Amazonas Dschungeltour ab Iquitos: 3 Tage im Regenwald Perus
Amazonas Peru
Peru

Amazonas Dschungeltour ab Iquitos: 3 Tage im Regenwald Perus

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August 7, 2019

Wir waren schon immer ein Fun der Natur. Wir mögen wunderschöne Landschaften, egal ob es am Meer ist, in den Bergen oder am Flachland. Am besten finden wir allerdings Erlebnisse, die mit Tierbeobachtungen verbunden sind. Erforschung der Natur ist etwas Wundervolles.

Eine Tour im Amazonas Regenwald ist etwas ganz Besonderes. Du bist weit weg von der Zivilisation. Im Dschungel bist du wirklich mitten im Nichts. Du kannst die Tiere berühren, die Säfte der Pflanzen kosten und im Dickicht durch den Schlamm und tiefes Regenwasser waten. In der Nacht hörst du alle Klänge des Urwaldes und das Geraschel.

Wir haben den Dschungel im Peru über Iquitos erreicht und haben eine 3-tägige Tour gemacht.

Anreise in Iquitos

Iquitos liegt im Norden Perus am Amazonas. Die Dschungelmetropole und der Regenwald waren die letzten Stationen unserer Peru Rundreise.

Da Iquitos ist die größte Stadt der Welt ist, die über Straße nicht erreichbar ist, kann man entweder das Frachtschiff oder das Flugzeug wählen. Uns war die Anreise mit dem Flugzeug optimal. Wir sind von Cusco durch Lima nach Iquitos mit Latam Airlines geflogen.

Bevor wir unseren Dschungelabenteuer gestartet haben, haben wir noch eine kurze Sightseeing-Tour in Iquitos gemacht. Über Iquitos kannst du hier lesen.

Von Iqutios in den Dschungel

Bis wir aus Iquitos im Dschungel angekommen sind, vergingen ca. 5 Stunden. Erstmal wurden wir mit dem Auto nach Nauta in ca. 2 Stunden gebracht. Nach einem Zwischenstopp in Nauta sind wir in ein Motorboot umgestiegen und haben nach 2-2,5 Stunden unsere Lodge im Regenwald erreicht.

Nauta – Zwischenstopp in der kleinen Hafenstadt

Die winzige Hafenstadt liegt am Nordufer des Flusses Marañón, der später mit dem Ucayali den Amazonas bildet. Das Leben spielt am Wasser oder an den Straßen ab, die ganz nah zum Flussufer liegen.

Wir haben in Nauta auf den Straßen und auf dem Markt einen Spaziergang gemacht. In der Stadt gibt es ein buntes, schrilles Treiben, das man nicht überall in der Welt sehen kann. Boote werden angedockt oder losgefahren. Frachtschiffe sind mit Bananen und lauten Passagieren vollgeladen. Kinder laufen mit ihren ungewöhnlichen Haustieren rum. An ihnen klammern sich kleine, kuschelige Babyäffchen. Zum Amazonas-Indianer gehörende Frauen sind auf den Straßen zu sehen. Verkäufer preisen laut ihre Waren an, Garküchen warten auf Kunden.

Tipp 1: Auf dem Markt kannst du dir verschiedene Bananensorten und ein peruanisches Obst namens Aguaje kaufen. Aguaje ist eine gelbe, milde Frucht, schmeckt eher wie Gemüse. Die Peruaner essen es mit Salz. Von den Bananen probiere die verschiedenen Farben (grün, gelb, rot) aus.

Tipp 2: Für kleines Essen kannst du dir Hühnchen mit einer Beilage aus Reis und Ei besorgen. Diese Mischung mit dem Fleisch wird in große, grüne Blätter eingepackt.

Nach dem kurzen Aufenthalt in Nauta sind wir zu unserer Lodge mit einem Boot weitergefahren.

Unsere Unterkunft im Regenwald

Die Yacumama Lodge liegt am Rand der Nationalreservat Pacaya-Samiria und besteht aus mehreren auf Pfählen stehenden Holzgebäuden, die mit einem ebenfalls auf Pfählen stehendem Fußweg verbunden sind. Uns hat eine peruanische Familie willkommen geheißen.  Die Familie versorgt die Gäste, die in dem Fall wir und noch ein Paar waren. Die Frau kochte und ihr Mann, Alipio führte uns durch den Regenwald.

Die Lodge wurde einfach gebaut. Statt Fenster sind überall Moskitonetze, so dass die Häuser komplett offen sind. Du kannst jedes Geräusch in der Nacht hören: den Regen, Brüllaffen von der Ferne, Rascheln der Pflanzen, wenn sich ein Tier bewegt. In der Früh weckt dich ein lautes Vogelkonzert.

So eine alte Lodge ist wirklich Natur pur. Etwas Besseres könntest du dir nicht vorstellen können.

Das große Esszimmer ist das einzige Raum in der Lodge, wo es Strom gibt, und zwar nur am Abend für 3 Stunden. Die Zimmer sind groß und einfach gehalten. Die Betten sind von gespannten Moskitonetzen umgegeben. Du kannst mit kühlem Flusswasser duschen und es gibt eine Toilette. Kein Luxus, nur was man wirklich braucht. Im Zimmer gibt es überhaupt kein Storm.  Am Abend kannst du höchstens mit Handy oder mit Lampe leuchten. Du kannst die Smartphones im Dschungel sowieso nur als Taschenlampe oder als Kamera nutzen. Es gibt kein Netzempfang und kein Internet.

Aktivitäten im Amazonas Dschungel

Wenn du im Regenwald eine Tour machst, rechne damit, dass du von früh bis spät unterwegs bist. Nur für die Mahlzeiten und für eine kurze Pause kehrst du in die Lodge zurück. Mal fährst du mit dem Peke Peke Boot auf den kleineren und großen Flüssen und suchst du nach Tieren, die gerne nah am Wasser verweilen. Mal watest du durch das Dickicht des Dschungels.

Es gibt verschiedene Aktivitäten, die du im Urwald unternehmen kannst. Die spannendsten sind die Tierbeobachtungen tagsüber oder in der Nacht. Ein Besuch eines Dschungeldorfes oder Piranha fischen lohnt es sich auch. Es ist ein wunderschönes Erlebnis, den pinken Flussdelfinen beim Sonnenuntergang auf der Spur sein oder das Wahrzeichen des Amazonas, die riesengroßen Wasserlilien zu sehen.

Tierbeobachtungen vom Boot

Meistens die Nachmittage werden für eine Bootsfahrt benutzt. Du sitzt in einem winzigen Motorboot und wirst durch das Labyrinth der schmalen, kleinen Flüsse geführt. Viele Tiere sind in der Nähe des Gewässers, um Nahrung zu suchen oder einfach, weil sie sich mehr in Sicherheit fühlen. Faultiere sitzen gerne auf Bäumen, die über die Wasseroberfläche hängen, weil sie bei Gefahr schnell ins Wasser springen und wegschwimmen können.

Verschiedene Affenarte, wie die Wollaffen oder Totenkopfaffen rascheln oft zwischen den Ästen. Wir hatten das Glück, Wollaffen füttern zu können. Ein großes Exemplar kam sogar ins Boot rein und hat das Obst aus unseren Händen genommen. Ein schwarzer Nasenbär (Coati) versuchte auch etwas Futter abbekommen. Die kleinen Totenkopfaffen bewegen sich rasch in 40-er oder 50-er Gruppen in der Baumkrone. Die winzig kleinen Nachtaffen hocken in ihrem Baumhöhle und warten, dass es wieder dunkel wird.

Wunderschöne Vogelarten huschen vorbei oder sitzen auf Ästen. Du kannst schnell fliegenden Eisvögel, Tukane oben auf den Bäumen, weißen Kappenreiher (Capped Heron) und rabenähnliche Vögel namens Riesenani entdecken. Die Silberreiher kannst du von ihrem strahlend weißen Gefieder leicht erkennen. Der Watvogel Tuqui tuqui (Wattled jacana) mag Bereiche, wo das Wasser untief ist. Grüne Papageien fliegen über deinem Kopf.

Dschungeltrips in der Nacht

Die nächtliche Dschungeltrips sind am spannendsten. In der Dunkelheit kannst du Tierarten sehen, die in der Nacht aktiv sind. Tagsüber verstecken sie sich. Du bist tief in der Wildnis und folgst deinen Guide in Gänsemarsch, der den Weg mit einem Schwert durch das Gestrüpp bahnt.

In der Nacht ist der Regenwald voller Leben. Es raschelt, knackt und brüllt in der Ferne. Trotzdem ist es irgendwie todesstille. Du kannst während der Dschungeltour in der Nacht verschiedene Insekten wie z. B. Tausendfüßler, Blattschneiderameisen, Skorpionspinnen und Tarantel beobachten. Du kannst sogar die haarige Tarantel an deinem Körper spazieren gehen lassen.

Öfters kannst du Opossums sehen. Das kleine Beuteltier klammert sich an dünnen Ästen fest. Highlights sind einen Ochsenfrosch und einen Kaiman in der Hand halten zu können. Unzählige Ratten, Dschungelmäuse oder Ozelots verstecken sich im Gebüsch. Klitzekleine Giftschlangen warten auf einem Blatt sitzend auf ihre Beute.

Dschungeltrip am Tag

Am helllichten Tag kannst du nicht nur die Tiere im Dschungel beobachten, sondern die verschiedenen Pflanzen kennenlernen. Viele davon haben heilende Wirkung wie z. B. die kleine unscheinbare Blume, deren Blüten aussehen, wie die geflochtenen Haare eines Brasilianers. Der Aufguss der Blüten und der Wurzel nutzen die Einheimischen bei den Schlangenbissen.

Du kannst den Strauch Chacruna (Psychotria viridis) sehen, wessen Blätter einen halluzinogenen Wirkstoff haben. Die Blätter werden mit der Liane von der Ayahuasca Pflanze zu einer Brühe zusammengebraut. Dieses Getränk ist stark halluzinogen und wird von den indigenen Völker und Schamanen benutzen.

Den Baum namens Uña de Gato ist sehr interessant. An seinen Ästen sind winzige, verdrehte Dornen unter den Blättern – so entstand der Name der Pflanze, „Cat’s Claw“ („Katzenkralle“) in englischer Sprache. Du kannst die Flüssigkeit der saftigen Pflanze probieren, der neutral schmeckt. Die Völker des Amazonasgebiets verwenden die Wurzeln von Uña de Gato als Allheilmittel für alles.

Wasai wird auch als Chonta genannt. Es ist ein Baum mit roten Wurzeln, die gut für die Nierengesundheit sind. Die Peruaner nutzen auch die Teile der Baumkrone. Der weiche Innenschicht der Äste wird als Salat zubereitet. Die Rinde wird von Kindern als Papier für Schreiben und Malen genutzt.

Die abgeriebene, rotfarbige Rinde des Ubos Baums enthält ein heilendes Getränk. Die Baumrinde enthält viel Flüssigkeit, die du leicht mit der Hand auspressen kannst. Der Saft schmeckt sehr bitter, aber perfekt gegen Durchfall und Verdauungsbeschwerden.

Nicht nur die Pflanzen sind gut für die Gesundheit. Termiten werden gegen Moskitos eingesetzt. Wenn du mit deiner Hand das Nest berührst, lassen die kleinen Insekten ein Geruch auf der Haut hinter, die wie Tannenharz riecht.

Die Blattschneiderameisen leben in großen Hügeln. Zu dem Ameisenhaufen führen gut sichtbare Spuren, die als Ameisenstraße dienen. Du kannst Tausende von fleißigen Tierchen auf dem Waldboden und Baumstämmen finden, die einen Blattstück auf ihren Rücken tragen. Die großen Blattschneiderameisen werden bei großen Wunden benutzt. Die Insekten werden dazu animiert, ihre Mandibel über den Wundrand zu schließen. Die starke Mandibel zieht die Wunde zusammen und so wird die Wunde ohne Nadel zugenäht.

Dschungeldorf: Faultier- und Anakondahaus

Ein Besuch eines Dschungeldorfes lohnt es sich auf jeden Fall. Du gewinnst einen kurzen Einblick ins Leben der Einheimischen oder kannst solche Tiere sehen, die du im Dschungel evtl. noch nicht gesehen hast. Diese sind z. B. rote und gelbe Aras bzw. grüne Soldatenaras.

Wir besuchten das Dorf Puerto Miguel. Die Ortschaft liegt nah zu Rió Ucayali zwischen mehreren kleinen Flüssen. Die Pfahlhäuser stehen entweder im Wasser oder auf trockenen Boden.

Unser erstes Ziel war das Faultierhaus. Wir haben eine Familie besucht, die mehrere Faultiere als Haustier haben. Die süßen Säugetiere leben frei im Haus. Sie futtern nur den ganzen Tag und schlafen vom Dach hängend. Es ist ein einzigartiges Erlebnis, den Faultieren zuzuschauen. Sie sind so lahm und witzig. Du kannst sie füttern und in dem Arm halten. Es macht Spaß zu beobachten, wie langsam sie Richtung Dach klettern und ihren Schlafposition einnehmen.

Unser zweites Ziel war das Anakondahaus, das mitten im Dorf steht. Auf dem Weg dahin hatten wir die Möglichkeit in der Siedlung rumzuschauen. Kinder spielen im Matsch oder laufen herum. Erwachsene schauen ihnen in Hängematten oder Plastikstühlen sitzend zu. Zwei Schlangen warteten auf uns hinter dem Haus. Ein kleineres, graues Männchen und ein größeres, braunes Weibchen. Du kannst hier diese Reptilien nicht nur beim Schlängeln beobachten, sondern auch halten und berühren. Die weibliche Schlange wiegt ca. 90 Kg.

Piranha fischen

Piranhas mögen ruhiges Gewässer, deswegen wird ein geschützter Ort unter den Bäumen, abseits von dem offenen Fluss mit dem Boot gesucht. Zum Fischen werden einfache Angeln aus Stock und Nylonfaden benutzt. Auf dem Haken wird ein Stück Fisch gehängt. Erstmal musst du mit der Angel stark das Wasser plätschern und dann warten. Nach einer Zeit spürst du einen winzigen Ruck. Du musst blitzschnell den Stock aus dem Wasser reißen. Habe Geduld! Piranhas sind fressen im Nu den Köder weg. Die räuberischen Fische schmecken frittiert sehr gut.

Amazonas Pink Delfin-Watching

Einer der schönsten Erlebnisse im Dschungel ist die Beobachtung der pinken Flussdelfine. Die Delfine sind am Bauch pink. Ihr Rücken ist eher grau mit einem Hauch pinker Tönung.

Es gibt keinen besonderen Spot, wo besonders viele Delfine zusammenkommen. Sie kommen immer unerwartet auf die Wasseroberfläche. Wir entdeckten sie meistens zufällig, wenn wir mit dem Boot unterwegs waren. Die meisten Exemplare haben wir bei dem Zusammenfluss der Gewässer Yarapa und Ucayali bzw. in der Nähe des Dschungeldorfes Puerto Miguel gesehen.

Amazonas Wasserlilie – ein Wahrzeichen des Amazonas

Die berühmte Amazonas Wasserlilie wächst nicht überall. Sie bevorzugen ruhige Flussläufe, die du mit einer langen Bootsfahrt erreichen kannst. Der kleine Ausflug zu den Wasserlilien lohnt es sich trotzdem. Die Pflanze ist von ihrer riesengroßen, runden und tellerförmigen Blätter bekannt, die dem Mythos entgegen keinen Menschen tragen können. Sie halten höchstens 3-5 Kg aus.

Was brauchst du für eine Dschungel-Tour?

  • Lange Hose (Jeans) und langärmlige Oberteile schützen gegen Moskitos. Möglicherweise solche Langarmshirts mitnehmen, die nicht stretch sind und von der Haut wegstehen. Die Mücken sind aggressiv und stechen durch dünne Stretchstoffe sogar durch Leggings.
  • Mückenspray und Salbe für Insektenstiche sind ein Muss!
  • Denke an Sonnenschutz: Sonnenhut oder Käppi, Sonnenmilch und Sonnenbrille.
  • Ein Regenponcho ist unentbehrlich. Es kann jederzeit heftig regnen.
  • Nimm eine Powerbank für deine Elektronik mit!
  • Eine Stirn- oder Taschenlampe ist sehr nützlich in der Dunkelheit. Vergiss die Ersatzbatterie nicht!
  • Gummistiefel (oder besondere Schutzklamotten, wenn Bedarf ist) werden in der Regel zur Verfügung gestellt. Wenn jemand eine besondere Schuhgröße hat, wie Kinder, ist es besser von zu Hause mitzunehmen.
  • Du brauchst eine gute Kamera, womit du möglicherweise ein besseres Zoom einstellen kannst.
  • Ein Fernglas kann auch sehr nützlich werden, wenn du die Tiere in der Ferne beobachten möchtest.

Mit Kind im Dschungel

Es gibt nicht besseres für ein Kind, als den Dschungel, den es schon aus Büchern und kindgerechten Dokumentarfilmen kennt, hautnah zu erleben. Natürlich ist eine entsprechende Vorbereitung des Kindes auf die Dschungeltour notwendig. Was darf das Kind tun, was kann es erwarten. Welche Aktivitäten werden unternommen, wie verhalten wir uns.

Unsere Tochter hat sich sofort in der Lodge wie zu Hause gefühlt. Während der Trips am Tag oder in der Nacht war sie sehr aufmerksam, motiviert und interessiert. Sie hat die Tiere in den Arm genommen oder berührt. Auch dann, wenn sie dazu ihre Angst überwinden musste. Sie hat die Regeln des Dschungels befolgt: wir fassen nichts an und wir sind leise. Nach den erlebnisreichen Tagen nahm unsere Tochter nur schwer Abschied von dem Regenwald.

 

Amazonas Tour Peru

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Ildi, Balint & Jasmin
München

Wir sind Flashpacker, organisieren unsere Trips selbst und reisen gerne auf eigene Faust. Wir fingen an in 2008 zu reisen und bereisten schon knapp 30 Länder zusammen. Seit 2015 entdeckt unsere Tochter, Jasmin die Welt mit uns. Auf unserem Reiseblog berichten wir über unsere Fernreisen mit oder ohne Kind, aber auch über Ausflüge in die Nähe oder Wochenendtrips. Dabei erzählen wir Geschichten von unterwegs, zeigen Fotos, Videos und geben konkrete Tipps und Anregungen.