Sehenswürdigkeiten in Podgorica – Montenegro abseits der Touristenpfaden
Podgorica
Montenegro

Sehenswürdigkeiten in Podgorica – Montenegro abseits der Touristenpfaden

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Dezember 13, 2020

Die winzige Hauptstadt Montenegros, Podgorica, gehört nicht zu den meistbesuchten Hauptstädten Europas. Einige halten es für unattraktiv und eintönig. Mit seinen grauen Wohngebäuden im kommunistischen Block und zahlreichen verlassenen Grundstücken ist es ziemlich einfach, zu diesem Schluss zu kommen. Andere sagen, dass es langweilig ist und nicht viel zu tun gibt. Wenn man es mit der Schönheit einiger Städte an der Adriaküste wie Budva und Kotor vergleicht, ist es verständlich, warum viele nicht viel Zeit in der Hauptstadt und ihrer Umgebung verbringen.

Wenn du dir die Zeit nimmst, die Angebote dieser Region tiefer zu erforschen, kannst du entdecken, dass Podgorica und seine Gegend doch einiges zu bieten haben. Historische Bauwerke erzählen über antike und osmanische Zeiten, Wohnblöcke und neue Brücken zeigen die Geschichte des 20. Jahrhunderts. In der Nähe der Hauptstadt findest du den Niagara Wasserfall Europas und den wunderschönen Morača-Canyon.

Hier verraten wir dir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Podgorica und in seiner Umgebung.

Sehenswürdigkeiten in Podgorica

Die montenegrinische Hauptstadt und größte Stadt des Landes wurde in der Römerzeit gegründet und seitdem mehrmals umbenannt. In der Antike befand sich hier die Stadt Doclea, dessen Ruinen am Rande von Podgorica immer noch sichtbar sind. In den kommunistischen Zeiten hieß die Stadt Titograd.

Die Stadt wurde mehrfach von den Osmanen bis zu Österreich-Ungarn und Serben besetzt. Während des Zweiten Weltkriegs wurde sie 72 Mal bombardiert und fast vollständig zerstört. Es hat einige Zeit gedauert, bis sich die Stadt erholt hat. Heute handelt es sich um ein wichtiges regionales Zentrum.

Uhrturm (Sat Kula)

Der Glockenturm oder Sahat Kula steht im Stadtzentrum von Podgorica und ist eines der wenigen verbliebenen türkischen Wahrzeichen der Stadt. Er wurde glücklicherweise im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört. Der beeindruckende 16 Meter hohe Turm auf dem Bećir Bega Osmanagić-Platzes wurde im 17. Jahrhundert erbaut. Die Uhr soll aus Italien importiert worden sein. Am Ende der 19. Jahrhundert wurde komischerweise ein Kreuz auf die Spitze des Turms gestellt.

Podgorica Uhrturm

Uhrturm in Podgorica

Statue vom König Nikola

Dies ist ein Denkmal des ehemaligen Königs von Montenegro, König Nikola. Die Skulptur steht im Herzen des King Nikolas Park am Morača-Flussufer. Das Denkmal ist wirklich kaiserlich und schön gestaltet. Das Parkgelände ist auch sehr hübsch. Es gibt hier schattenspendende Bäume und Pavillons, plätschernde Brunnen und sogar kostenfreies WLAN von Smart-Bänken.

Statue vom König Nikola

Statue vom König Nikola in Podgorica

Alte Brücke (Old Ribnica River Bridge)

Neben dem alten Glockenturm ist die alte Brücke eines der wenigen verbliebenen türkischen Wahrzeichen in Podgorica.

Die Ursprünge dieser Steinbrücke sind umstritten. Einige geben an, dass sie aus der Zeit der römischen Herrschaft stammt. Andere wiederum behaupten, sie sei im 15. Jahrhundert von den Osmanen erbaut worden. Da die Brücke Ähnlichkeiten mit anderen Bogenbrücken in der Region wie Stari Most in Mostar zeigt, kann der Bau eher den Osmanen zugeschrieben werden. Das ist auf jeden Fall sicher, dass diese die älteste Brücke in Podgorica ist. Sie überspannt den Fluss Ribnica, nahe der Mündung in den Fluss Morača.

Alte Brücke Podgorica

Alte Brücke in der Innenstadt von Podgorica

Es gibt auch eine Verwirrung über den offiziellen Namen der Brücke. Einige nennen es die Alte Brücke, andere die Ribnica-Brücke oder die Sastavci-Brücke. Um es noch komplizierter zu machen, ist es sogar als Adži-paša-Brücke bekannt, da der gleichnamige Pascha den Wiederaufbau der Brücke im 18. Jahrhundert finanzierte.

Millenium-Brücke

Die neue, weiße Brücke ist ein Stück moderne Architektur der Stadt. Sie gilt heute als eines der bemerkenswertesten Wahrzeichen von Podgorica. Die 173 Meter lange Millennium Bridge erstreckt sich über den Fluss Morača. Die aufwändige und innovative Schrägseilbrücke hat einen 57 Meter hohen Hauptmast mit mehreren Kabeln auf beiden Seiten, die das Fahrbahndeck tragen und als Gegengewicht dienen. Die offizielle Eröffnung der Brücke fand im Sommer 2005, auf dem Nationalfeiertag Montenegros statt.

Millenium-Brücke Podgorica

Millenium-Brücke

Tipp: Die Brücke lässt sich am besten beobachten, indem du langsam über den Fußgängerweg schlenderst (auf jeder Seite befindet sich einer). Andere sehr empfehlenswerte Option ist ein Spaziergang über die nahe gelegene Moskauer Brücke. Diese ist eine Fußgängerbrücke, wovon du einen tollen Blick auf die moderne Brücke hast.

Kathedrale der Auferstehung Christi

Nur einen kurzen Spaziergang westlich von der Millennium-Brücke entfernt befindet sich die Kathedrale von Podgorica. Sie ist eine orthodoxe Kirche und eines der Symbole von der Hauptstadt. Die Kirche wurde in der Zeit von 1993 bis 2014 gebaut. Das massive Steinstruktur ist ein Schmelztiegel der verschiedenen Baustile: Romanik, Gotik, Byzantinisch mit einem Schuss Moderne. Die Kirche wurde nach der Kathedrale St. Tryphon in Kotor erbaut. Zögere dich nicht, das Innere zu besuchen! Es ist mit goldenen Wandgemälden und Mosaikböden geschmückt.

Osmanische Moschee

Vor über 400 Jahren war die Altstadt von Podgorica eine blühende osmanische Stadt. Nach den Bombardierungen des Zweiten Weltkriegs blieb davon zwar nicht viel übrig, ist es trotzdem eine schöne Gegend, um die osmanische Vergangenheit zu erkunden. Zu den osmanischen Sehenswürdigkeiten zählt neben der Alten Brücke und dem Glockenturm auch die Osmanagić-Moschee aus dem 15. und 18. Jahrhundert.

Osmanische Moschee Podgorica

Die osmanische Moschee in Podgorica

Sehenswürdigkeiten in der Nähe von Podgorica

In der Umgebung von Podgorica findest du antike und religiöse Bauwerke bzw. Naturschönheiten. Unser persönliches Highlight war der atemberaubende Morača-Canyon und das Kloster Dajbabe.

Kloster Dajbabe

Dajbabe ist ein abgelegenes Kloster, das 5 Kilometer südlich von Podgorica liegt. Das Kloster ist von einem wunderschön gepflegten Garten umgeben und fühlt sich sehr friedlich und ruhig an. Das Kloster wurde am Ende des 19. Jahrhunderts gegründet. Auf einem Hügel mit Blick auf das üppige Tal besteht dieses ungewöhnliche Kloster aus unterirdischen Höhlen. Der sichtbare Teil des Klosters ist ein Eingang mit zwei Glockentüren. Von hier führen beeindruckende Katakomben hinaus. Die unterirdischen Gänge formen ein Kreuz. An den Wänden der Höhle befindet sich eine Menge religiöser Gemälde. Das Kloster Dajbabe ist der Heiligen Mutter Gottes gewidmet.

Nijagara Wasserfall

Montenegros Cijevina-Wasserfall wird auch als Niagarafall Europas bezeichnet und ist eines der natürlichen Highlights in der Umgebung von Podgorica. Der Wasserfall befindet sich nur eine kurze Autofahrt von der Hauptstadt entfernt und für ausländische Touristen immer noch abseits der Touristenpfade. Es sind hauptsächlich Einheimische, die im Sommer hierherkommen, um sich im kalten Flusswasser zu erfrischen. Aufgrund der Beliebtheit des Wasserfalls wurden hier einige Restaurants und Geschäfte eröffnet, wo du montenegrinische Spezialitäten mit einer spektakulären Aussicht genießen kannst.

Tipp: Wenn du den Wasserfall in voller Schönheit erleben möchtest, besuche diesen Ort in den Frühlings- und Frühsommermonaten, wenn die Schneeschmelze und der Frühlingsregen hohe Wasserflüsse verursachen. Im heißen Sommer kann es dazu kommen, dass der Fluss komplett austrocknet, wie es bei uns der Fall war.

Mala-Rijeka-Viadukt

Das spektakuläre Viadukt Mala Rijeka liegt 21 km nordöstlich von Podgorica. Die 198 Meter hohe und 498 Meter lange Brücke steht eingebettet in eine raue Landschaft.  Sie scheint nicht besonders spektakulär zu sein, ist sie aber die höchste Eisenbahnbrücke Europas.

Mala-Rijeka-Viadukt

Mala-Rijeka-Viadukt

Morača-Canyon

Der Fluss Morača und seine gleichnamige Schlucht sind eines der Wahrzeichen Montenegros. Es war definitiv ein Highlight auf unserer Reise. Der Morača ist ein schnell fließender Gebirgsfluss, der in den Bergen des Nordens entspringt und in den Skadarsee mündet. Im Laufe der Jahrtausende bildete er eine beeindruckende Schlucht, die die Gebirgslandschaft des Landes durchschneidet.

In der Gegend von Podgorica fließt das Wasser ruhig. Um dieses traumhafte Gebiet des Flusses zu erleben, solltest du durch die Berge fahren und einer der malerischen Route entlang des Canyons folgen.

Der Aussichtspunkt Platije befindet sich am Straßenrand, 36 km nordöstlich von Podgorica. Von hier hast du einen hervorragenden Blick auf den tiefen Canyon. 2,5 km weiter von diesem Punkt erreichst du einen anderen Parkplatz, wo du wiederum eine großartige Aussicht haben kannst.

Ruinen von Duklja (Duklja ruins)

Der historische Ort Doclea liegt ca. 5 km nördlich von Podgorica und ist rund 2.000 Jahre alt. Die Einwohner verließen Doclea, als die Stadt von türkischen Kräften angegriffen und erobert wurde. Heute siehst du die intakten Teile der Stadtmauer sowie die Überreste eines Badehauses und des Stadtforums. Es ist ein interessanter Ort für Geschichtsliebhaber.

Achtung! Das Gelände ist geschlossen. Du kannst die Ruinen von außen besichtigen.

Ruinen von Duklja

Ruinen von Duklja

Sehenswürdigkeiten auf der Karte

Anreise nach Podgorica

Podgorica ist mit dem Auto oder mit Flugzeug ist am leichtesten erreichbar. Wir raten dir mit eigenem Auto die Stadt bzw. das Land zu bereisen. Die Straßen sind im guten Zustand und die Landschaft ist einfach traumhaft. Die Fahrt ist ganz angenehm auf der Autobahn über Österreich, Slowenien und Kroatien. Du kannst auch den Flug nach Podgorica nehmen, und von dort mit Mietwagen Montenegro und die Hauptstadt entdecken. Mit der Bahn Podgorica zu erreichen ist eher umständlich. Internationale Züge fahren aus Belgrad nach Podgorica.

Parken in Podgorica

Im Stadtzentrum von Podgorica findest du auch kostenlose Parkplätze. Wir haben in der Nähe des Uhrturmes und der osmanischen Moschee geparkt. Von hier haben wir die sehenswerten Bauwerke der Altstadt zu Fuß erkundigt.

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Ildi, Balint & Jasmin
München

Wir sind Flashpacker, organisieren unsere Trips selbst und reisen gerne auf eigene Faust. Wir fingen an in 2008 zu reisen und bereisten schon mehr als 30 Länder zusammen. Seit 2015 entdeckt unsere Tochter, Jasmin die Welt mit uns. Auf unserem Reiseblog berichten wir über unsere Fernreisen mit oder ohne Kind, aber auch über Ausflüge in die Nähe oder Wochenendtrips. Dabei erzählen wir Geschichten von unterwegs, zeigen Fotos, Videos und geben konkrete Tipps und Anregungen.