Sehenswürdigkeiten in Sapa: zwischen Reisfeldern und Hmong-Dörfern
Reisterrassen Vietnam Sapa
Vietnam

Sehenswürdigkeiten in Sapa: zwischen Reisfeldern und Hmong-Dörfern

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November 30, 2019

Sapa ist zu einem beliebten Tourismusziel für Reisende aus der ganzen Welt geworden, die auf Trekkingwegen zwischen und in den Hochlanddörfern der Hmong unterwegs sind. Die kleine Bergstadt liegt im Norden Vietnams. Nebel füllt den Himmel und sattgrüne Reisfelder breiten sich kilometerweit in alle Richtungen aus. Die Landschaft lädt dich für Trekkingtouren zwischen den Hmong-Dörfer Ta Van, Lao Chai und Y Linh Ho ein. Sapa ist außerdem die Heimat von mehreren ethnischen Minderheiten, die sich immer noch in traditioneller Kleidung kleiden und in ihren eigenen Dialekten sprechen.

Wir haben im Rahmen einer Vietnam Rundreise die Region von Sapa besichtigt. Mehr über unsere Rundreise und wie wir sie gemacht haben, kannst du hier erfahren:

Nordvietnam Reisebericht: Sehenswürdigkeiten und unsere Reiseroute

Anreise nach Sapa

Sapa liegt 300 km weit nordwestlich von Hanoi. Du kannst die Stadt entweder mit Nachtzug oder mit Minibus erreichen. Der Zug ist die günstigere Variante, aber nimmt mehr Zeit in Anspruch. Wir haben lieber die Busfahrt gewählt. Zwischen Sapa und Hanoi ist eine Autobahn. Du bist in ca. 5 Stunden im Norden. Die Reise mit dem Minibus hat noch einen Vorteil: du kannst die Landschaft mit den Reisfeldern bewundern.

Trekking zwischen den Hmong-Dörfern

Wir haben 3 Tage in Sapa verbracht. Ein zweitägiges Trekking mit Tourguide und einen halbtägigen Ausflug haben wir mit einem örtlichen Reiseveranstalter organisiert.

An dem Anreisetag hatten wir noch einen halben Tag zur Verfügung, um die Dörfer Lao Chai und Ta Van zu entdecken. Am zweiten Tag hat uns der Guide, ein junges Hmong-Mädchen Cát Cát Village und Xin Chai gezeigt.

Dorf Lao Chai

Von dem Stadtrand von Sapa haben wir einen Blick auf die Landschaft mit den Reisterrassen geworfen, bevor wir losgegangen sind. Sie war beeindruckend und unglaublich schön. Auf dem schmalen Pfad, der ins Tal zu Lao Chai führte, sind wir oft angehalten, um die Schönheit der Natur zu genießen.

Wir haben einen Bach ohne Brücke, nur von Stein zu Stein hüpfend überquert. Unser Weg führte zwischen den Reisfeldern immer tiefer ins Tal hinein, bis wir Lao Chai erreicht haben. Die Straße lief zwischen schlammigen Bauerhöfen und verfallenden, alten Hmong-Häusern weiter. Unterwegs haben wir uns mit Schwarzen Hmong Frauen getroffen. Sie haben ihre Babys oder einen Korb auf den Rücken getragen. Am Rand des Weges graste ein Wasserbüffel halb im Schlamm versunken. Fröhliche Kinder sind im Dorf uns entgegengelaufen.

Dorf Ta Van

Die Häuser von Lao Chai stehen tief im Tal. Wir sind dann zum nächsten Dorf wieder bergauf gegangen. Das Dorf Ta Van ist sehr klein. Es ist eher ein Häufchen von Hmong-Häusern.

Beide Dörfer sind sehr authentisch. Hier gibt es keine Souvenirshops oder Restaurants für Touristen. Wir konnten in Lao Chai und in Ta Van erfahren, wie die Hmong wirklich leben: die Männer arbeiteten ohne Maschinen auf den Feldern, die Frauen waren unterwegs. Viele von ihnen hatten einen langen Faden in der Hand (auch beim Gehen hatten sie ihn dabei). Sie arbeiten die Faser der Cannabispflanze mit der Hand zusammen. Sie bearbeiten dann den Faden auf einer Spindel, um davon Textil für ihre Kleider machen zu können.  Auf unsere Frage, ob die Leute wissen, dass man diese Pflanze für was Anderes auch benutzen kann, antworte unser Guide: die ältere Generation weiß darüber nichts.

Der Spaziergang zwischen und in den Black Hmong-Dörfern ist ein echtes Erlebnis. Sehen, wie die Leute leben, ihr Trachten tragen, wie sie arbeiten oder wie die Kinder spielen. Die Leute sind nett und lachen viel. Die Kinder haben Mangel an Spielsachen, an Klamotten und Schuhwerk, trotzdem sind sie voll glücklich und spielen gemeinsam mit allen möglichen Gegenständen, die sie haben oder finden.

Es war sehr traurig zu sehen, wie arm die Hmong-Völker sind. Die Häuser sind alt, die Kleidungsstücke in Mitleidenschaft gezogen. Es war eine düstere Szene, als die Kinder bei uns gebettelt haben oder etwas uns verkaufen wollten. Unser Guide erklärte, dass der Reis in der Umgebung von Sapa nur einmal im Jahr geerntet werden kann. Der Reis reicht selbst für das Hmong-Volk nicht aus. Die Leute sind sehr arm, die Kleinen oft hungrig. Die Schulkinder können nur zu Fuß in die Schule gehen, sie liegt aber weit weg. Der Spaziergang zu der Einrichtung dauert oft 1,5 Stunden lang. Im Winter, wenn es kalt ist, bleiben die Kinder lieber zu Hause.

Cát Cát Village

Am nächsten Tag waren wir wieder unterwegs, um das Dorf Cát Cát zu erkunden. Cat Cat ist ein Hmong-Dorf, das nur 2 km vom Sapa´s Stadtzentrum entfernt ist. Dies ist das ganze Jahr über der attraktivste Touristenort in Sapa. Dieses Dorf wurde im 19. Jahrhundert gegründet, nachdem sich verschiedene ethnische H’Mong- und Dzao-Familien aus anderen Berggebieten in Nordvietnam zusammengeschlossen hatten. Sie begannen, Reis und Mais in der Region anzubauen, Gewebe zu weben und Kunsthandwerk herzustellen, um davon zu leben.

Cát Cát ist eher wie ein Freilichtmuseum. Am Anfang des Dorfes findest du ein Ticketzenter, wo du 25.000 VND (ca. 1 Euro) Eintrittspreis bezahlst. Das Geld geht an einheimische Familien, die ihre Häuser geöffnet haben, damit du ihre Kultur erkunden und kennenlernen kannst.

Auf beiden Seiten des schönen Steinweges befinden sich Geschäfte. Diese verkaufen eine Reihe von Artikeln, von frischen Lebensmitteln bis hin zu Kunsthandwerk und Kleidung. Du wirst Frauen sehen, die nähen und weben, während Kinder mit Haustieren oder sogar Nutztieren spielen. Hanf, Baumwolle und Leinen werden aus dem Wald gesammelt, um als Material für die Kleidung zu dienen.

Du kannst die Häuser besichtigen und ihre Einrichtung, die große Gefäße mit Indigofarbe und den Webstuhl sehen. Die Frauen sind hier schwarz-indigo gekleidet. Ihre Hände sind blaufarbig von der Arbeit mit Indigo.

Am Ende des Dorfes, tief im Tal befindet sich der Cat Cat Wasserfall (Tien Sa Waterfall) mit der Hängebrücke und den alten französischen Wasserwerken. Heute ist dieser Ort ein beliebter Fotopunkt.

Tipp für Reisenden mit Kindern: Auf dem Weg über die Wasserwerke ist ein kleiner Spielplatz. Perfekt für eine Auszeit.

Wir waren nach dem Trubel in Cát Cát wieder auf der Spur nach authentischen Hmong-Dörfern. Nach dem ordentlichen und schönen Freilichtmuseum in Cát Cát hat sich vieles verändert. Unser Weg führte erneut zwischen schlammigen Reisterrassen. Wir haben in einem lokalen Restaurant (GPS: 22.331253, 103.829871) auf dem Weg nach Xin Chai eine kurze Pause gemacht, um eine leckere Pho Suppe zu essen.

Sin Chai Village

Xin Chai ist ein kleines Dorf. Es besteht nur aus ein paar Gebäuden. Neben den alten Häusern laufen Hühner, Hunde und Ziegen herum. In diesem Dorf stehen eine Schule und ein Kindergarten. Die Schule stand gerade leer. Im Kindergarten war dagegen Ruhezeit. Die kleinen Kinder schliefen auf dem Boden tief und fest. Vor der Tür standen Gestelle mit ihren stark abgenutzten Metallbechern und alten Gummischuhen.

Sapa Town Square

Die Stadtmitte von Sapa ist fesselnd. Wir hätten gerne die lebendige Atmosphäre des Town Squares stundenlang genossen. In der Nähe vom Stadtzentrum verkaufen die Einheimischen Textilien und Kunsthandwerke auf der Straße. Du kannst hier auch Frauen und Kinder von dem Flower Hmong Volk beobachten. Ihr Tracht fanden wir am schönsten. Die Angehörigen dieser Hill Tribe sind wunderschön und farbenfroh gekleidet. Ihre Kleider und Hüte werden mit vielen bunten Perlen geschmückt. Hauptsächlich kleine Mädchen werden in diesen traditionellen Kleidungsstücken hübsch angezogen.

Restaurants und Preise in Sa Pa

Es gibt zahlreiche Restaurants mit BBQ oder á-la-Carte im Stadtzentrum. Wir haben gebratenen Reis mit Hänchen für 70.000 VND (2,6 Euro), gebratenen Nudel mit Ei für 50.000 (1,8 Euro), Pflaumenwein und Apfelwein für 50.000 VND je Glas (1,8 Euro) im Quán Thang Hang Restaurant bestellt.

Weitere Preise in Sapa:

  • Ein Glas Reiswein im Hotel: 35.000 VND (1,3 Euro)
  • Wassermelonenjuice im Hotel: 30.000 VND (1,1 Euro)
  • Eis im Cát Cát Dorf: 25.000 VND (1 Euro)
  • Hmong-Rock: Souvenir für Jasmin: 80.000 VND (3 Euro)
  • Hmong-Tuch: 40.000 VND (2,5 Euro)
  • Cát Cát Eintrittskarte: 70.000 VND pro Person (2,6 Euro)

Ausflüge von Sapa aus

Wir haben Sa Pa verlassen und auf dem Weg nach Hanoi zurück haben wir noch einen berühmten Markt und ein kleines Dorf im Norden Vietnams besichtigt. Ein halber Tag reichte für den Besuch der zwei Orte aus.

Can Cau Saturday Market

Der große Can Cau Markt findet nur samstags statt. An diesem Tag kommen verschiedene Minderheiten (Hmong, Dao, Tay…) aus der Region zusammen und verkaufen ihre Waren: farbenfrohe Klamotten, Lebensmittel, Räucherstäbchen, Haushaltswaren, Kunsthandwerke… Sogar der Friseur stellt seinen Stand am Rande der Straße auf. Hier findest du Ingwer auch in großen Kartoffelsäcken.

Das große Highlight ist der Tiermarkt. Büffel, Hühner, Hunde, Vögel tauschen ihren Besitzer. Nicht nur die Angebote des Marktes sind interessant. Die Frauen und Mädchen, die ihre Zugehörigkeit zu einer bestimmten Hill Tribe mit ihrer bunten und unterschiedlichen Kleidung zeigen, sind eine Besonderheit.

Tipp: Der Weg nach Can Cau Market führt durch die Ortschaft Bac Ha. Wenn du in Bac Ha bist, sollst du den Bac Ha Wein (ein Glas 20.000 VND – 0,7 Euro) und Bac Ha Honigwein (30.000 VND – 1,1 Euro) unbedingt probieren.

Dorf Ban Pho

Ban Pho Village ist eher ein Häufchen von Häusern, als ein Dorf und liegt in der Nähe von Bac Ha. Das Dörfchen ist weit von den Touristenpfaden, deswegen ist dieser Ort sehr authentisch. Wir haben einen Spaziergang gemacht und dabei einiges über das Leben der Hmongs erfahren: wie die Lehmhäuser eingerichtet sind, welche Räumlichkeiten, Haushaltsgegenstände und Werkzeuge sie haben. Wir waren Augenzeuge von täglichen Routinen wie z. B. die Kinder in Waschschüssel von der Oma gebadet wurden.

Láo Cai

Der letzte, nur kurze Zwischenstopp war an der vietnamesischen-chinesischen Grenze in der quirligen und stimmungsvollen Stadt Láo Cai. Wir haben einen Bummel am Roten Fluss entlang gemacht, über dem mehrere Brücken nach China führen. Wir hielten in der Nähe von Láo Cai International Border Gate an. Hier steht ein Meilenstein, der gerne von den Vietnamesen fotografiert wird.

Grenze Lào Cai Vietnam

An der Grenze in Lào Cai

Unsere Hotelempfehlung für Sapa

Ursprünglich ist das Sapa Panorama Hotel auf dem Plan gestanden. Wir haben aber ein Upgrade bekommen und wir durften im Sapa Vista Hotel 2 Nächte verbringen. Die Unterkunft liegt am Stadtrand hoch über dem Tal und hat eine tolle Lage als Ausgangspunkt für Wandertouren. Das Highlight des Hotels ist, dass du die wunderschöne Aussicht auf die Reisterrassen durch die Panoramafenster des Zimmers genießen kannst. Die Stadtmitte ist auch in 15-20 Minuten zu Fuß erreichbar.

Aussicht Zimmer Sapa Vista Hotel

Blick auf die Reisterrassen aus dem Zimmer

Tipps für deine Aufenthalt in Sapa

Wir hatten hier 2 unvergessliche Tage. Wir haben uns auf Alles eingelassen, das uns mit Kleinkind möglich war. Hier sind einige Empfehlungen, damit du auch das Beste aus deiner Sapa-Reise rausholen kannst:

Tipp 1: Lass dich vom Wetter nicht abschrecken! Du denkst, Vietnam ist ein Tropenland, hier sollte es sonnig und heiß sein. Sa Pa liegt aber in den Bergen auf 1.600 m Höhe. Das Wetter ist hier kühler, in manchen Monaten ziemlich kalt. Im April war es 13-19 Grad. Es kann hier ziemlich viel regnen oder es ist nebelig.

Tipp 2: Feste Schuhwerk, Zwiebellook. Wir sind sicher, dass du viel sehen und erleben möchtest. Für ein leichtes Trekking von 9-11 km brauchst du gute Sportschuhe, die matschig sein können. Ziehe dir mehrere Schichten bequeme Klamotten an, die du später evtl. ausziehen kannst.

Tipp 3: Ärgere dich nicht über Touristenattraktionen. Wenn du reisen willst, solche Sachen gehören einfach auch dazu. Versuche lieber auf die Kleinigkeiten achten, die sich aus dem täglichen Leben heraus ergeben. Zum Beispiel: Die Hmong Frau sitzt im Cát Cát an einem Webestuhl und lässt sich fotografieren. Das ist für Touris. Du merkst aber ihre blauen Fingernägel. Sie sind verfärbt, weil sie am Abend die Textilien im Indigo gewaschen hat.

Tipp für Familien mit Kleinkind: Nimm eine gute Trage mit! Ein Buggy bringt dir hier nichts.

 

Sapa

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2 Comments
  1. Antworten

    Kajol

    Dezember 1, 2019

    Ihre Reisen und Ihr Lebensstil sind ausgezeichnet. Wenn ich eines Tages Geld habe, möchte ich reisen. Ich folge euch immer Ihr habt eine tolle Webseite. Vielen Dank.

    • Antworten

      TravelSicht

      Dezember 2, 2019

      Hallo Kajol,

      danke für dein Lob. Es freut uns, dass wir dich inspirieren können.

      VG
      Ildi & Balint

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Ildi, Balint & Jasmin
München

Wir sind Flashpacker, organisieren unsere Trips selbst und reisen gerne auf eigene Faust. Wir fingen an in 2008 zu reisen und bereisten schon knapp 30 Länder zusammen. Seit 2015 entdeckt unsere Tochter, Jasmin die Welt mit uns. Auf unserem Reiseblog berichten wir über unsere Fernreisen mit oder ohne Kind, aber auch über Ausflüge in die Nähe oder Wochenendtrips. Dabei erzählen wir Geschichten von unterwegs, zeigen Fotos, Videos und geben konkrete Tipps und Anregungen.