein wunderschönes, gold-rot gemaltes Zimmer haben wir uns beziehen dürfen.

Das Golden Painted Room findest du im abgenutzten, alten Jhunhjunhuwala Haveli. Eine indische Familie lebt dort. Das Haveli Haus ist berühmt wegen den Wandmalereien mit echtem Gold. Für die kurze Besichtigung haben wir 100 INR (1,2 Euro) pro Person bezahlt.

Spaziergang in Mandawa

Am Nachmittag sind wir in der Kleinstadt zwischen in Dornröschenschlaf gefallene, verlassene Havelis spazieren gegangen. Wir haben dabei beobachtet, wie die Einheimischen leben: Werkstätte unter freiem Himmel, „Taxifahrer“ oder „Transporter“ mit Esel- oder Kamelkarren, kleine Geschäfte und bewegliche Kleinimbisse sind überall zu sehen.

Tipp: Überall in Rajasthan findest du Pani Puri Stände. Es ist ein beliebtes indisches Street Food. Es sind kleine, fittierte Teigtaschen gefüllt mit Kartoffel und Zwiebel. Sie werden in Pani Wasser getunkt und anschließend verzehrt.

Tag 9: Zurück nach Delhi

Ca. 50 km vor Delhi hat unser Auto den Geist aufgegeben. Es wurde zu einer Werkstatt geschafft und wir konnten nichts anderes tun, als warten. Neben der Werkstatt in einem Imbiss haben wir gefüllte Roti gegessen. Bald hat Ashok uns ein anderes Auto mit einem Fahrer aus Delhi geschickt. Er hat uns zu unserem Hotel gebracht.

Tag 10: Sehenswürdigkeiten in Neu-Delhi

Qutub Minar, Lotus Tempel, Humajun`s Tomb, Ugrasen Ki Baoli Stufenbrunnen

Rinku brauchte einen Tag, sein Auto reparieren zu lassen. Deswegen hat uns der neue Fahrer an diesem Tag begleitet.
Unser erstes Ziel war das Qutub Minar und das unfertige Minarett, das Alai Minar. Der Eintritt kostet 500 INR (6,2 Euro) pro Person. Diese Sehenswürdigkeiten haben eine schöne Anlage. Für einen Besuch sind sie auf jeden Fall wert.

Danach sind wir zum Lotustempel gefahren. Hier war viel los. Der Tempel ist für alle offen, unabhängig von Religion oder Herkunft. Deswegen wird er von vielen Einheimischen und Touristen besucht. Von außen sieht es so aus, wie eine Lotusblühte. Von innen ist das Gotteshaus schlicht eingerichtet. Der Eintritt ist frei.

Bei Humayun`s Tomb waren wenige Touristen, es war ruhig hier. Das Mausoleum sieht ein bisschen so aus, wie ein kleiner, roter Mini Taj Mahal. Für den Eintritt musst du 300 INR (3,7 Euro) zahlen.

Bei dem Ugrasen Ki Baoli Stufenbrunnen haben wir nur kurz angehalten und Fotos gemacht. Er wurde nämlich anders gebaut als die Brunnen, die wir bisher gesehen haben.

Gurudwara Bangla Sahib – der große Sikh Tempel in New-Delhi

Der Besuch in diesem Tempel ist uns tief in Erinnerung geblieben. In dem Tempel sind viele Leute, die Atmosphäre ist trotzdem beruhigend. Im Sikh Tempel dominieren die weißen und goldenen Töne. Neben dem Hauptgebäude am großen Wasserbecken waschen sich gläubige Männer. Die Frauen haben ein Häuschen, wo sie sich reinigen können. An bestimmten Stellen werden Trinkwasser und kleines Essen (Reis einfach in die Hand) verteilt.

Der Eintritt ist frei. Ausländische Touristen werden in einem separaten Raum begrüßt. Hier bekommst du kurze Information über den Tempel. Wenn du spenden möchtest, hier kannst du es auch tun. Achte auf deine Kleidung: lange Hose ist erwünscht, kein Spaghetti-Top für Frauen. Du bekommst beim Eingang ein gelbes Kopftuch. Schuhe müssen ausgezogen werden.

Es gibt im Tempel eine beeindruckend große Küche, die du dir auch anschauen kannst. Im Flur werden Kartoffeln und Zwiebeln von Ehrenamtlichen geschält. Im Kochbereich werden verschiedene Speisen in riesigen Töpfen zubereitet. Es gibt einen großen Speisesaal. Täglich werden hier 30 000 Menschen unabhängig von Religion, Herkunft und finanzieller Lage ernährt. Freiwillige gehen mit Gerichte in Eimern und mit Schöpflöffel herum und teilen jedem eine schöne Portion aus. Wenn eine große Gruppe gegessen hat, müssen alle den Raum verlassen. Der Boden wird danach schnell für die nächste Gruppe gereinigt, die schon in einem Vorraum wartet.

Tipp: Du darfst auch mitessen. Im Essraum sitzst du auf einem Teppichläufer und bekommst eine glänzende Platte mit Mulden. Hier war das Menü einer der Leckersten, die wir in Indien gegessen haben. Jasmin mochte den süßen Reis, der als Nachspeise ausgeteilt wurde.

Tag 11: Abschied von Delhi, Heimreise

Nach unserer 10-tägigen Rundreise in Rajasthan haben wir Indien verlassen.

Unsere Unterkünfte in Indien

Wir waren Mitte-Ende August in Indien, also noch in der Nebensaison. Deshalb ist es möglich, dass du keine Hotels im Voraus buchst. Der Chauffeur kann dich zu verschiedenen Hotels bringen und du kannst dir dann entscheiden, wo du übernachten möchtest. Du sollst nur dem Fahrer dein Budget bzw. die gewünschte Hotelklasse nennen.

Wir haben in den folgenden Hotels übernachtet:

  • DelhiSmyle Inn Hotel – in Paharganj (Main Bazar). 2 Nächte mit Frühstück hat uns 2.156 Rupee (27 Euro) gekostet.
  • Agra: Hotel Maya – das Hotel ist sehr nah zu Taj Mahal und hat ein Restaurant, wo du am Abend auch essen kannst. Eine Nacht kostete: 1.500 INR (19 Euro)
  • Jaipur: Rawla Mrignayani Palace – wir hatten eine Suite. Die Unterkunft hat eine sehr ruhige Lage. Für 2 Nächte haben wir 2.000 INR (25 Euro) bezahlt.
  • Pushkar: Pushkar Lake Palace für eine Nacht 1.000 INR (13 Euro) – ruhige Lage, tolle Aussicht
  • Jodhpur: Hotel Haveli Jodhpur für eine Nacht 2.000 INR (25 Euro) – das Hotel hat auch ein Restaurant. Top Aussicht auf das Mehrangarh Fort von der Dachterrasse.
  • Bikaner: Umaid Safaris & Desert Lodge für eine Nacht 3.600 INR (45 Euro) inkl. Kamelsafari durch die Wüste (1,5 Stunden), Abendessen im Freien mit indischer Live-Musik.
  • Mandawa: Hotel Heritage Mandawa für eine Nacht 2.200 INR (28 Euro) – das Hotel ist wunderschön! Das Zimmer ist mit indischen Motiven bunt gemalt.

Unsere interessanten Erfahrungen über Indien

  • Indisches Fastfood wird auf Teller aus Blätter und das Lassi in Tonkrüge serviert. Warum ist der Teller aus Blätter? In Indien ist Müll ein sehr großes Problem. Es gibt keine organisierte Müllentsorgung. Alles wird einfach auf der Straße weggeworfen. Deswegen wird auf manchen Stellen Essen in biologisch abbaubarem Teller aus Blätter oder Lassi in einem Tongefäß (schaut aus, wie bei uns ein Blumentopf) verkauft.
  • Es gibt in Indien viele Plätze, wo die Einheimische die Tauben füttern. Sie glauben daran, dass es ihnen Glück bringt.
  • Die Inder sind sehr nett und offen. Wir wurden oft von indischen Familien angesprochen. (Wahrscheinlich wegen unseres Baby)
  • Viele indische Kinder haben dunkel geschminkte Augen. Laut ihr Glauben schützt das Kajal von bösen Geistern.
  • Die indischen Frauen haben oft nachgefragt, ob unser Baby Mädchen oder Junge ist. Für Leute aus Westen wäre eindeutig gewesen: das Kind trägt Ohrringe, Haarklammer und hat Kleider in „Mädchenfarben“ an. Für sie war es nicht so eindeutig, weil die kleinen Kinder in Indien farbenfroh gekleidet sind. Jungs haben auch glänzende Ohrenschmuck.
  • Hab keine Angst vor Durchfall! Wir haben schon früher erwähnt, dass das indische Essen hauptsächlich vegetarisch ist. Vor verunreinigten Fleisch oder Fisch also kannst du deinen Magen nicht verderben. (In Thailand, Vietnam oder Myanmar, wo Fleisch und Meeresfrüchte genossen werden, musst du besser aufpassen.) Die Speisen sind sehr würzig, oft auch scharf – dies kann evtl. deine Verdauung in Schwung bringen.

Fazit: Eine Rundreise mit Fahrer in Rajasthan zu machen, war für uns die beste Entscheidung: sicher, schnell, bequem und preisgünstig.

Wenn du Fragen hast oder deine Erfahrungen einfach mitteilen möchtest, freuen wir uns auf deinen Kommentar.

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2 Comments
  1. Antworten

    Laura

    Juli 30, 2018

    Hallo,

    ich bin auf euren ausführlichen Blog gestoßen bei der Recherche für unsere geplante Indienreise im Oktober/November. Danke für die vielen Infos! Unser Sohn wird dann auch 10 Monate sein, wie eure Tochter damals.
    Ich stille den Kleinen, er bekommt aber auch schon Brei und Fingerfood. Ich frage mich nun, wie man das mit dem Wasser für den Brei und zu den Mahlzeiten in Indien gestaltet? Aus dem Wasserhahn ist ja tabu und Mineralwasser soll man Babys ja auch noch nicht geben…gibt es denn in Indien spezielles Babywasser? Oder wie habt ihr das gemacht?

    Würde mich über Tipps freuen!

    VG Laura

    • Antworten

      TravelSicht

      November 4, 2018

      Hallo Laura,

      danke für deinen Kommentar. Sorry, dass wir nicht früher geantwortet haben, aber deine Nachricht ist im Spam-Order gelandet. 🙁
      Wir haben Mineralwasser für unseren Kleinen gegeben. Allerdings ist das Mineralwasser in Indien eher destilliertes Wasser. Wir haben kein Babywasser in den Geschäften gesehen.

      Viele Grüße
      Ildi

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Ildi, Balint & Jasmin
München

Wir sind Flashpacker, organisieren unsere Trips selbst und reisen gerne auf eigene Faust. Wir fingen an in 2008 zu reisen und bereisten schon knapp 30 Länder zusammen. Seit 2015 entdeckt unsere Tochter, Jasmin die Welt mit uns. Auf unserem Reiseblog berichten wir über unsere Fernreisen mit oder ohne Kind, aber auch über Ausflüge in die Nähe oder Wochenendtrips. Dabei erzählen wir Geschichten von unterwegs, zeigen Fotos, Videos und geben konkrete Tipps und Anregungen.