Mandalay und Umgebung – Sehenswürdigkeiten, Tipps und Ausflüge
Mandalay Sehenswürdigkeiten
Myanmar

Mandalay und Umgebung – Sehenswürdigkeiten, Tipps und Ausflüge

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November 3, 2018

Die Tage, die wir in Mandalay und in der Umgebung verbracht haben, bleiben uns tief in der Erinnerung. Hier gibt es einfach so viel zu sehen und zu entdecken. Jede Myanmar-Reisende soll ein paar Tage in Mandalay verbringen um die pulsierende Stadt und das ruhige, burmesische Landleben zu erleben. Die Sehenswürdigkeiten sind hier einzigartig und verschieden. Sie unterscheiden sich stark von den Attraktionen in Yangon. Man kann selbst die zwei Städte nicht miteinander vergleichen. Yangon ist eine moderne, große Metropole, die ehemalige Hauptstadt Myanmars. Mandalay ist zwar die zweitgrößte Stadt, hat trotzdem ländliche Charakterzüge.

Mandalay entdecken – die Top Sehenswertes

Die Stadt bietet selbst sehr viele Sehenswürdigkeiten an. Neben außergewöhnlichen Pagoden und hölzernen Klöster findest du in Mandalay den größten Königspalast und ein Workshop, wo Blattgold mit der Hand hergestellt wird.

Shwe-Inn-Bin-Kloster (Wooden Monastery)

Der buddhistische Shwe-Inn-Bin-Kloster hat eine interessante Architektur. Es wurde im größten Teil aus Teakholz gebaut. Steinterne Treppe führt auf eine Holzveranda, die die ganze Pagode umläuft. Das Kloster steht auf vielen Teakholzsäulen und das ganze Gebäude ist mit wunderschönen geschnitzten Figuren verziert.  Die vielen spitzen, mit Schnitzereien geschmückten Dächer machen den Tempel imposant.

Mahamuni Pagode mit dem golden Buddha

Die Mahamuni Pagode ist einer der schönsten Sehenswürdigkeiten in Mandalay und bildet das religiöse Zentrum der Stadt. Gläubige kommen, um bei der Buddha-Statue Blattgold zu opfern. Im Tempel steht ein Buddha Image, das am Anfang der 20. Jahrhundert, nur ein ganz normale Buddha-Figur war. Es wurde aus Bronze gemacht, und wiegt 6,5 Tonnen. Der Körper wurde langsam überall mit Blattgold bedeckt. Die Statue ist heute wegen den vielen Goldschichten ganz verformt. Laut Schätzungen ist das Goldschicht bereits 25-35 cm dick.  Zu dem Alter dürfen nur Männer gehen, die Gold spenden möchten. Für Frauen ist der Eintritt verboten.

King Galon Gold Leaf Workshop (Herstellung der Goldplättchen)

Nach dem Besuch in der Mahamuni Pagode ist eine Besichtigung des Gold Leaf Workshops eine Pflicht. In dieser kleinen Werkstatt wird ohne jegliche maschinelle Hilfe Blattgold hergestellt. Schmächtige junge Männer schlagen mit einem schweren Hammer auf ein Päckchen, das wie ein Buch aussieht. Zwischen den Blättern sind winzig kleine Goldteile, die stundenlang gehämmert werden, bis sie ganz platt und hauchdünn sind. Während der Arbeit wird das Päckchen ziemlich heiß. In einem Nebenraum verpacken Frauen die Goldplättchen, damit sie verkauft werden können.

Mandalay Palace (Königspalast)

Der Königspalast in Mandalay ist mit einem 52 Meter breiten Graben und mit einer großen Mauer umgegeben. Als wir am Osttor angekommen sind (Eingang für Touristen), haben wir ganz viele Soldaten gesehen. Hier gibt es heute auch ein Militärstützpunkt, man darf nicht nur einfach zu Fuß reingehen. Wir wurden auch bis zum Eingang des Palastes mit dem Kleinbus hingefahren. Dort durften wir aussteigen. Die Palastanlage erstreckt sich auf 4 Quadratkilometer und hat damals König Mindon jedes Gebäude aus Holz bauen lassen. Die einzelnen Häuser hatten unterschiedliche Größen und verschiedene Funktionen. Die Wände waren innen und außen reichlich mit Schnitzerei verziert und geschmückt. Im 1880 wurde ein Gebäude zerlegt, und außerhalb des Palastes wiederaufgebaut. Dieses war der einzige Pavillon, der das Feuer während dem zweiten Weltkrieg überlebt hat. Die ganze Anlage ist abgebrannt und musste in der 20. Jahrhundert restaurieret werden.

Shwenandaw-Kloster (Golden Palace Monastery)

Das Shwenandaw-Kloster war das Gebäude, das damals vom Königspalast entfernt, und außerhalb wiederaufgebaut wurde. Es zeigt, wie die Häuser der Mandalay Palace in Originalzustand in der 19. Jahrhundert ausgeschaut haben. Die Außen- und Innenwände des Klosters sind überall geschnitzt und verziert. Es gibt kaum eine Ecke, die frei von Motiven wäre. Die Räume sind mit Gold dekoriert.

Steinerne Treppen führen hier auch auf eine Veranda, die das ganze Kloster umläuft. Das Haus steht auf einem Säulenwald aus Teakholz.

Wenn man den ursprünglichen Zustand des Klosters mit den restaurierten Gebäuden des Palastes vergleicht, erkennt man, dass der neue Mandalay Palace von seinem Charme leider etwas verloren hat.

Kuthodaw Pagode – mit dem größten Buch der Welt

Die Kuthodaw Pagode ist einer unserer Lieblingsorten in Mandalay. Vor dem Tempel stehen Lotosblütenverkäufer, die Einheimischen kaufen hier ihre Opfergaben. Wir haben auch einen Strauß besorgt, den wir später vor dem Altar in eine große Vase gesteckt haben.

Es ist kein Wunder, dass die Pagode auf die Liste der UNESCO aufgenommen wurde. Die Anlage besteht aus 729 pavillonartigen, weißen Tempeln (Stupas), in denen jeweils eine Marmorplatte steht. Die Steine sind auf beiden Seiten mit kleinsten Buchstaben vollgeschrieben. Die Schriften erzählen über das Leben und Lehre Buddhas. Es wird auch als das größte Buch der Welt genannt.

Die vielen Stupas umranden in einem großen Viereckform die goldene Maha Lawka Marazein-Pagode, die in der Mitte steht.

Tipp: Die Kuthodaw Pagode ist bei Sonnenuntergang besonders schön. Die weißen, kleinen Stupas nehmen in dieser Zeit einen gelb-rosa Farbton an. Sie ähneln sich in ihrer Farbe an die Lotosblüten.

Sonnenuntergang in Mandalay: Mandalay Hill und die Su Taung Pyi Pagode

Wenn du einen schönen Sonnenuntergang in Mandalay erleben möchtest, dann du musst es von dem Mandalay Hill tun. Mandalay Hill liegt nördlich von dem Stadtzentrum. Auf der Spitze ist die Su Taung Pyi Pagode, die entweder zu Fuß auf mehreren Hundert Treppen oder mit Auto erreichbar ist. Von dem Parkplatz aus gehst du auf Rolltreppe oder mit Aufzug zur Pagode. Bei der Kasse musst du für den Eintritt 1.000 Kyat (50 Cent) bezahlen.

Die Pagode wird auch als Wunscherfüllende Pagode genannt. Die Gläubigen machen verschiedene Ritualen in dem Tempel durch, um ihren Geburtstag und Buddha zu ehren. Sie waschen die kleine Buddha-Figuren, die zu ihrem Geburtstag gehören (Wochentag, an dem sie geboren sind), trinken aus 24 Wasserfäßer und lassen die Glocken läuten. Das bringt ihnen Glück ins Leben und lässt ihre Wünsche Wahr werden. Wir haben unsere Buddha-Statue auch mit Wasser gegossen. Jasmin hätte am liebsten alle gewaschen. Sie hat auch die verschiedene Glocken- und Gongtöne interessant gefunden.

Die Pagode ist märchenhaft mit seinen Glasmosaikwänden und Goldaltäre. Die Aussicht auf Mandalay ist bei klarem Sonnenuntergang gigantisch!

Htin Tone Taik Market – der große Blumen- und Fischmarkt in Mandalay

In der Nähe des Flusses Irrawaddy ist der Blumen- und Fischmarkt. Frische Schnittblumen sind in der burmesischen Tradition sehr wichtig. Sie sind Opfergaben in den Tempeln, schmücken den Altar oder einfach schöne Dekoration an Festivitäten, wie eine burmesische Hochzeit. Hier gibt es ein buntes Angebot an verschiedenen duftenden Pflanzen. Rosen, Chrysantheme, Gladiolen, Blumenketten werden an kleinen Ständen unter bunten Sonnenschirmen verkauft.

Am Fischmarkt stinkt es, der Boden ist matschig wegen dem Wasser. Trotzdem ist es ein Erlebnis ihn zu besuchen. Für die Einheimischen sind Fischgerichte ein wichtiger Teil der Ernährung, und hier kannst du sehen, wie die Fische zum Kochen vorbereitet werden.

Den Markt sollst du dir nicht so vorstellen, wie in Deutschland: geschlossen, sauber und ordentlich. Hier wird die Ware auf der Straße oder im offenen Laden angeboten, über Hygienevorschriften und Sauberkeit hat hier keine gehört. Die Fische werden einfach auf dem Boden am Straßenrand von den Schuppen befreit.

Mingun Sehenswürdigkeiten

Das Dorf Mingun liegt am Fluss Irrawaddy, eine Stunde Bootsfahrt entfernt von Mandalay. In dem schmutzigen Hafen von Mandalay stehen viele kleine Schiffe. Du hast zwei Möglichkeiten das Dorf zu erreichen: du fährst am Morgen um 9:00 Uhr mit der Fähre und um 12:30 Uhr zurück, oder du kannst im Rahmen einer privaten, geführten Tour die Sehenswürdigkeiten in Mingun besichtigen. Tickets für die Fähre kannst du im Hafen an der Kasse für 5.000 Kyat (2,7 Euro) kaufen. Ein Vormittag reicht locker in Mingun. Die Pagoden liegen nah zueinander, sie sind zu Fuß leicht erreichbar. Wir haben uns für eine Tour mit Reiseführer entschieden. Mehr dazu findest du unten.

Die Bootsfahrt scheint lang zu sein, ist sie aber gar nicht langweilig. Am Flussufer sieht man, wie das Landleben in Myanmar ist. Fischer richten ihre Zillen, Frauen waschen die Wäsche im Fluss, Kinder spielen um die Hütten, der Hirt treibt das Vieh zum Trinken.

Schon von dem Boot kannst du die roten Ziegelsteine der großen Mingun Pagode erblicken. Nach dem Aussteigen führt der Weg durch Souvenirshops zur Kasse, wo jeder Tourist 5.000 Kyat (2,7 Euro) für den Eintritt in Mingun bezahlen muss.

Mingun Pahtodawgyi Pagode

Die Mingun Pagode ist einer der größten Tempel. Riesige Teile von zerbrochenen Chinthe (Löwen) zeigen, wo damals der Eingang der Pagode war. Der ehemalige König in der 18. Jahrhundert ließ den Tempel aus Ziegelsteinen bauen. Er hat über eine gigantische Pagode geträumt. Am Anfang der 19. Jahrhundert hat ein Erdbeben die Pagode stark beschädigt, deswegen wurden die Bauarbeiten endgültig beendet.

Heute ist die Pahtodawgyi Pagode, trotz den großen Rissen an ihrer Wand, ein idyllischer Ort. Gläubigen besuchen die Innenräume, um zu beten, junge Mönche sitzen auf dem Steinmauer, frisch verheiratete Paare benutzen den Tempel als Kulisse für die Hochzeitsfotos.

Sayadaw Statue

Die goldene Sayadaw Statue, die einen Mönch mit einer schwarzen Brille darstellt, steht neben dem Mingun Pagode in einem Pavillon. Der Mönch wurde als Mingun Sayadaw genannt und war über sein ausgezeichnetes Gedächtnis bekannt. Er hat die Lehre Buddhas auswendig gekannt und in Bücher niedergeschrieben.

Mingun Glocke – die größte funktionierende Glocke der Welt

In Mingun befindet sich die größte, funktionierende Glocke der Welt. Jeder darf mit einem Holzstock darauf schlagen und zum Klingen bringen. Die Glocke wiegt ca. 90 Tonnen, sie ist 4 Meter hoch und 5 Meter breit. Es gibt in Moskau eine noch größere Glocke aber sie ist beschädigt.

Die Mingun Glocke hängt ein halbes Meter über dem Boden. Sogar Erwachsene passen durch und können unter die Glockenhaube krabbeln. Es ist ein einzigartiges musikalisches Erlebnis, wenn jemand auf die Glocke schlägt und du gerade in der Glocke stehst. Es hört sich toll an!

Mingun Glocke

Mingun Glocke

Hsinbyume-Pagode (anders: Myatheindan Pagode)

Die wunderschöne, weiße Hsinbyume-Pagode ist auch ein Wahrzeichen von Mingun. Sie stellt den buddhistischen Kosmos dar: den mythischen Berg Meru und die sieben Meere. In den kleinen Nischen sitzen Nats, Dämonen und Monster.

Der Besucher geht auf Treppen unter sieben Toren auf eine Plattform, in deren Mitte ein Stupa steht. In dem Stupa ist ein kleiner Tempel mit einer Buddha-Statue. Hierher führt wiederum eine Treppe unter fünf weiteren Toren.

Diese Pagode ist ein beliebter Instagram-Motiv. Der Tempel ist eine traumhafte Kulisse für schöne Fotos. Wer erstmal diese Insta-Fotos gesehen hat, kann ja denken, diese Pagode ist wirklich so himmlisch weiß. Sie ist in der Wirklichkeit tatsächlich weiß, aber an vielen Stellen ist der helle Wandputz schon verfärbt oder abgegangen.

Uns hat die märchenhafte Pagode sehr gefallen. Hier haben wir die meiste Zeit in Mingun verbracht. Jasmin war hier wiederum ein Star. Frauen wollten mit ihr Fotos machen und haben sie mit Blumenketten beschenkt. Sogar Mönche haben mit ihr vor der Kamera gestanden.

Tipp – mit Ochsenkarre durch Mingun

Das Dorf ist nicht groß, die Strecke zwischen den Sehenswürdigkeiten kannst du locker zu Fuß schaffen. Es ist trotzdem ein schönes Erlebnis mit der Ochsenkarre (Mingun Taxi) durch die Straßen zu fahren. Wir sind vor der Hsinbyume-Pagode eingestiegen und im Hafen aus. Die Fahrt kostet 4.000 Kyat (2 Euro).

Tipp – mit Thanaka das Gesicht schminken

Überall in Myanmar ist es möglich auch auf der Straße Thanaka-Schminke zu bekommen. In Mingun waren auch einige Ständer. Gönn dir ein Make-up und lass es ruhig Stundenlang sogar den ganzen Tag über wirken. Thanaka macht die Haut richtig geschmeidig.

Inwa Sehenswürdigkeiten

Inwa ist ein kleiner Ort südwestlich von Mandalay. Er wird auch als Innwa oder Ava genannt und erreichbar durch Boote auf dem Fluss Myitnge oder mit Auto/Motorrad auf normalen Weg. Wir sind mit einem Schiffchen innerhalb von einigen Minuten den Nebenfluss von Irrawaddy überquert.

Viele entdecken die Sehenswürdigkeiten in Inwa mit Pferdekutsche. Eine Kutschenfahrt für 2 Personen kostet 10.000 Kyat (5,5 Euro) und dauert ca. 2 Stunden. Wir haben auch eine Pferdekutsche gemietet, unsere Tochter hat es auch sehr genossen. Sie hat ganz vorne gesessen, so hatte sie den besten Blick auf die grünen Reisfelder und auf die kleinen Pagoden.

Zone Fee: Für die Besichtigung von Amarapura, Innwa, Pinya und Paleilk muss eine Eintrittskarte im Wert von 10.000 Kyat (5,5 Euro) Pro Person bezahlt werden.

Bagaya Kloster

Das Bagaya Kloster ist in der Bauweise ähnlich wie das Shwenandaw-Kloster. Steinerne Treppe führt auf eine Veranda, die das Gebäude umgibt. Es steht auf mehrere Hundert Teakholzstämmen, die die Innenräume auch von übermäßigem Wasser in der Regenzeit schützen. Wenn es stark regnet, reicht das Wasser unter dem Tempel in Menschenhöhe.

Die Türrahmen sind schön geschnitzt und dekoriert, die Wände oder die Decke sind auch verziert, trotzdem ist es viel simpler und nicht so überfüllt, wie das Shwenandaw-Kloster. Diese Schlichtheit des Tempels hat uns sehr gut gefallen.

Yadana Hsemee Pagode

Die Yadana Hsemee Pagode ist bei uns tief in Erinnerung geblieben. Die Umgebung ist sehr beruhigend, der Tempel liegt zwischen grünen Felder. Die Pagode schien von den Touristen weniger besucht zu sein. Kinder haben auf dem Gelände gespielt. Einfache Künstler haben hier ihre Bilder gemalt, um sie den Besuchern zu verkaufen.

Tipp: In der Pagode steht eine sitzende Buddha-Statue. Sie kann ein hervorragende Fotomotiv oder Kulisse sein, wenn man geschickt genug ist, in der Mitte des Tempels auf eine kleine Säule zu klettern. Die Sache hört sich leichter an, als es ist. Du musst nämlich alles barfuß machen, im Gras können aber Dinge liegen, die verletzen können: Steine, Müll oder Holzstücke.

Wachturm in Inwa

Der Nanmyin Wachturm in Inwa wird von den Einwohnern als „schiefer Turm von Innwa“ genannt. Er wurde durch ein Erdbeben beschädigt. Seitdem steht er schief. Von der Seite siehst du es besser, als von vorne.

Wachturm Inwa Mandalay

Der schiefe Wachturm in Inwa

Maha Aung Mye Bonzan Kloster

Das Maha Aung Mye Bonzan Kloster ist ziemlich groß und besteht nur aus Stein. Das ist ein Grund dafür, wieso steht er noch gut erhalten nach so vielen Erdbeben. Die bisherige Köster waren überwiegend aus Holz. Hier wurde nur der Boden in den Innenräumen mit Teakholz belegt. Von außen ist das ockerfarbene Gebäude reichlich verziert und dekoriert.

Amarapura Sehenswürdigkeiten

Es ist ein kleiner Ort südlich von Mandalay Richtung Inwa. Amarapura ist bekannt von dem Kloster, wo die Mönchsspeisung stattfindet und von der langen Holzbrücke (U-Bein Bridge).

Mahagandayon Kloster – Mönchsspeisung

Das Mahagandayon Kloster ist ziemlich groß. 1000 Mönche leben hier, damit sie an der naheliegenden Universität studieren können. Jeden Tag um 11:00 Uhr beginnt die berühmte Mönchsspeisung. Die jungen Mönche stehen vor dem Speisesaal in langen Schlangen um ihr Essen im Empfang zu nehmen. Sie sind von Touristen und anderen Gläubigen umgegeben. Für viele Mönche ist es peinlich, deswegen kommen sie als letztes an. Sie müssen dann nicht lange im Rampenlicht stehen. Wenn die Mönche ihre Speisen bekommen haben, ziehen sich in den Speisesaal zurück, wo sie in Stille auf dem Boden sitzend ihr Essen verzehren.

Wir haben es faszinierend gefunden, wie würdevoll, diszipliniert und still die Mönche waren. Die ganz junge „Burschen“ haben auch nicht rumgehampelt oder gedrängelt. Sie haben in Gänsemarsch gewartet, bis sie an der Reihe waren. Die meisten Mönche haben ihren Blick auf den Boden gesenkt, um nicht in die Kameras gucken zu müssen.

Das Kloster hat eine riesen Küche. Hier werden in großen Kessel das Essen der Mönche zubereitet.

U-Bein Brücke in Amarapura

Wir sind vor Sonnenuntergang bei der U-Bein Brücke in der Nähe von Amarapura angekommen. Sie ist die älteste und längste Teakholzbrücke der Welt und heute wird von Fischer, Bauer, Mönche und anderen Einheimischen als Geh- oder Radweg benutzt. Die Brücke erstreckt sich mit ihrer 1200 Meter Länge über den Taungthaman-See. Der Wasserspiegel ist von Juni bis August am höchsten, in anderen Monaten sinkt das Wasser, so dass Bauer hier Gemüse anpflanzen können. Links und rechts von der Brücke siehst du Fischer in kleinen Booten oder einfach im Wasser stehend. Entlang der Brücke gibt es mehrere Pavillons, in denen man bisschen Schatten haben und eine Pause einlegen kann. An der Seite der Brücke findest du kleine Imbisse, wo die Touristen am Abend die Aussicht auf die untergehende Sonne zwischen den Holzpfeiler genießen können.

Tipp: Halte dich in der Mitte der Brücke auf. Am Anfang der Brücke ist viel los. Hier sind ziemlich große Gedränge und Stau. Manche Leute haben ein Talent so ihren Platz auf dem Gehweg einzunehmen, dass niemand neben ihnen vorbeigehen kann. Da die Brücke keine Geländer hat, ist ratsam nicht am Rand zu spazieren, nicht dass man in einem ungeschickten Moment abstürzt.

Sonnenuntergang bei der U-Bein Brücke

Wir mussten nur ein Stück gehen, damit sich der ganze Stau am Anfang gelockert hat. Wir haben dann die Brücke durch eine Treppe verlassen und wir haben uns einen freien Aussichtspunkt gesucht um das mystische Farbenspiel des Sonnenunterganges erleben zu können. Manche Touristen haben sich mit keinen Booten auf dem See rudeln lassen.

Die Abendszene bei der U-Bein Brücke ist wirklich spektakulär. Wenn die Zeit kommt und die Sonne, wie ein roter Ball, am Horizont untergeht, färbt den See von Moment zu Moment anders an. Gelb, Rosa, Rot und Lila Farben mischen sich mit der Silhouette der Brücke im Wasserspiegel. Am Ende werden die Brücke und der See mit einem saften Dunstschleier umhüllt.

Tipp: Wenn du die traumhaften Lichtverhältnisse möglichst ohne Touristen erleben möchtest, besuche die Brücke in der Früh zwischen 6 Uhr morgens und 9 Uhr. In dieser Zeit sind eher nur die Einheimischen unterwegs, die Touris sind noch beim Frühstück.

Sonnenuntergang U-Bein Brücke

Sonnenuntergang bei der U-Bein Brücke

Sagaing Sehenswürdigkeiten

Sagaing liegt westlich von Mandalay am anderen Ufer des Irrawaddy. Diese Region ist ein bedeutsames buddhistisches Zentrum in Myanmar. Mehrere Hundert Stupas, Pagoden und Klöster befinden sich auf dem Sagaing-Hügel. Die Bedeutendsten sind die U Min Thonze und die Soon U Pon Nya Shin Pagode.

Für den Eintritt in Sagaing musst du Zone Fee im Wert von 5.000 Kyat (2,7 Euro) bezahlen.

U Min Thonze Pagode

Die U Min Thonze Pagode war einer der Tempel in Myanmar, der uns sehr gefallen hat. Er wird auch als Pagode der 30 Höhlen genannt. Das Gebäude ist bogenförmig, es hat uns an einer Mondsichel erinnert. 45 Buddha-Statuen sitzen im Inneren. Die Buddhas sind überlebensgroß und unterscheiden sich alle in der Größe. Hinter ihnen ist die Wand mit Glasmosaiken verziert.

Jasmin hat erstmal kein Interesse an der U Min Thonze Pagode gezeigt. Am Ende wollte sie den Tempel nicht verlassen. Nicht allzu viele Einheimische waren hier. Sie waren von dem kleinen, blonden, blauäugigen Mädchen fasziniert. Unsere Tochter war ausnahmsweise bereit mit ihnen Fotos zu machen und hat brav Model gestanden – endlich auch für ihre Eltern.

Soon U Pon Nya Shin Pagode

Die Soon U Pon Nya Shin Pagode sitzt auf einer der höchsten Hügel des Sagaing Hills. Von hier hast du bei schönem Wetter einen schönen Ausblick auf den Irrawaddy und auf die zahlreichen Tempel und Stupas von Sagaing. Die Tempelanlage haben wir wunderschön gefunden. Goldene Stupa, glänzende Glasmosaiken an den Wänden und Säulen, bunter Boden mit Mandala-Muster sind hier zu sehen. Neben dem 6 Meter hohen Buddha stehen große Spendeboxen. Jasmin war von ihnen hin und weg. Die Behälter waren aus Bronze und haben wie Hase oder Frosch ausgeschaut. Sie erinnern die Gläubigen an die früheren Reinkarnationen Buddhas.

Aung Myae Oo Monastic School in Sagaing

Die Aung Myae Oo in Sagaing ist die zweitgrößte Klosterschule in Myanmar. Junge Mönche und Nonnen kommen aus dem ganzen Land, hier kostenlos lernen zu können. Die Schule wird ganz aus Spenden finanziert. Die Touristen dürfen die Schule frei besuchen, nur darauf muss geachtet werden, dass der Unterricht nicht gestört wird. Ein Obolus wird gerne entgegengenommen.

Wieviel Tage für Mandalay?

Für die Besichtigung der wichtigsten Sehenswürdigkeiten reichen locker 2-3 Tage.

Du kannst die Besichtigung von Mandalay und die Ausflüge von Mandalay aus selber organisieren. Mit Motorrad kommst du ganz bequem von A bis B. Wenn du ganz auf eigene Faust die Stadt erkunden möchtest, plane dir mehr Zeit ein.

Wir hatten nur kurze Aufenthalt (2 Tage in Mandalay und 1 Tag von Mandalay nach Bagan) und wollten zu den Sehenswürdigkeiten auch Informationen bekommen. Deswegen haben wir noch vor unserer Myanmar-Reise eine private Tour mit einem lokalen Reiseveranstalter Sagacious Myanmar Travels & Tours organisiert.

Unsere Hotelempfehlung für Mandalay

Wir haben 2 Nächte im Hotel 8 mit Frühstück gebucht. Die Unterkunft liegt in einer frequentierten, verkehrsreichen Straße im indischen Viertel von Mandalay. Das Zimmer war sauber und hatte eine angenehme Größe.  Von den Verkehrsgeräuschen haben wir aber gar nichts wahrgenommen. Für Durchreisende, die nicht viel Luxus wollen, ist das Hotel perfekt.

Unsere Restaurantempfehlungen für Mandalay

Nay Cafe Mandalay

Zwei Straßen vom Hotel 8 entfernt ist ein Chapati Shop, namens Nay Cafe an der Ecke der 82 und 27 Street. (Der Stand wird auch als Kaung Thant Cafee auch genannt.) In 5-10 Minuten kannst du das Restaurant zu Fuß vom Hotel erreichen. Hier bekommst du das leckerste indische Essen, die man außerhalb von Indien nur haben kann. Ein Chapati kostet 300 Kyat (10 Cent). Zwei Hauptessen, wie z. B. Hähnchen Curry und Biryani mit verschiedenen Beilagen kosten ca. 3.600 Kyat (2 Euro). Ein gebratener Reis mit Eiern kostet 1.300 Kyat (70 Cent).

Aye Myit Tar Myanmar Restaurant

Im Aye Myit Tar Myanmar Restaurant in Mandalay gibt es ein ausgezeichnetes Angebot an traditionelle burmesische Speisen. Das Restaurant ist sehr beliebt bei Einheimischen. Das Essen ist sehr lecker und die Portionen sind groß. Ein burmesiches Fleisch- oder Fischgericht kostet 4.000-5.000 Kyat (2,2-2,8 Euro) mit reichlichen Beilagen. Ein Teeblattsalat ist 2.500 Kyat (1,4 Euro). Für frische Säfte bezahlst du zwischen 1.200 und 1.500 Kyat (0,7-0,8 Euro).

Mandalay Sehenswürdigkeiten: Unser Fazit

Mandalay und die Umgebung sind etwas Besonderes. Schon in den früheren Jahrhunderten waren wichtige religiöse Zentren und Regierungsbezirke hier. Heute ist die Stadt ein wichtiger Kern der Wirtschaft und auch der Tourismus. Viele Touristen kommen her, nicht nur wegen den zahlreichen und wunderschönen Sehenswürdigkeiten. Von hier sind weitere nennenswerte Orte, wie Mount Popa oder Bagan zu erreichen.

Wenn du mehr über die besten Sehenswürdigkeiten auf dem Weg von Mandalay nach Bagan erfahren möchtest, lies dir den Blogbeitrag über unserer Myanmar-Rundreise.

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Ildi, Balint & Jasmin
München

Wir sind "Half-Backpacker", organisieren unsere Trips selbst und reisen gerne auf eigene Faust. Wir fingen an in 2008 zu reisen und bereisten schon knapp 30 Länder zusammen. Seit 2015 entdeckt unsere Tochter, Jasmin die Welt mit uns. Auf unserem Reiseblog berichten wir über unsere Fernreisen mit oder ohne Kind, aber auch über Ausflüge in die Nähe oder Wochenendtrips. Dabei erzählen wir Geschichten von unterwegs, zeigen Fotos, Videos und geben konkrete Tipps und Anregungen.