City Tour & Slum Tour in Nairobi - ein eindruckvolles Erlebnis
City Tour Slum Tour Nairobi
Kenia

City Tour & Slum Tour in Nairobi – ein eindruckvolles Erlebnis

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September 21, 2018

Im August 2018 haben wir einen Zwischenstopp in Kenia gemacht bevor wir nach Sansibar weitergeflogen sind. Während den Tagen, die wir in diesem Land verbracht haben, haben wir eine tolle Safari in Massai Mara erlebt und unvergleichbaren, eindrucksvollen Erlebnissen in Nairobi gesammelt. Damit wir den Aufenthalt und die Zeit in der Hauptstadt voll ausnutzen können, haben wir eine Stadtbesichtigung in Nairobi gemacht.

City Tour in Nairobi

Wir sind von unserer Unterkunft mit einem Taxi (20 $ – 17 Euro) zum Sarova Stanley Hotel gefahren. Dort haben wir uns mit unserem Guide, Duncan von der Organisation „Mathare Children´s Fund panairobi“ getroffen. Er hat uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt gezeigt, und dazu Informationen gegeben. Die Stadtbesichtigung in Nairobi dauerte ca. 1,5 Stunden.

Sehenswürdigkeiten in Nairobi, die wir gesehen haben:

  • Hauptgebäuden aus der Kolonialzeit in der Kenyatta Avenue
  • McMillan Memorial Library
  • Nairobi City Market
  • KICC Tower – hier haben wir Nairobi von oben gesehen. Der Eintritt kostet 500 Ksh (4,3 Euro) pro Person.

In der Stadt sind überall bei den wichtigen Gebäuden Sicherheitskontrollen. Taschen werden durchgelichtet, wir mussten durch Detektortür laufen.

Mittagessen in Nairobi

Wir haben unser Mittagessen im Stadtzentrum (CBD) in dem Kay Restaurant gehabt. Das Restaurant bietet frische, afrikanische Gerichte. Wir haben uns für Hähnchen und Ugali (Getreidebrei aus Maismehl mit fester Konsistenz) entschieden. Jasmin hat Chapati und gekochte Bananen gewählt. Zum Trinken gab es frisches Juice und Dawa mit Honig (würziger Ingwer-Zitronentee). (Es gibt auch ein Dawa Cocktail mit Alkohol, du kannst es hier auch probieren.)

Das Essen war sehr lecker und sättigend. Wir hätten nicht gedacht, dass gekochte Bananen wie Kartoffel schmecken können.

Wir haben Duncan eingeladen. Für uns 4 hat das Essen 2.240 Ksh (20 Euro) gekostet.

Ugali Kenia

Ugali (traditionelles ostafrikanisches Gericht)

Mathare Slum Tour in Nairobi

Mit Matatu nach Mathare Valley

Nach dem Mittagessen haben wir uns Mathare, das älteste Armenviertel Nairobis angeschaut. (60 % der Bevölkerung von Nairobi lebt in Armenvierteln. Es betrifft mehrere 100 000 Menschen.) Am einfachsten sind wir dort mit einem Matatu angekommen. Ein Matatu ist das öffentliche Verkehrsmittel in Nairobi. Es ist ein Bus mit ca. 25 Sitzplätzen. Die Busse sind mit kunstvollem Graffiti vollgesprüht. Die reichliche Farbe verdeckt den Rost, so sieht man nicht, wie alt die Dinge sind. Wir sind eingestiegen und haben gewartet, bis das Sammeltaxi voll war. Dann ist es nämlich erst losgefahren. Eine Frau mit starkem Körpergeruch hat für die Fahrt 30 Ksh (25 Cent) pro Person einkassiert. Ein Mann stand immer an der offenen Türe, und haute auf das Blech, wenn Fahrgäste aussteigen wollten. Anscheinend hat der Matatu-Fahrer überall angehalten, nicht nur in Bushaltestellen. Ein erneutes Hauen auf das Blech gab ein Zeichen, dass der Bus weiterfahren kann.

Matatu Nairobi

Mit Matatu nach Mathare Slum

Slum Tour mit „Mathare Children´s Fund panairobi“

Die Stiftung unterstütz Kinder und junge Mütter im Mathare Armenviertel. Unser Guide, Duncan stammt auch aus Mathare. Die Organisation hat dafür gesorgt, dass er regelmäßig die Schule besucht und zahlt jetzt sein Studium. In seiner Freizeit arbeitet er für die Organisation unentgeltlich und hilft anderen Kindern.

Uns wurde die Arbeit der Stiftung vorgestellt. Hauptsächlich junge Frauen werden hier zur Schneiderin von Taschen bzw. Kleider oder zur Friseurin. Wenn sie den Beruf gelernt haben, werden sie bei Firmen angestellt. Die Jungs werden mit Computerwissen unterstützt. Wir durften in den verschiedenen „Klassenräumen“ reinschauen. Oben, im Dachbereich werden die Kinder betreut, bis die jungen Mütter die Ausbildung machen.

Tipp 1: Wenn du willst, kannst du die Produkte kaufen, die hier hergestellt werden. So kannst du die Organisation und die Leute unterstützen.

Tipp 2: Es ist möglich direkt den betreuten Kindern Spenden zu geben. Sie freuen sich über alles: Buntstifte, Malblöcke, Klamotten, Süßes und Spielzeuge.

Mathare – das älteste Elendsviertel in Nairobi

Nach der Vorstellung der Organisation hat unsere Slum Tour mit Begleitung von Duncan begonnen. Er hat uns durch die immer enger werdenden Straßen von Mathare geführt. Es ist unbeschreiblich und bleibt ein Leben lang im Gedächtnis, was wir in diesem Armenviertel von Nairobi gesehen haben.

Mathare ist wie eine kleine Stadt in der Großstadt. Hier gibt es alles: Möbelverkäufer, Tischler, Restaurants, Friseur, Metzger, Obst-, Gemüse-, Klamotten- und Perückenhändler, Apotheke und Klinik in einem, Hotel und, und, und. Wir durften sogar in ein Fitnessstudio reinschauen. Der Unterschied liegt daran, dass hier gar nicht auf Hygiene geachtet wird, alles ist abgenutzt oder kaputt. Der Metzger hat keinen Kühlschrank, Obst und Gemüse wird von einer rostigen Schubkarre angeboten. Kleider, Möbelstücke… vieles wird benutzt an- und verkauft. Davon leben die Leute hier. Die Kinder sind alle draußen. Sie spielen auf dem Müllhaufen, pieseln und kacken in den offenen, stinkenden Kanal, der aus ihrem wackeligen Blechhaus auf die Straße läuft. Ihre Kleidungsstücke sind schmutzig und voll mit Löcher. Viele laufen Barfuß oder nur in einem Oberteil. Sie haben keine Spielzeuge, sie fischen aus dem Müll, die sie benutzen können: ein altes Seil zum Springen oder Motorradgummi zum Treiben.

Es gibt hier keine Müllabfuhr, alles wird in den Mathare Fluss gekippt. Die Marabus, die von der Savanne in die Stadt eingesiedelt sind, freuen sich natürlich. Laut Duncan fressen diese Vögel alles, sogar Plastik auf.

Tipp: Geh in das Armenviertel von Nairobi nur mit Begleitung. Wir haben uns während unserer geführten Slum Tour immer sicher gefühlt. Wenn du mit Kamera unterwegs bist, halte sie gut fest. Alle wertvollen Sachen sollst du tief in deiner Tasche tragen. Duncan sagte uns, wo sollen wir aufpassen, wo ist es besser, kein Foto zu machen.

Wenn wir ehrlich sind, in Nairobi gibt es nicht Vieles zu sehen, aber eine Slum Tour darfst du nicht auslassen. Es ist ein Muss! Danach siehst du die Welt anders.

Die City und Slum Tour kostete insgesamt 2.500 Ksh (21,5 Euro) pro Person. Die Eintrittskarten waren nicht inklusive. Mit diesem Geld haben wir die Arbeit von „Mathare Children´s Fund panairobi“ unterstützt.

Nach dem Rundgang in Mathare Slum hat uns Duncan ein Taxify bestellt. Für 15 $ (13 Euro) sind wir zu unserem Homestay gefahren.

Im Homestay übernachten – die Kenianer näher kennenlernen

Wenn du über das Leben der Kenianer noch mehr erfahren möchtest, ist die Übernachtung in einem Homestay statt Hotel die beste Entscheidung für dich. Unsere einzigartige Unterkunft haben wir ausgewählt, um einfach noch mehr über das Leben in Kenia zu erfahren.

Wir haben 2 Nächte im Cozy Room – JKIA in Nairobi für 82 Euro verbracht. Es war die perfekte Unterkunft für uns. Winnie, die Besitzerin des Homestays hat eine große Wohnung in einer geschützten Wohnsiedlung. Sie vermietet alle ihre Schlafzimmer für Reisenden. Unser Zimmer hatte eigenes Bad (die anderen zwei Zimmer haben Gemeinschaftsbad) und ein richtiges Kingsize Bett. Auf Wunsch kocht Winnie auch Abendessen. Sie hat für uns Pilau, ein lokales Reisgericht mit Rindfleisch zubereitet. Es hat 5 $ (4,3 Euro) pro Person gekostet.

Das Leben und die Kinder im Block

Die Wohnsiedlung in Nairobi, wo Winnie ihre Wohnung hat, ist mit Mauern geschützt. Man kann einfach nicht reinkommen: Sicherheitsleute kontrollieren alle, die durch das große Tor fahren oder gehen will. Es ist wie eine kleine Stadt: es gibt hier Geschäfte, Friseur sogar eine Schule. Die Chinesen, die die Siedlung gebaut haben, haben es einfach gemacht: die Häuser haben keine Isolierung, keine Heizung, es gibt keinen Aufzug.

Unheimlich viele Kinder spielen auf dem Platz mit allen Sachen, die sie haben: die Jungs bevorzugen Fußball, sie haben aber nur einen laschen Ball dazu, die Mädchen fahren Fahrrad, natürlich abwechselnd, weil nicht alle von ihnen ein Fahrrad haben, sie drehen Rad, machen Brücke, singen und tanzen, laufen und springen Seil. Es gibt hier keinen Sandkasten, kein Klettergerüst.

Wir waren jeden Abend bei den Kindern. Sie haben uns bewundert, wie weich unsere Haare sind, was für Unterschiede wir zu ihnen haben (sie fanden es lustig, dass europäische Männer Haare an den Beinen und Armen haben). Sie waren sehr neugierig. Wir haben sie wunderbar gefunden: alle hatten tolle, präzis geflochtene Haare, sie waren so beweglich, wie europäische Stadtkinder nie werden, sie strahlten Selbstbewusstsein aus und alle waren Zweisprachig: perfekt in Swahili und Englisch.

Tipp für Familien: Wenn du mit Kindern in Nairobi unterwegs bist, lass so ein Erlebnis nicht aus! Es ist unbeschreiblich, wenn Kinder von verschiedenen Kulturen so aufeinandertreffen.

Was könntest du in Nairobi brauchen?

  1. Mückenspray – hier gab es einige Viecher.
  2. Händedesinfektionsmittel – wenn du mit Kindern unterwegs bist, ist es sowieso notwendig.
  3. Feuchttücher für schnelle Reinigung
  4. Atemschutzmaske – wenn du empfindlich bist, ist es besser solche dabei zu haben. Nairobi ist sehr staubig und die alten Fahrzeuge geben ungesunde Abgase ab.
  5. Nasenspray – wir haben mit trockenen Atemwege gekämpft. Nach der Klimaanlage im Flugzeug, waren wir in dem staubigen Masai Mara und in der Großstadt unterwegs. Uns hat ein Spray gefehlt zum Befeuchten der Atemwege. Nächstes Mal bleibt es nicht zu Hause.

Nach der erlebnisreichen Slum und City Tour haben wir noch am Abend mit Winnie lange unterhalten. Wir haben Vieles über das Leben in Kenia erfahren. Am nächsten Vormittag müssten wir uns von der netten Frau verabschieden. Sie hat uns für 15 $ (13 Euro) zum Flughafen gebracht und wir sind nach Sansibar geflogen.

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Ildi, Balint & Jasmin
München

Wir sind "Half-Backpacker", organisieren unsere Trips selbst und reisen gerne auf eigene Faust. Wir fingen an in 2008 zu reisen und bereisten schon knapp 30 Länder zusammen. Seit 2015 entdeckt unsere Tochter, Jasmin die Welt mit uns. Auf unserem Reiseblog berichten wir über unsere Fernreisen mit oder ohne Kind, aber auch über Ausflüge in die Nähe oder Wochenendtrips. Dabei erzählen wir Geschichten von unterwegs, zeigen Fotos, Videos und geben konkrete Tipps und Anregungen.