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Sierck-les-Bains

Sierck-les-Bains – Jesus, Burg und die Sehenswürdigkeiten

Als wir im Rheinland-Pfalz und in Luxemburg unterwegs waren, haben wir über eine Kleinstadt von Freunden gehört. Sie beschrieben die kleine Ortschaft in Frankreich, wo die Zeit am Anfang der 20. Jahrhundert stehengeblieben schien, und wo man das Gesicht Jesus an einer Wand entdecken kann. Wir waren sehr neugierig und am nächsten Tag haben wir Sierck-les-Bains aufgesucht, um das Erzählte und die Sehenswürdigkeiten mit eigenen Augen sehen zu können.

Sierck-les-Bains ist ein französisches Städtchen im Dreiländereck. Es liegt unmittelbar an der deutschen und luxemburgischen Grenze am Ufer der Mosel. Die Ortschaft war schon im Mittelalter bewohnt und entstand um eine Burganlage, die über sie thront: die Burg der Herzöge von Lothringen (Château des Ducs de Lorraine). Wir haben hier das Sehenswertes des Städtchens zusammengesammelt.

Die Burg der Herzöge von Lothringen in Sierck-les-Bains

Die ersten Teile der Burg wurden im 10. oder 11. Jahrhundert gebaut. Sie war unter der Herrschaft der Bischöfe von Trier und später in den Besitz der Herzöge. Die Festung wurden im 17. Jahrhundert von den Französen eingenommen. Die neuen Besitzer haben leider an der Burg viel Schaden angerichtet und zerstört. Die Ebene, auf der das Schloss steht haben die Französen weiterhin militärisch benutzt. Im 17. Jahrhundert baute Vauban, der Festungsbaumeister vom König Ludwig XIV., die Burg weiter aus.

Sierck les Bains Burg

Burg in Sierck-les-Bains

Die Burg ist heute offen für Besucher und wurde in Originalzustand gelassen. Du sollst bequeme Schuhe tragen und gut zu Fuß sein, da du einige Treppen besteigen sollst. Von oben hast du einen schönen Blick auf Sierck-les-Bains und auf die Mosel. Die Eintrittskosten sind 6 € pro Person (Kinder 6-14 Jahre: 4 €). Vor dem Schloss findest du Parkplätze.

Jesus an der Wand

Das Spektakel, warum Sierck-les-Bains gerne aufgesucht wird, ist die Visage De Jesus. Es ist keine Gemälde oder keine schöne Statue, wie du das vielleicht jetzt denkst. Du sollst ein Wasserschaden an der Außenwand eines Hauses suchen. In dem Fleck glauben viele das Gesicht Jesu zu entdecken. Die Adresse: Grand Rue 13, Sierck-les-Bains.

Gebäude aus der Renaissance in Sierck-les-Bains

Die meisten Häuser in der Altstadt stammen aus der Zeit der Renaissance. Diese Gebäude kannst du an den viereckigen Fenstern und an den dekorierten Türrahmen erkennen. Das beste Beispiel ist dazu das Haus Berweiler, das sich in der Straße Rue de la Tour L’Horloge 4 befindet. Es wurde im Jahr 1624 erbaut. Das Erdgeschoss wurde zum Schutz vor Hochwasser erhöht gebaut und als Ladenlokal genutzt. Die Eingangstür wurde mit Wandpfeilern in ionischen Stil umrahmt. Das Haus besitzt weitere drei Stockwerke mit Steinkreuzfenstern.

Weitere schöne Exemplare aus der Renaissance findest du auf dem Place Jeanne d’Arc und weiterhin in der Straße Rue du Cardinal Billot. Das Altweiser Haus aus dem Jahr 1607 hat ein der schönsten Portale in Sierck-les-Bains.

Die meistbesuchten Stadtteile sind die Grand Rue und die Rue de la Tour L’Horloge. Zwischen den eng gebauten, schmalen Häusern schlendernd findest du dich wie in einer Zeitreise. Die Bauwerke sind ziemlich in die Jahre gekommen. Viele bräuchten eine ausgiebige Renovierung. Es klingt vielleicht eigenartig, wir hatten das Gefühl, als ob in Sierck-les-Bains die Zeit im zweiten Weltkrieg stehengeblieben wäre. Nicht nur, weil sie teilweise zerfallen sind oder in den Innenräumen an den Wänden noch die alten Tapeten zu sehen sind.

In dem Städtchen war wirklich eine jüdische Gemeinde, deren Angehörige ihre Wohnhäuser unglücklicherweise verlassen mussten. Zahlreiche Häuser stehen seit den 1940-er Jahren leer oder haben einen neuen Besitzer. Die neuen Eigentümer sind weniger vermögend, dementsprechend können sie sich auch nicht um den Neubau oder die Renovierung kümmern.

Eine andere kuriose Sache: wer schon das KZ Auschwitz besucht hat, weiß, dass die Baracken auch ganz schlicht, mit großen viereckigen Fenstern ausgestattet wurden.  Uns haben die verlassenen, verfallenen Wohnhäuser unbewusst auf die Baracken in Auschwitz erinnert. Die Ähnlichkeit war seltsam, verblüffend und unheimlich.

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