Colca-Canyon: Unsere Tour im Tal der Kondore | TravelSicht
Colca Canyon Peru
Peru

Colca-Canyon: Unsere Tour im Tal der Kondore

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Juli 14, 2019

Der Colca-Canyon mit seiner 3.270 Meter Tiefe ist der zweittiefste Canyon der Welt. Nicht nur die einzigartige Berglandschaft, sondern auch die riesigen Kondore, die man in ihrem Flug beobachten kann, machen den Colca Canyon nach Machu Picchu zu einer der meistbesuchten Attraktionen in Peru. Da das Colca-Tal von Arequipa mit Zwischenstopps in 5 Stunden erreichbar ist, buchen manche eine Tagestour von dieser Stadt aus.

Wenn du mehr Abenteurer haben möchtest, ist es auch eine Option, im Canyon zu wandern oder sogar zu campen. Oder besuche die Thermalbäder in der Umgebung.

Unsere Tour durch den Colca-Canyon

Das Colca-Tal ist der perfekte Zwischenstopp auf der Reise von Arequipa nach Puno oder umgekehrt. Im Rahmen einer 2-tägigen Colca Canyon Tour haben wir von Arequipa durch den Colca Canyon nach Puno gereist.

Kosten der Colca Canyon Tour

Die private Tour haben wir mit Peru Breathtaking Trips für 930 Euro organisiert. Für den Preis haben wir die Folgenden bekommen: Transfer im Kleinbus, Fahrer, englischsprechender Guide, Eintritt, Unterkunft für eine Nacht. Mit der Organisation des zweitätigen Ausflugs waren wir super zufrieden. Unser Guide, Wilmar, ist auf unsere Wünsche eingegangen, er war flexibel. Er konnte gute Tipps geben, welche Dörfer sind sehenswert, oder wo sich die schönsten Aussichtspunkte befinden.

Unsere Colca-Canyon Route

Tag 1: Von Arequipa nach Colca Canyon

  • Abfahrt von Arequipa
  • Patapampa (der Landstraße 109 entlang, Richtung Patahuasi)
  • Patahuasi
  • Mirador de los Andes (Höhe 4.910 m)
  • Chivay – Mittagessen in einem Buffet-Restaurant
  • Maca
  • Colca-Tal – Prä-Inka Terrassen
  • Mirador Cruz del Condor
  • Cabanaconde – Übernachtung

Tag 2: Von Colca Canyon nach Puno

  • La Granja del Colca – Restaurant (Frühstück) und Aussichtsplattform
  • Mirador Cruz del Condor
  • Pinchollo
  • Yanque
  • Mirador Lagunillas
  • Ankommen in Puno

In den Nächsten berichten wir detailliert über die Colca-Canyon Tour und über unseren Erlebnissen.

Patapampa (Nationalreservat Salinas und Aguada Blanca)

Schon kurzem nach der Abfahrt von Arequipa haben wir den Nationalreservat Salinas und Aguada Blanca erreicht. Es ist ein privates Reservat, das für die Erhaltung der peruanischen Wildtiere wie Vicuña und mehrere Dutzend Vogelarten bekannt ist.

Auf der Landstraße 109 entlang, Richtung Patahuasi erstreckt sich das Gebiet Patapampa. In dem Hintergrund der flachen Landschaft erheben sich große Berge. Am schönsten und besten sieht man den Vulkan Misti. Diese immer noch aktive Vulkan kannst du auch von Arequipa sehen.

Patapampa liegt ca. auf 3.800 Metern. Wenn du dich noch nicht akklimatisiert hast, und dich nicht an die Höhe gewöhnt hast, ist es ratsam, alle Bewegungen langsam zu machen. Wenn du in die Hocke gehst und aufstehst, mache es allmählich. Sonst kann es dir schwindelig sein.

Auf dem Patapampa haben wir öfters angehalten, um die Vikunjas und Lamas beobachten zu können. Die Landschaft ist unglaublich schön! Die Erde ist steinig und trocken, es sind überall Grasbüschel zu sehen. Auf der Pampa gibt es keine Bäume, die die Aussicht stören würden.

Tipp: Wenn du Möglichkeit hast, besuche die Sumbay Caves. Die Sumbay-Höhle ist von den Felskünsten bekannt. Du siehst an den Wänden mit Bildern dargestellt, wie die ersten Menschen in diesem Teil des Hochlands Tiere wie Vicuñas, Füchse, Pumas, Hirsche und andere ausgestorbene Tiere jagen. Die Höhlenmalerei ist ein gutes Hilfsmittel, um mehr über die Geschichte von Arequipa zu erfahren. In der Höhle von Sumbay kannst du einige Werkzeuge wie Schaber, scheibenförmige Messer und Nadel sehen. Der Eintritt kostet 5 Soles pro Person (1,2 Euro).

Patahuasi

Patahuasi ist von einer Naturspektakel bekannt. An einer Felswand kannst du die Fairy Chimneys, die „Märchenschornsteine“ sehen. Diese sind Tuffsteinformationen, die wie kleine Schornsteine oder Dächer von Elfenhäuser ausschauen.

Bei Patahuasi befindet sich auch eine kleine Raststätte. Im Chinitos Restaurant kannst du Sandwiches für 4-8 Soles, Snacks oder Getränke, z. B. Kaffee für 5 Soles oder Coca-Tee für 4 Soles kaufen. Hier haben wir erstes Mal den Coca-Tee und den Inka Tee probiert. Der Coca-Tee ist ein sehr beliebtes Heißgetränk und soll angeblich bei der Akklimatisierung oder bei der Höhenkrankheit helfen. Der Tee funktioniert eher wie Kaffee oder schwarzer Tee, er gibt mehr Energie. Sein Geschmack ist grasig herb, ähnlich dem grünen Tee.

Achtung! Mate de Coca und andere Produkte aus dem Cocastrauch unterliegen in den meisten Ländern dem Betäubungsmittelgesetz. Der Besitz oder die Einfuhr solcher Produkte nach Deutschland ist somit strafbar.

Der Inka Tee besteht aus drei Kräutern: Muña, Coca und Chachacoma. Dieser Aufguss war auch sehr lecker. Weil Muña ähnlich wie Minze schmeckt, hatte der Tee auch nicht so grasigen Geschmack.

Es lohnt sich wegen der Aussicht hier auch eine Pause machen. Der Blick auf den Vulkan Misti, die Beobachtung der süßen Vicuñas, die ganz nah kommen ist ein einzigartiges Erlebnis. Manchmal treiben auch fluffige Alpakas um den Shop herum.

Tipp: Geh nicht zu nah zu den Alpakas oder Lamas hier! Sie sind nicht an viele Menschen gewöhnt, wie anderswo. Wenn sie sich gestört fühlen, spucken sie voll ins Gesicht.

Mirador de los Andes

Eine kurvige Straße führt von Patahuasi zu Mirador de los Andes. Wir sind immer und immer höher gefahren und wir haben den veränderten Luftdruck in den Ohren gespürt. Es war ähnlich, wie im Flugzeug. Zwischen den Steinen der Straße entlang kann man die kleinen Nagetiere, die Viscachas beobachten. Sie schauen aus, wie eine Mischung von den Eichhörnchen und Hasen. Viscachas gehören in die Familie der Chinchillas.

Mirador de los Andes ist eine Aussichtsplattform auf 4.910 Metern, die auf dem höchstliegenden Pass (wird auch als Patapampa Pass genannt) auf dem Weg nach Colca-Canyon liegt. Von hier siehst du die ewig lange steinerne Landschaft. In der Ferne spucken die Vulkane Dampf und Rauch in den Himmel.

Rund um die Plattform sind Hunderte von kleinen Steintürmen. Diese sind Opfergaben für die Berge von den Einheimischen.

Diese Höhe zu erleben war ein unbeschreibliches Erlebnis, das ein Leben lang in Erinnerung bleibt. Unser Herz pochte, um den gewöhnten Sauerstoff in die Körperteile zu pumpen. Wir wurden schnell müde und waren plötzlich aus dem Atem. Manche spüren auch Schwindel. Wir hatten eher das Gefühl, als ob unser Gehirn in unserem Kopf in einer Wasserschale schwimmen würde. Als wir Mirador de los Andes verlassen haben, sind wir in tiefer liegende Gebiete gefahren. Es war erstaunlich, wie unser Kopf klarer wurde und die „Wasserschale“-Gefühl verschwand.

Tipp: Auf dem Weg zwischen Patahuasi und dem Patapampa Pass haben wir bei einer Sammlung von Alpakas und Lamas angehalten. Diese Tiere waren besser an Besucher gewöhnt als die Alpakas in Patahuasi. Es war kein Problem, wenn wir ihnen nähergekommen sind.

Chivay

Zu Mittagszeit haben wir Chivay erreicht. Die Kleinstadt liegt „nur noch“ auf 3.635 Metern. Es gibt einen kleinen Aussichtpunkt neben der Straße, bevor man in Chivay ankommt. Von hier kannst du den Blick auf das Tal, in dem die Gemeinde liegt, genießen.

Während der kurzen Pause beim Aussichtspunkt haben wir die Coca-Blätter ausprobiert. Es ist in Peru und in Bolivien ganz üblich, die Blätter zu kauen. Die Peruaner haben ihre Backe voll mit der getrockneten Pflanze. Das Kauen der Coca-Blätter hat den gleichen Effekt, wie der Tee. Es hat nur Energie gebende und keine aufputschende Wirkung. Die Blätter sollen auf einer Seite im Mund sehr langsam und lange zerkaut werden. Sie schmecken bitter und ziemlich so wie Gras. Uns hat die Probe einmal gereicht. Im Weiteren sind wir nur beim Tee geblieben.

In Chivay haben wir nicht lange verweilt. Wir haben nur in dem Buffettrestaurant El Balcon De Don Zacarias zu Mittag gegessen. Danach ging es weiter Richtung Maca.

Maca

Es ist ein kleines Dorf 23 km westlich von Chivay. Im Dorf steht eine wunderschöne Kirche. Von außen schaut sie nicht bemerkenswert aus, innen ist das Gotteshaus allerdings sehr schön. Die Kirche wurde in dem 16. Jahrhundert im Anden-Barock Stil gebaut. Hier sind die Elemente des Barocks mit den peruanischen Traditionen und Darstellungen verschmolzen. Die Figuren von den Heiligen sind viel blutiger und mitleiderregender entworfen. Sie haben farbenfrohe peruanische Tracht oder reichlich mit Spitzen und Stickerei dekorierte Kleider an.  Die Ornamente rund um den Heiligendarstellungen sind vergoldet.

Colca-Tal

Bevor wir den Colca-Canyon erreicht haben, haben wir beim Mirador de Antawilqui eine kurze Pause gemacht. Der Blick auf den Rió Colca und auf die vielen, grünen Terrassen ist einzigartig. Der Name „Colca“ ist ein Quechua Wort und bedeutet „Lager, Speisekammer“. Es ist kein Wunder, dass dieser Ort diesen Namen bekommen hat. Die Tausende von Terrassen an den Bergen sind Schätzungen zufolge mehr als 2000 Jahre alt. Sie stammen noch von den Prä-Inka Zeiten. Die meisten dienen immer noch die Landwirtschaft, viele werden aber nicht mehr für diese Zwecke benutzt. Es gab vor Jahren eine Dürre in Peru und viele Terrassen wurden verlassen. Die Besitzer haben Arbeit in den Städten gesucht. Von vielen alten Terrassen siehst du nur noch eine Linie ganz hoch am Bergrücken.

Aussichtspunkte im Colca-Tal

Auf dem Weg zum Mirador Cruz del Condór sind mehrere Aussichtspunkte mit traumhaften Blick auf die Berge und ins Tal. Der Blick auf die Prä-Inka Terrassen und auf den kurvigen Fluss in dem Colca-Tal von Mirador de Antawilqui oder von Mirador de Tunturpay ist einfach wunderschön. Die Landschaft ähnelt sich ein bisschen der in Sapa, Vietnam.

Tipp: Bei den Aussichtspunkten am Rand der Parkplatz kannst du die Opuntia Kakteen sehen. Auf ersten Blick sieht der Kaktus alt und verschimmelt aus. Weiße Flecken sind drauf. Wenn du von diesem weißen Pulver ein wenig nimmst und zerdrückst ihn auf deinem Handrücken, die weiße Farbe plötzlich verschwindet und der Pulver verwandelt sich in eine bordeauxrote Flüssigkeit, in Karmin.

Die weißen Pulver sind Insekten, sogenannte Cochineals, die die Flüssigkeit der Pflanze aufnehmen. Um die rote Farbe zu erhalten, müssen die Insekten vorsichtig von den Kissen der Kakteen abgeschnitten und gesammelt werden, um sie als Karminfarbe zu verwenden. Diese Methode wird in Mittel- und Südamerika seit dem 15. Jahrhundert angewendet. Heute ist Peru der größte Exporteur von Karmin. Der Farbstoff wird zum Färben von Textilien und bei kosmetischen Artikeln, beispielsweise Lippenstiften eingesetzt. Die Früchte des Kaktus sind auch essbar. Wir kennen es als Kaktusfeige, die auch in Süd- und Mittelamerika, Mittelmeerraum und in Südafrika auch verbreitet ist.

Mirador Cruz del Condor

Der berühmte Cruz del Condor ist zweifellos einer der schönsten Aussichtspunkte der Region. Von dort aus siehst du, wenn du Glück hast, mehrere riesige Kondore, die über dir schweben. Von Mai bis Dezember ist die beste Zeit, um diese großartigen Vögel zu beobachten. Die 3,2-Meter-Spannweite des Kondors macht ihn nach dem Wanderalbatros zum zweitgrößten Vogel der Welt.

Schon an dem ersten Tag hatten wir die Gelegenheit, die Andenkondore zu bewundern. Leider nur einige Vögel segelten durch die Luft und sie waren ziemlich weit weg. Wir haben es noch nicht geahnt, wie viele Andenkondore wir am nächsten Tag sehen werden.

Kondore im Colca-Canyon

Am zweiten Tag, nach dem Frühstück, haben wir wieder beim Mirador Cruz del Condor angehalten. Die Kondore saßen schon auf Felsbrocken bereit. Wir konnten sie durch die Kamerazoom und durch Fernglas beobachten. Die jungen Tiere haben noch braunes Gefieder. Erst später wechseln sie auf schwarz-weiße Farbe. Weibchen sind kleiner als Männchen. Die männlichen Vögel sind von ihrem roten Kamm noch zu erkennen.

Die Kondore haben lange gewartet. Sie haben immer wieder ihre Flügel gespannt, sind aber nicht losgeflogen. Auf einmal ging es aber los… Erstmal ein, dann zwei, am Ende 5-6 junge und ausgewachsene Kondore segelten durch die Schlucht. Es war ein unvergessliches Erlebnis, die majestätischen Vögel fliegen zu sehen. Sie flatterten kaum sondern glitten mit ihren ausgespannten Flügeln in der Luft. Wir standen ziemlich lange am Aussichtspunkt, um dieses Naturschauspiel zu beobachten.

Beim Mirador Cruz del Condór sind nicht nur die Flüge der Andenvögel bemerkenswert. Die Aussicht auf die Berge und in der Tiefe auf den Colca-Fluss ist einfach atemberaubend.

Nach der Beobachtung der Kondore sind wir am zweiten Tag wieder Richtung Chivay weitergereist. Nach wenigen Minuten haben wir den alten Mirador Cruz del Condor erreicht. Dieser Viewpoint wird nicht mehr oft genutzt, parken kann man aber weiterhin dort. Bei diesem ehemaligen Aussichtpunkt hatten wir das größte Glück. Über unseren Köpfen kreisten insgesamt 16 Kondore! Sie sammelten sich auf der anderen Seite der Straße auf einem Felsenvorsprung. Die riesigen Vögel waren in unmittelbarer Nähe von uns. Von dort flatterten die Kondore wieder auf und segelten im Kreis über uns. Unser Guide und der Fahrer waren auch überrascht, dass so viele Greifvögel zu sehen sind. Es war ein richtiges Wow-Erlebnis!

Tipps für die Beobachtung der Kondore

  • Beim Mirador Cruz del Condor musst du mit vielen Touristen rechnen. Wenn du einen guten Platz für Fotos und Videos haben möchtest, sei frühzeitig dort.
  • Hab Geduld! Die Kondore lassen lange auf sich warten. Sie brauchen die richtigen Winde, um Segeln zu können. Sie können bis zu 55 Kilometer pro Stunde schnell gleiten und lassen sich vom Wind in Höhen bis zu 7.000 Metern hinauftragen.
  • Nimm ein Fernglas mit! Wenn die Vögel sich auf die Felsen setzen, kannst du sie in der Ruhe beobachten.
  • Habe Kamera immer startklar.
  • Sei aufmerksam! Nicht nur die Andenkondore sind im Colca-Canyon ein Highlight. Wenn du Glück hast, kannst du auch Kolibris beim Vorbeihuschen sehen!

Übernachtung in Cabanaconde

Die Ortschaft Cabanaconde liegt 13 Km westlich vom Mirador Cruz del Condor auf 3.200 Meter Höhe. Das Dorf ist weniger touristisch, die meisten Reisende übernachten lieber in Chivay. In Cabanaconde ist nicht allzu Vieles zu entdecken, aber die Landschaft ist bemerkenswert. Der Blick auf die Berge und auf die Prä-Inka Terrassen ist malerisch. Die Luft ist frisch und kühl. In der Stille kannst du die Schafe blöken und Schweine grunzen hören.

Wir haben unser Hotel in den Abendstunden erreicht. Wir haben im Kuntur Wassi Hotel ein schönes, großzügiges Zimmer bekommen. Das Personal spricht überraschenderweise Englisch. Das Hotel hat auch ein Restaurant, wo du nach einem langen Tag gemütlich essen kannst. Wenn du hier übernachtest, probiere den Alpaka-Burger mit peruanischen Kartoffeln. Es ist megalecker!

Oder genieße einfach die Ruhe und die Aussicht in den Abendstunden von der Dachterrasse.

Die Kosten der Übernachtung waren in unserer Colca Canyon Tour inbegriffen. Eine Nacht mit Frühstück kostet ca. 80 Euro.

La Granja del Colca – Restaurant und Aussichtsplattform

Am zweiten Tag haben wir das Hotel gleich in der Früh verlassen und sind zum Restaurant La Granja del Colca gefahren. Das Gebäude steht auf einem Gipfel am Rande der Schlucht und bietet einen perfekten Blick auf die Berge und in die Tiefe, wo der Rió Colca schlängelt. Am besten kommt man zum Frühstück ins Restaurant, um in den Morgenstunden die Kondore durch die großen Panoramafenster oder vom Balkon beobachten zu können. (Es besteht die Möglichkeit, hier übernachten zu können. Die wenige Zimmer sind aber immer schnell ausgebucht.)

Die Aussicht ist atemberaubend und wenn man Glück hat, fliegen die Kondore ganz nah vor dem Restaurant vorbei. Schöne Fotos sind garantiert!

Nach dem Frühstück und nach der Kondoren-Beobachtung fuhren wir nach Pinchollo weiter.

Pinchollo

Pinchollo ist ein Dörfchen zwischen Cruz del Condor und Chivay. Es ist von spitzen Bergen umgegeben. In der Mitte der Ortschaft steht die kleine Kirche San Sebastian. Sie ist im inneren nicht so reichlich dekoriert, wie in Maca, aber wegen der Darstellung der Heiligen lohnt es sich einen Blick ins Innere zu werfen. Die Statuen sind sehr realistisch gemacht: sie sind blutig und das Leid kann man vom Gesichtsausdruck und Körperhaltung ablesen.

Auch in Pinchollo kannst du die typische Bauweise der Häuser und Zäune betrachten. Einfache Lehm- und Ziegelsteinhäuser mit flachem Blechdach reihen sich, das größte Gebäude ist die weiße Kirche. Die Häuschen sind mit Zäunen umgegeben, auf denen Kakteen sitzen. Die Pflanzen mit den langen Dornen könnten die Sicherheit dienen, aber sie haben eine andere Funktion. Nach dem Bau des Zauns aus Lehm und Steinen, werden Kakteen drauf gepflanzt. Die Pflanzen lassen lange und starke Wurzeln in den Zaun wachsen, dadurch werden der Aufbau und die Struktur gestärkt. Der Zaun hält mehrere Jahre, sonst müssten die Bewohner ihn jedes Jahr neu bauen.

Yanque

Yanque ist ein Dorf in der Nähe von Chivay. Es lohnt sich hier auf jeden Fall einen Zwischenstopp zu machen. Nicht nur die Kirche mit ihren schönen Anden-Barock Darstellung von Heiligen ist bedeutsam. Vielmehr der Plaza de Armas und die Bewohner des Dorfes sind spektakulär. Es war in Yanque in der Osterzeit nicht viel los, aber wir hatten die Möglichkeit das Leben der Peruaner zu beobachten. Frauen in farbenfrohen, reich mit Blumenmuster verzierten Tracht saßen am Straßenrand. Sie bearbeiteten Alpakafell an der Spindel oder verkauften den lokalen Maisbier, den Chicha.

Tipp: Das Getränk mit wenigen Alkoholgehalt wird aus großen Bottichen angeboten. Ein Glas kostet 1 Sol (25 Cent). Chicha ist erfrischend und hat einen leichten Maisgeschmack.

Heiße Quellen im Colca-Canyon

Die Umgebung ist von den mehreren Hot Springs auch bekannt. Du kannst die heißen Thermalbäder entweder in großen Lodges genießen oder in den öffentlichen heißen Quellen. Letztere bieten Einblicke in das lokale Leben in der Region, da peruanische Familien und Einzelpersonen die Bäder häufig nutzen. Die natürlichen heißen Quellen von Colca sind La Calera (in der Nähe von Chivay), Tambo (in der Nähe von Yanque) und Chacapi (ebenfalls in der Nähe von Yanque).

Wir mussten leider die heißen Quellen wegen zeitlichen Gründen auslassen.

Mirador Lagunillas

Unsere letzten Stationen waren auf der Straße 34A entlang Richtung Puno. Es gibt Aussichtspunkte neben kleineren und größeren Lagunen, wo es sich lohnt anzuhalten. Nicht nur wegen dem Blick auf die steinige Graslandschaft, sondern wegen den Andenflamingos. Diese seltene Vogelart lebt in den Lagunen. Es ist reine Glückssache, ob du die Flamingos erblicken kannst.

Tipp: Bei den Laguna Lagunillas sind Frauen, die selber Alpakaprodukte herstellen und verkaufen. Wenn du dir Pullover, Ponchos, Schals oder Mützen aus Alpaka (nicht Baby-Alpaka) in guter Qualität besorgen möchtest, kaufe sie hier. Du kannst den Preis verhandeln und sicher sein, dass die Produkte nicht gemischt aus Schaf- und Alpakawolle hergestellt werden. Reine Alpakaware ist sehr leicht und weich. Du kannst gemischte Produkte sofort an Gewicht und der Weichlichkeit erkennen.

Nach dem Colca-Canyon Trip sind wir am Abend in Puno angekommen. Wir wurden zu unserem Hotel (Qelqatani Hotel) im Herzen von Puno gebracht und wir haben uns von Wilmar und von dem netten Fahrer verabschiedet. In den nächsten 2 Tagen haben wir uns die Inseln des Titicacasees entdeckt. Über unsere Erfahrungen und Tipps zu den Inseln von Titicacasee kannst du in dem Artikel „Titicacasee – Uros schwimmende Inseln, Amantani und Taquile“ lesen.

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Ildi, Balint & Jasmin
München

Wir sind Flashpacker, organisieren unsere Trips selbst und reisen gerne auf eigene Faust. Wir fingen an in 2008 zu reisen und bereisten schon knapp 30 Länder zusammen. Seit 2015 entdeckt unsere Tochter, Jasmin die Welt mit uns. Auf unserem Reiseblog berichten wir über unsere Fernreisen mit oder ohne Kind, aber auch über Ausflüge in die Nähe oder Wochenendtrips. Dabei erzählen wir Geschichten von unterwegs, zeigen Fotos, Videos und geben konkrete Tipps und Anregungen.