Ollantaytambo: die Ruinen und weitere Sehenswürdigkeiten erkunden
Ruinen von Ollantaytambo
Peru

Ollantaytambo: die Ruinen und weitere Sehenswürdigkeiten erkunden

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Juli 19, 2019

Ollantaytambo ist eine unserer Lieblingsstädte im Heiligen Tal der Inka. Es ist ca. 70 km von Cusco entfernt, liegt auf 2.792 Meter Höhe und ist eines der am besten erhaltenen Beispiele der Inka-Architektur. „Ollanta“, wie es von Einheimischen genannt wird, hat eine Bevölkerung von etwas mehr als 2.000 Einwohnern. Seine engen Kopfsteinpflasterstraßen sind seit über 700 Jahren bewohnt. Dies ist buchstäblich das Ende der Straße im Heiligen Tal und die letzte Station, bevor du mit dem Zug nach Machu Picchu fahren kannst. Es lohnt sich aber in Ollantaytambo sich auf kurze Zeit aufhalten und nicht sofort weiterreisen. Die Stadt bietet verschiedene Inka-Stätte, die einen Besuch wert sind.

Anreise nach Ollantaytambo

Du hast mehrere Möglichkeiten in Ollantaytambo anzukommen. Du kannst mit dem Bus fahren oder mit dem Zug. Meistens fahren Kleinbusse in diese Richtung und zurück. Die Busse von Real Inka Reisegesellschaft fahren mehrmals am Tag von dem Bahnhof von Cusco ab. Die Fahrt dauert ca. 2 Stunden. Für ca. 4 Euro ist es die günstigste Variante. Der Zug von Inca Rail fährt viermal am Tag nach Ollantaytambo. Diese Züge fahren von Poroy Bahnhof, außerhalb von Cusco ab und verkehren ganz bis Aguas Calientes. Der Zug kostet mehr als der Bus.

Wenn jemand es eilig hat, oder bequem von A bis B kommen möchte, kann auch das Taxi wählen. Es ist wichtig, dass es ein zertifiziertes Taxi ist. Die Fahrpreise sind ca. 80 Soles (ca. 21 Euro) nach Ollantaytambo.

Wir haben eine vierte Möglichkeit gehabt. Wir haben eine 4-tägige privat Tour gemacht. Unser Guide hat uns Cusco City, die Sehenswürdigkeiten dem Sacred Valley entlang und Machu Picchu gezeigt. Mit dem Guide sind wir gemeinsam nach Ollantaytambo gereist, und auf dem Hin- und Rückweg konnten wir die berühmten Orte des Heiligen Tals besichtigen. Im Sacred Valley sind unzählige sehenswerte Inka-Stätte, ein Tierreservat und Märkte. Es wäre schade gewesen, sie nicht sehen zu können. Mehr Informationen über die 4-Tage-Tour findest du in unserem Peru-Rundreise Artikel.

Sehenswürdigkeiten in Ollantaytambo

Viele Reisende benutzen Ollantaytambo nur als Übernachtungsort oder als „Sprungbrett“, um Machu Picchu erreichen zu können. Die Stadt hatte allerdings in der Inka-Zeiten eine wichtige Rolle. Es war ein religiöses und militärisches Zentrum und bedeutungsvoller Kontrollpunkt im Urubamba-Tal zwischen Cusco und Machu Picchu. Nicht nur die Ruinen sind am Rande der Stadt interessant. Selbst auf den Straßen von Ollantaytambo siehst du die ehemaligen Inka Fundamenten.

Zu den Sehenswürdigkeiten gilt der Boleto Turistico del Cusco als Eintrittskarte.

Ruinen von Ollantaytambo

Die archäologische Stätte in Ollantaytambo wurde von dem letzten Inka König Manco Cápac II. im 16. Jahrhundert erbaut. Die Inka-Stätte besteht aus einem städtischen und einen religiösen-militärischen Sektor. Der städtische Bereich ist, wo die Bewohner heute auch leben. Die Ruine am Rande von Ollantaytambo diente religiöse und militärische Zwecke. Sie besteht aus einer Reihe imposanter Terrassen, Tempel, Plattformen, Pfade und Mauern. Von oben hast du einen hervorragenden Blick auf die umliegende Landschaft, die Stadt Ollantaytambo und die Lagerhäuser der Inkas (‚Qollqa‘) auf dem Berg Pincuylluna gegenüber den Ruinen.

Der König Marco Inca führte den Widerstand gegen den Spanier. Nach erfolgreichen Kämpfen und der Wiedereroberung Cuscos wurde er von den Spaniern aufgehalten. Er zog sich in den Bergen zurück und gründete Vilcabamba, den letzten Rückzugsort der Inkas. Da der König Ollantaytambo verlassen musste, wurde die Stadt nie ganz fertiggebaut.

Die religiös-militärische Area wurde, genauso wie Machu Picchu, mit Terrassen grundiert und unterstütz. Mit den stützenden Terrassen haben die Inkas Erosionsschaden erfolgreich vermieden. Bei diesen Ruinen siehst du Exemplare, wie die riesengroßen Steine geschliffen wurden. Die kleineren und größeren Mulden auf dem einen Stein passten mit Wölbungen auf einem anderen Stein zusammen und wurden wie Riesenlegosteine zusammengesteckt. Auf den Mauern siehst heute auch noch Wölbungen. Diese dienten den Zweck, die Bausteine auf die richtige Stelle heben zu können. Diese Halterungen und Griffen wurden später abgeschliffen.

Tempel der 10 Fenster

In dem religiösen Sektor sind zwei Tempel. Bei dem „Tempel der 10 Fenster“ (Temple of the 10 windows) schauen alle Öffnungen nach Osten zur aufgehenden Sonne. Die Sonnenscheine können allerdings nie durch die Fenster strahlen, da alle „blind“ sind. In denen standen vermutlich Opfergaben.

Sonnentempel

Den Tempel der Sonne erkennst du von den rosafarbenen Steinen, die von dem gegenüberliegenden Berg stammen. Die Bauelemente mussten von 6 Km Ferne hergebracht werden. Auf den gewaltigen Steinen kannst du Treppen-Muster erkennen. Dieses Muster war für die Inkas ein Symbol: die heilige Treppe, die zum Himmel führt. Die 6 riesigen Felsen sind mit unglaublicher Genauigkeit verbunden.

Ganz oben befand sich das Zentrum der Soldaten. Von hier konnten die Inkas die Wege im Tal beobachten.

Wassertempel und landwirtschaftlicher Bereich

Die breiten Terrassen an der Seite der Ruinen dienten die Landwirtschaft. Hier wurden Mais, Quinoa und Kartoffel angepflanzt.

Treppenartige Verzierungen kannst du auch bei der Quelle namens Baño de la Ñusta entdecken. Es ist ein wunderschöner Brunnen mit einem Wasserlauf. Sie ist als liturgische Quellen bekannt.

Die Fuente Ceremonial war der Wassertempel. Aus den 3 Wasserläufen fließt das Wasser schon seit Jahrhunderten. Der offene Tempel hat zwei kleine Fenster in zwei Vertiefungen. An diesen Öffnungen scheint die Sonne an den Tagen der Winter- und Sommersonnenwende durch.

Ruinen von Pinkuylluna

Die Pinkuylluna Ruinen liegen gegenüber den Ruinen von Ollantaytambo. Sie wurden als Lagerhäuser benutzt, da diese Seiter der Stadt kühler war. Bei Ollantaytambo treffen sich 3 Täler, dementsprechend weht der Wind zwischen den Bergen oft durch und kühlt die Luft auf der Seite von Pinkuylluna ab.  Der Weg zu den Inka-Lagern beginnt in der Altstadt und führt steil bergauf. Von oben hast du einen herrlichen Blick auf die archäologische Stätte von Ollantaytambo.

Auf den Inka-Straßen von Ollantaytambo

Ollantaytambo ist ein sehr gutes Beispiel für die Inka Architektur. In der Stadt siehst du noch ganz, wie die Inkas ihre Städte geplant haben, da die heutigen Häuser auf Inka Fundamenten stehen. Die engen Straßen waren gepflastert und gerade. Die Gebäude waren rechteckig, das Dach war aus Holzbalken und mit Stroh bedeckt. Vier oder mehr Gebäude wurden um einen zentralen Platz gebaut, der eine Cancha bildete. Mehrere Canchas bildeten Blöcke. Die Blöcke wurden wiederum um einen zentralen Platz, den Plaza de Armas gebaut. Viele Städte in Peru bauen auf dieser Anlage auf.

Wir fanden die Gassen in Ollanaytambo mit dem Kopfsteinpflaster, den Häusern und den vielen Wasserkanälen sehr charmant. Die kleinen bunten Boutiquen, Souvenirshops und kleine Restaurants machen das Straßenbild attraktiv. Farbenfroh gekleidete Quechua Frauen und Männer gehen ihrer Sachen nach.

Pumamarka Ruinen

Die abgelegenen Ruinen von Pumamarca sind im Vergleich zu den berühmten benachbarten Ruinen von Ollantaytambo und Machu Picchu ein gut gehütetes Geheimnis. Diese weniger besuchten Ruinen wurden auf einem steilen Andenhügel mit Blick auf dem Fluss Patacancha erbaut und waren einst ein zeremonielles Zentrum für das Wari-Volk. Sie wurden zu einer Festung für die spätere Inka-Zivilisation. In Pumamarka lebten Soldaten und einfache Bauer, die im Heiligen Tal arbeiteten.

Heute bietet Pumamarca Besuchern einen herrlichen Panoramablick auf das Heilige Tal. Du hast hier die Möglichkeit, beeindruckende alte archäologische Ruinen zu erkunden, weit weg von den Touristenströmen, die an anderen Orten in Peru anzutreffen sind. Es ist unwahrscheinlich, dass die meisten Besucher in Pumamarca auf jemanden treffen, außer auf den Platzwart der Ruinen. Wir waren in den Abendstunden bei den Ruinen und wir waren die einzigen Visitors.

Pumamarca, einst Zeremonienstätte der Wari vor der Ankunft der Inkas, besteht aus 24 Gebäuden, die an einem steilen Hang des Heiligen Tals erbaut wurden. (Das Wari-Reich war eine politische Formation vor den Inkas, die um 600 n. Chr. im zentralen Hochland Perus entstand und etwa 500 Jahre lang bestand.) Als die Inkas die Kontrolle über Pumamarca übernahmen, verwandelten sie es aufgrund seiner vorteilhaften Lage mit Blick auf das Tal in eine Militärfestung. In manchen Gebäuden wurden die Bauer des Heiligen Tals untergebracht. Die Häuser wurden aus Stein und Lehm gebaut und haben damals ein Holz- und Strohdach getragen. Die Bauwerke sind trotz ihrem Alter in beeindruckend gutem Zustand. Die Siedlung wurde mit der Ankunft der Spanier verlassen.

Für den Eintritt musst du 10 Soles (2,5 Euro) pro Person zahlen.

Wie kannst du Pumamarka erreichen?

Da die Pumamarka Ruinen ca. 7 Km weit von Ollantaytambo liegen, ist es besser entweder mit Mototaxi oder mit dem Auto hinzufahren. Von dem Parkplatz bei den Ruinen musst du zu Fuß noch ca. 10-15 Minuten bergauf gehen. Das Taxi kostet ca. 40-50 Soles (10-12,5 Euro).

Es ist möglich, die Ruinen zu Fuß auch zu erreichen. Plane in dem Fall einen guten halben Tag oder sogar einen Tag für die Besichtigung und das Trekking ein. Wir raten nur dann die fast 7 km bis nach Pumamarca zu wandern, wenn du in ausgezeichneter Verfassung und gut an die Höhe angepasst bist. Obwohl der Weg in einem relativ guten Zustand ist, kann das Wandern durch die Berge je nach Kondition und Bereitschaft zwischen 6 und 10 Stunden dauern.

Unser Hotelempfehlung in Ollantaytambo

Eine der besten Unterkünfte in Peru hatten wir in Ollantaytambo. Wir erinnern uns an das kleine Hotel Inka Khawarina Tambo mit Liebe und Zufriedenheit zurück. Es ist ein Gasthaus im Familienbetrieb mit 6 Zimmern. Obwohl die Besitzer nur mangelnde Englischkenntnisse haben, war unser Aufenthalt einfach perfekt. Unsere Gastgeber waren sehr nett und hilfsbereit. Zwei Nächte haben wir hier mit Frühstück für 54 USD (48 Euro) gebucht.

Wo in Ollantaytambo essen gehen?

Nach den langen und erlebnisreichen Tagen sind wir immer spät am Abend in Ollantaytambo angekommen. Unser Hotel hatte ein kleines Restaurant. An der Rezeption konnten wir die Gerichte bestellen und nach einer halben-dreiviertel Stunde durften wir in dem kleinen Speiseraum antreten. Diese Lösung war uns sehr praktisch, da wir uns in der Zwischenzeit frischmachen konnten. Ein Hauptgericht kostete von 10 bis 20 Soles (2,5-5 Euro). Die Portionen waren groß und die Speisen sehr lecker. Das Cusqueña Bier war 8 Soles (2 Euro).

Wir haben kein anderes Restaurant während unseres Aufenthaltes in Ollantaytambo aufgesucht.

Sonstige Preise in Ollantaytambo

  • Sandwich: 8 Soles (2 Euro)
  • Sublime Eiscreme: 12 Soles (3 Euro)
  • Chips: 1 Soles (0,25 Cent)
  • Wasser 625 ml: 1 Soles (0,25 Cent)
  • Quinoa Riegel: 0,35 Soles (9 Cent)
  • Doña Pepa Schokolade: 0,7 Soles (18 Cent)
  • 3 Stück Muffin: 1,8 Soles (50 Cent)

Wieviel Zeit für Ollyantaytambo planen?

Wir waren insgesamt 2 Tage in Ollantaytambo. An dem ersten Tag haben wir Machu Picchu besichtigt, an dem nächsten Tag die Ruinen in der Stadt. Für die Sightseeing in Ollantaytambo reicht völlig 1 Tag aus.

Ollantaytambo

 

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Ildi, Balint & Jasmin
München

Wir sind Flashpacker, organisieren unsere Trips selbst und reisen gerne auf eigene Faust. Wir fingen an in 2008 zu reisen und bereisten schon knapp 30 Länder zusammen. Seit 2015 entdeckt unsere Tochter, Jasmin die Welt mit uns. Auf unserem Reiseblog berichten wir über unsere Fernreisen mit oder ohne Kind, aber auch über Ausflüge in die Nähe oder Wochenendtrips. Dabei erzählen wir Geschichten von unterwegs, zeigen Fotos, Videos und geben konkrete Tipps und Anregungen.