Indien Rundreise mit Baby auf eigene Faust | TravelSicht
Indien Rundreise mit Baby
Indien

Indien Rundreise mit Baby auf eigene Faust

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April 17, 2018

Indien, die Welt der Gegensätze. Viele Hollywood- und Dokumentarfilme zeigen die verschiedenen Gesichter dieses Landes: arm und reich, friedlich-religiös und grausam, dreckig und sauber, traditionell und modern, günstig und unbezahlbar. Indien ist aber nicht nur wegen seinen zwei Polen so interessant. Zahlreiche Naturschönheiten, Tempels und religiöse Stätte, wunderschön dekorierte Gebauten aus dem Maharadscha- und Mogulzeiten und seine Gastronomie ziehen jährlich tausende von Touristen an.

In 2015 wurden wir durch einen Zufall dazu „gezwungen“, eine Reise in Indien mit einem Kleinkind von 10 Monaten zu erleben.

Inhaltsverzeichnis

Reisevorbereitung für Indien Rundreise mit Baby

Bei der Reisevorbereitung für unsere Rajasthan Rundreise mussten wir mit vielen Fragen auseinandersetzen, wie z. B.

  • Wie soll der Reiseplan aussehen?
  • Wie bereisen wir diesen wunderschönen Teil des Landes?
  • Wieviel kostet eine Rajasthan Indien Rundreise individuell und selbst organisiert?
  • Wie sicher ist die Reise mit einem Kleinkind in Indien?
  • Was brauchen wir für unser Baby in Indien?

Unser individueller Reiseplan für Indien

Wir hatten nur 10 Tage für eine Indien-Reise in August und wollten natürlich in diesem Zeitraum günstig so viel sehen, wie es möglich ist. Deshalb haben wir uns für eine individuelle Privatreise mit Fahrer in Indien entschieden. Für uns kam wegen unserer Tochter (10 Monate) und wegen der kurzen Zeit kein öffentliches Verkehrsmittel in Frage.

Wir haben nach örtlichem Reiseveranstalter bzw. privatem Fahrer gesucht, der uns schnell und kostengünstig zu unseren Zielen (von Stadt zu Stadt und zu den verschiedenen Sehenswürdigkeiten) fahren kann. Wir haben Ashok Taxi Tours gefunden. Die Dienstleistung von Ashok hat auf dem TripAdvisor auch sehr gute Bewertungen. (Keine provisionsmotivierte Shopping Zwischenstopps, Hotels, etc.!)

Ashok hat auf unsere E-Mails schnell geantwortet und war flexibel was unsere Wünsche betrifft. So haben wir unsere Goldenes Dreieck Reiseroute gemeinsam zusammengestellt:

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Indien Rundreise

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Delhi: 28.651700, 77.221900
Jaipur: 26.916100, 75.820400
Agra: 27.175300, 78.009800
Fatehpur Sikri: 27.091200, 77.662400
Abhaneri - Chand Baori Stufenbrunnen: 27.007257, 76.606513
Ajmer: 26.455900, 74.637200
Pushkar: 26.487600, 74.557800
Jodhpur: 26.296772, 73.035143
Bikaner: 28.015900, 73.317100
Mandawa: 28.055800, 75.148400
Neu-Delhi: 28.613900, 77.216000
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Delhi
Delhi, Indien
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Jaipur
Jaipur Rajasthan, Indien
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Agra
Agra Uttar Pradesh, Indien
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Fatehpur Sikri
Fatehpur Sikri Uttar Pradesh, Indien
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Abhaneri - Chand Baori Stufenbrunnen
Chand Baori Step Well Rajasthan, Indien
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Ajmer
Ajmer Rajasthan, Indien
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Pushkar
Pushkar Rajasthan, Indien
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Jodhpur
Jodhpur Rajasthan, Indien
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Bikaner
Bikaner Rajasthan, Indien
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Mandawa
Mandawa Rajasthan, Indien
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Neu-Delhi
Neu-Delhi Delhi, Indien

Der Indien Fahrer-Service inkl. Steuern, Maut, das Auto (Tata Indigo mit Klimaanlage) und der private Fahrer hat uns 28.000 INR (348 Euro) gekostet. Das Essen, die Unterkünfte und die Eintrittskarten haben wir extra bezahlt.

Unsere Unterkünfte in Indien

Wir waren Mitte-Ende August in Indien, also noch in der Nebensaison. Es ist möglich, dass du keine Hotels im Voraus buchst. Der Fahrer kann dich zu verschiedenen Hotels bringen und du kannst dir dann entscheiden, wo du übernachten möchtest. Du sollst nur dem Fahrer dein Budget bzw. die Hotelklasse nennen. Ashok hat uns nur empfohlen, das Hotel in Delhi zu buchen.

Wir haben in Delhi das Smyle Inn Hotel in Paharganj (Main Bazar) gebucht. 2 x 1 Nacht mit Frühstück hat uns 2.156 Rupee (27 Euro) gekostet. Es gehört nicht unbedingt zu unseren Lieblingshotels, aber es hat eine sehr gute Lage: wer das richtige Indien entdecken möchte, soll nämlich das Pulsieren von Paharganj erleben.

Unterwegs haben wir in den folgenden Hotels übernachtet:

  • Agra: Hotel Maya – das Hotel ist sehr nah zu Taj Mahal und hat ein Restaurant, wo du am Abend auch essen kannst. Eine Nacht kostete: 1.500 INR (19 Euro)
  • Jaipur: Rawla Mrignayani Palace – wir hatten eine Suite. Die Unterkunft hat eine sehr ruhige Lage. Für 2 Nächte haben wir 2.000 INR (25 Euro) bezahlt.
  • Pushkar: Pushkar Lake Palace für eine Nacht 1.000 INR (13 Euro) – ruhige Lage, tolle Aussicht
  • Jodhpur: Hotel Haveli Jodhpur für eine Nacht 2.000 INR (25 Euro) – das Hotel hat auch ein Restaurant. Top Aussicht auf das Mehrangarh Fort von der Dachterrasse.
  • Bikaner: Umaid Safaris & Desert Lodge für eine Nacht 3.600 INR (45 Euro) inkl. Kamelsafari durch die Wüste (1,5 Stunden), Abendessen im Freien mit indischer Live-Musik.
  • Mandawa: Hotel Heritage Mandawa für eine Nacht 2.200 INR (28 Euro) – das Hotel ist wunderschön! Das Zimmer ist mit indischen Motiven bunt gemalt.

Jasmin hat kein eigenes Bettchen gehabt. Sie hat immer zwischen uns geschlafen.

Was brauchst du für das Baby in Indien – unsere Tipps

Babytrage

Wo dein Kind bequem sitzen kann. Wir wollten etwas Leichtes für unsere Reisen besorgen womit wir überall hinkommen konnten. Mit Buggy ist es oft kompliziert. Du kannst es nicht überall schieben, Treppen kannst du damit gar nicht steigen. Wir wollten ein Känguru. Unsere Wahl ist auf eine Babytrage von I-Angel gefallen. Damals haben wir sie aus Süd-Korea bestellt. Dein Baby muss für diesen Hüfsitz schon sitzen können, es ist aber super bequem sowohl für deinen Schatz als auch für dich. Die Trage hat uns in 7 Ländern bedient und sie ist immer noch im Einsatz.

Windeln

Wir haben die Windeln von Zuhause mitgebracht. Wir hätten zwar in Indien an manchen Stellen bestimmt kaufen können, aber wir wollten damit keine Zeit verbringen. Die einheimischen Babys haben dort meistens keine Windel, nur die zur Oberschicht gehörende können es sich in Indien leisten.

Das Besondere, was dein Kind mag

Es kann ein bestimmtes Essen sein, ein Kuscheltier oder ein Schmusetuch. Wir hatten Glück mit Jasmin, sie war nie wählerisch beim Essen. Ich habe keine Babynahrung mitgebracht, weil ich sie noch gestillt habe. Sie hat allerdings indisches Naan, Roti, Reis und frische Früchte (hauptsächlich Bananen) gegessen. In bestimmten Restaurants haben wir für sie Gemüse ohne Salz (Blumenkohl, Brokkoli) kochen lassen.

Wasser nur aus der Flasche

In Indien ist das Wasser aus dem Wasserhahn nicht trinkbar. Es ist auch nicht zu empfohlen damit die Zähne zu putzen. In der Babyflasche haben wir das Wasser oft auf Frische gewechselt und haben ihr Mund und ihre Zähne nur mit Flaschenwasser gespült.

Feuchttücher

Sie sind nicht nur für dein Kind nützlich. Auffrischen, waschen, putzen… sie sind überall verwendbar.

Händedesinfektionsmittel

Wenn wir durch enge Straßen gegangen sind, haben wir Hände und Arme desinfiziert.

Sonnenmilch, Kopfbedeckung

Die Sonnenstrahlen sind in Indien stark. Schütze dein Kind und dich vor schädlichen Einflüssen.

Impfung

Unsere Tochter (10 Monate alt) hat die gängigen Impfungen seit ihrem Geburt in Deutschland bekommen. Extra Impfung für die Indienreise hat unser Baby nicht gebraucht.

Tag 1: Es geht los – Ankunft in New-Delhi

Wir sind um 3:00 Uhr in der Früh in New-Delhi angekommen. Unser privater Fahrer, Rinku hat uns auf dem Flughafen mit Namenschild gewartet und uns zu unserem Hotel in Paharganj gebracht. Wir wollten uns erstmal ausruhen und am Nachmittag ein Teil der Sehenswürdigkeiten in Delhi uns anzuschauen.

Paharganj – Main Bazaar in Delhi

Wir konnten natürlich nicht lange schlafen. Nach dem Frühstück auf der heißen Dachterrasse sind wir in Main Bazar spazieren gegangen. Da unser Backpackerhotel in einer versteckten Seitenstraße des Paharganjs lag, haben wir schnell in das richtige Indien angekommen gefühlt. Paharganj ist eng, dreckig und laut. Voll mit einheimischen Frauen, die bunt gekleidet sind und mit Männern, die ihre langen Hosen und gewöhnlich ihr Hemd tragen. Heilige Kühe sind auf den Straßen zu sehen. Unser Baby hat geschützt und bequem in der Trage gesessen und hat interessiert alles sich angeguckt. Wir wurden auch andauernd angesprochen: „Where are you from?“ „Do you have a hotel?“ „Do you know the best restaurant?“ „Do you need a taxi/rickshaw?“ „Cute Baby! Is it a boy or a girl?“.
Wenn du die einzigartige indische Stimmung erleben möchtest, dann darfst du auf einen Besuch in Paharganj nicht verzichten.

Rajghat – Mahatma Ghandi Denkmal in Delhi

Am Nachmittag hat uns Rinku vom Hotel abgeholt und erstmal zum Gedenkstätte von Ghandi gebracht. Der Eintritt ist frei. Du musst nur die Schuhe beim Eingang ausziehen. Der steinige Weg ist zwar mit Plastikfußweg abgedeckt, es ist trotzdem heiß. Der Garten ist top gepflegt, grün und der schwarze Marmor ist immer mit frischen Blumen dekoriert. Wenn du eine ruhige Insel in dem Getriebe von Delhi suchst, dann ist dieser Ort das Richtige für dich.

Red Fort

Nach Ghandi`s Denkmal sind wir zum Red Fort gefahren. Wir haben uns die Eintrittskarten für 250 INR (3 Euro) pro Person besorgt. Die Festung schaut von außen größer aus. Innen ist es aber eine Sammlung von verschiedenen kleinen, im indischen Stil gebauten Gebäuden. Der Garten ist hier auch, wie bei allen Orten, die von Touristen besucht werden, perfekt gepflegt und sauber.

Tipp: Du sollst wissen, dass du bei den meisten Sehenswürdigkeiten mehr bezahlen musst, als die Einheimischen. Es gibt zwei verschiedene Preise (Foreign citizen und Indian).

Jama Masjid Moschee in New-Delhi

Unser Indien-Fahrer hat uns in die Nähe der Moschee gebracht. Wir haben nach 5 Minuten zu Fuß den muslimischen Tempel erreicht. Auf der Straße war viel los. Schüler und Schülerinnen haben dicht nebeneinander auf Rikschas gesessen und waren damit nach Hause unterwegs. Hupende Autos und Tuk-tuks sind an uns vorbeigefahren und einheimische Fußgänger sind mit Seelenruhe durch den Trubel gedrängelt.

Bei der Jama Masjid Moschee ist der Eintritt frei, du sollst aber die Gebetszeiten beachten. In diesen Zeiten ist die Moschee für Touristen geschlossen. Wenn du für einen Besuch nicht angemessen gekleidet bist, bekommst du beim Eingang ein Gewand. Frauen sollen an Ärmel und an Beinen auch bedeckt sein. Die Schuhe musst du ausziehen. Der Steinpflaster ist an manchen Stellen mit Teppichläufer abgedeckt, damit der Weg nicht so heiß anfühlt. Hier herrscht eine angenehme Stimmung, und du vergisst gleich, wie ruhelos die Straße außerhalb der Moschee ist. Gläubige beten, genießen die Ruhe, waschen sich im reinigenden Wasser oder füttern die Tauben.

Akshardham – Der neue, riesige Hindu Tempelkomplex

Wir sind zum Auto zurückgekehrt und Rinku hat uns zu dem schönsten Hindu Tempel gebracht, die wir jemals gesehen haben. Der Eintritt ist frei. Sicherheit ist groß. Unser Auto wurde auch bei der Einfahrt durchgesucht. Der Dresscode ist streng. Frauen wie Männer sollen lange Hose (oder Rock) tragen, die unters Knie reicht und die Schulter sollen auch bedeckt sein. Die Schuhe werden bei einer Sammelstelle gegen eine Karte mit Nummer abgegeben.
Bis zum neu gebauten, modernen Tempel führen glänzende Marmorsteine, rund um liegt der botanische Garten, in Brunnen plätschert heiliges Wasser. Es ist eine richtige Entspannungsoase in dem chaotischen Delhi. Wir hätten gerne über dem kunstvoll verzierten Tempel Fotos gemacht, es ist aber leider nicht erlaubt.

Tipp: Akshardham bietet viel mehr als ein Gebetsort für Hindu Gläubigen. Es gibt hier Möglichkeit für Kinobesuch, Bootstour und für Essen in einem vegetarischen Restaurant.

Akshardham Tempel Delhi

Der wunderschöne Akshardham Tempel in Delhi

India Gate

Auf dem Weg zurück zu Paharganj, haben wir noch einen Zwischenstopp bei India Gate gemacht. Wir sind im offenen Park rund um dem Triumphbogen spazieren gegangen. Viele einheimische und fremde Touristen sammeln sich hier. Hier brauchst du nicht viel Zeit zu verbringen.

India Gate Delhi

Der große India Gate in Delhi

Essen in Delhi: Swagat Dhaba Restaurant und Cold Lassi Shop

Wir haben Rinku gebeten uns ein einheimisches Restaurant zu zeigen. Wir brauchten kein Restaurant mit Air Condition oder teurem Essen. Er hat uns das Swagat Dhaba empfohlen. Es ist ein kleiner Imbiss in Paharganj. Du merkst ihn kaum, wenn du vorbeigehst.

Wir haben reichlich Roti und Naan mit verschiedenen Soßen bestellt. Das Essen ist sehr lecker und du kannst auch sehen, wie es gemacht wird. Einige indische Speisen mit Preisen aus der Speisekarte:

Indisches EssenPreis
Reis25-35 INR (30-40 Cent)
Reispudding40 INR (50 Cent)
Butter Roti6 INR (7 Cent)
Butter Naan20 INR (20 Cent)
Grüne Bohnen mit Kartoffeln50 INR (60 Cent)
Grüne Bohnen mit Käse70 INR (80 Cent)
Dal (würzige Soße mit Linsen)40-50 INR (50-70 Cent)
Spinat60 INR (75 Cent)
Spinat mit Käse80 INR (ca. 1 Euro)
Blumenkohl50 INR (70 Cent)
Tomatensoße mit Käse70 INR (80 Cent)
Swagat Dhaba Local Restaurant Main Bazaar Delhi

Ein lokales Restaurant im Main Bazar (Essen ist lecker)

Tipp 1: In Indien bekommst du in den meisten Restaurants vegetarische Speisen, weil die Einheimischen eben wenig Fleisch essen. Das in Europa bekannte Tandoori Hänchen ist nur in schicken Restaurants bestellbar. (Wir hatten deswegen keine Angst vor Keimen oder Durchfall.)

Für unser Kleinkind konnten wir auch immer etwas bestellen (natürlich ohne Gewürze und ungesalzen): gekochtes Gemüse, wie Brokkoli oder Blumenkohl, Roti, Naan, Reis. Wir haben für Jasmin in kleinen Läden auch kleinen Gebäck gekauft. Frisches Obst kannst Du überall kaufen.

Tipp 2: In vielen Restaurants gibt es zwei Menükarten mit unterschiedlichen Preisen. Die billigere Variante ist für die Einheimischen und die teure für die Touristen. In den kleinen einheimischen Restaurants gibt es nur eine Speisekarte (auch in Englisch geschrieben), die für alle gelten.

Tipp 3: Gegenüber dem Swagat Dhaba ist ein Cold Lassi Shop. Das Lassi ist ein indisches Yoghurtgetränk und du kannst es überall kaufen. Und das gute ist, es schmeckt überall ein bisschen anders. Hier, im Cold Lassi Shop kannst du eines der besten Lassi in Delhi trinken. Natur Lassi, Lassi mit Kokos oder mit Früchten (Banane, Papaya) kostet zwischen 40 und 50 INR (50-70 Cent). Jasmin war damals noch nicht alt genug, um Kuhmilch trinken zu dürfen, aber größere Kinder können Lassi ohne Bedenken probieren.

Tag 2: Reise nach Agra und die Sehenswürdigkeiten

Wir haben Delhi hinter uns gelassen und sind auf dem Highway nach Agra gefahren. Hier ist die Geschwindigkeit sehr begrenzt. Einheimische gehen am Rand der Fahrbahn spazieren oder warten auf dem Bus. Heilige Kühe liegen ruhig und widerkauend mitten im Weg.

Unterwegs im Auto

Unterwegs nach Agra

Mini Taj Mahal

Jasmin schlummerte im Auto bis wir die erste Sehenswürdigkeit in Agra erreicht haben. Es war das Itimad-ud-Daula-Mausoleum auch als Mini Taj Mahal bekannt. Der aus weißem Marmor gebaute Grabbau steht inmitten eines gepflegten Gartens. Die Besichtigung dauert hier höchstens eine halbe Stunde, es lohnt sich aber anzuschauen. Der Eintritt kostet 110 INR (1,3 Euro) pro Person.

Der Flussufer der Yamuna

Rinku hat uns zum Fluss Yamuna gefahren. Von hier hatten wir einen wunderbaren Ausblick auf den Taj Mahal. Das prachtvolle weiße Gebäude steht majestätisch auf dem Hügel. Wir haben die Touristen rund um den Taj gesehen und konnten kaum erwarten, ihn am nächsten Tag von unmittelbarer Nähe bewundern zu können. Das Mausoleum ist eindrucksvoll und prächtig und ist ein großes Gegenteil zu dem, was wir noch am Flussufer gesehen haben.

Tipp: Am Fluss kannst du echte indische Wäscherei entdecken. Riesige Töpfe stehen am Wasser über dem offenen Feuer und darin werden die bunten Klamotten ausgekocht. Ein richtiger Kulturschock ist zu erleben.

Unser Hotel in Agra

Unser Fahrer hat uns das Hotel Maya empfohlen. Es liegt ganz nah zum Taj Mahal und hat auch ein Restaurant. Nach dem Check-in haben wir ein leckeres Mittagessen dort gehabt und danach sind wir zum Agra Fort gefahren.

Zimmer Maya Hotel Restaurant Agra

Unser Zimmer im Maya Hotel in Agra

Agra Fort

Die Festung von Agra schaut gigantisch aus. Es ist ähnlich wie in Neu-Delhi. Innen, im schön gepflegtem Garten stehen mehrere im indischen Stil gebaute und wunderschön verzierte Gebäuden. Von außen sieht aber die ganze viel beeindruckender aus. Der Eintrittspreis ist 50 INR (60 Cent) pro Person.

Tipp 1: Es gibt im Fort eine Plattform oder einer Aussichtspunkt, woher du einen perfekten Blick auf den Fluss und in der Ferne auf dem Taj Mahal werfen kannst. In dem Sonnenschein ist der Taj Mahal manchmal so weiß, dass du ihn auf den Fotos nicht mehr sehen kannst.

Tipp 2: In Indien sind die Anlagen von Monumenten oder Sehenswürdigkeiten sehr sauber. Hier kannst du mit deinem Kind spielen oder kannst du dein Baby krabbeln lassen.

Die engen Gassen in Agra

Wenn du ein bisschen Einblick ins Leben der Inder haben möchtest, die Straßen in Agra sind die richtigen für dich. In den winzig kleinen Straßen gibt es viel zu sehen. Hühner und Ziegen im Käfig, dreckige Reparierwerkstätte, schmutzige Restaurants und kleine Läden wechseln sich mit alten, abgenutzten Wohnhäuser. Der Kanal am Straßenrand stinkt, Müll liegt überall und heilige Kühe sind auf den Straßen. Wenn du nicht scheu und ängstlich bist, lohnt es sich diese Seite von Agra auch aufzuspüren. Hier in Agra kannst du richtig die zwei verschiedenen Gesichter von Indien sehen. Plus können auch lustige Dinge mit dir passieren: Ein junger, gut gekleideter Mann hat uns auf einer engen Straße überholt und hat so getan, als ob er ein Selfie von sich machen würde. Allerdings wollte er uns (Jasmin war in der Babytrage) fotografieren.

Tag 3: Taj Mahal und Fatehpur Sikri

Sonnenaufgang beim Taj Mahal

Wir sind früh aufgestanden und noch vor Sonnenaufgang waren wir bei der Kasse des Westeinganges. In 2015 kostete eine Eintrittskarte noch 750 INR (9,3 Euro), allerdings heute musst du schon 1.000 INR (12,4 Euro) pro Person zahlen. Auf dem Weg zum Taj Mahal wurden wir oft angesprochen: „Do you need rickshaw?“, „I`m a professional tour guide. I can tell you everything about Taj Mahal.“, etc. Wir haben weder Taxi noch Guide gebraucht.
Das zur Weltkulturerbe deklarierte Mogul-Mausoleum steht majestätisch auf der Plattform und seine weißen Wände schimmern leicht rosa in den Sonnenstrahlen der aufgehenden Sonne. Bei den guten Fotopoints musst du kurz warten, bis du einige Bilder bei dem Sonnenaufgang machen kannst. Wir haben uns das beeindruckende Bau auch von der Nähe angeschaut und haben einen entspannten Spaziergang im schönen Garten gemacht.


Kurz bevor wir das Gelände verlassen haben, sind zwei Männer vom Sicherheitsdienst mit Gewehr zu uns gekommen. Wir konnten uns nicht vorstellen, was sie von uns wollten. Einer hat dann sein Handy aus der Tasche geholt und uns ein Foto gezeigt. Er war der Junge von Gestern, der in einer engen Gasse ein Selfie im Hintergrund mit uns gemacht hat. Wir lachten darüber, wie klein die Welt doch sein kann.

Tipp: Wenn du den Taj Mahal beim Sonnenaufgang erleben und gleichzeitig die Masse von Touristen vermeiden möchtest, solltest du ganz früh um 5:00-5:15 Uhr vor der Öffnung (um 6:00 Uhr) beim Eingang sein.

Fatehpur Sikri

Nach der Besichtigung des Taj Mahals waren wir auf dem Weg nach Fatehpur Sikri. Die Touristen werden mit kleinen Busse zu der faszinierenden Geisterstadt des ehemaligen Mogulreiches von einem Parkplatz gebracht. Die Eintrittskarte für 250 INR (3 Euro) pro Person gilt für alle Sehenswürdigkeiten in Fatehpur Sikri. Hier sind mehrere verschiedene, wunderschöne Gebäuden und es lohnt sich wirklich die Zeit zu nehmen um sie alle anzuschauen. In Fatehpur Sikri darfst du die Dargah-Moschee (auch als Jama Masjid genannt) auf keinen Fall auslassen. Hier befindet sich aus weißem Marmor gebaut das Mausoleum von Salim Chishti und das Siegestor Buland Darwaza. An das fein gearbeitete Jali-Fenster des Grabes binden Frauen rote Faden hin, in der Hoffnung, bald mit einem Kind (meistens mit einem Sohn) schwanger zu werden. Hier wurde nämlich auch dem Großmogul Akbar die Ankunft seines Sohnes verkündigt.

Hier war nicht viel los, nur nette indische Touristenfamilien wollten mit uns gemeinsam Fotos machen. Die bunt gekleideten Frauen und Kinder waren von Jasmin angezogen.

Abaneri – Chand Baori Stufenbrunnen und Harshshat Mata Tempel

Es war nur ein kurzer Zwischenstopp in Abaneri, bevor wir Richtung Jaipur weitergefahren sind. Der größte und tiefste Stufenbrunnen Indiens, Chand Baori ist wirklich beeindruckend. Es ist knapp 20 Meter tief und tausende von Treppen führen am Rand zu dem Wasser. Das Bauwerk ist mehr als 1000 Jahre alt. Heute dient der Stufenbrunnen nur als Touristenattraktion.
Neben dem Brunnen gibt es einen kleinen Tempel, namens Harshat Mata. Der Hindu Tempel wird eher von den Einheimischen besucht. Unser Aufenthalt hat in Abaneri nur ca. 30 Minuten gedauert.

Danach sind wir zu einer Gaststätte „Hotel Highway King“, 65 km entfernt von Jaipur gefahren. Unser vegetarisches Mittagessen bestand aus Naan, Gemüse, Dal und noch verschiedenen Soßen mit Hülsenfrüchten oder Käse.

Chand Baori Stufenbrunnen Indien

Chand Baori Stufenbrunnen

Jaipur – Galtaji Tempel (Affentempel)

In der Nähe von Jaipur ist eine Anlage mit mehreren kleinen Tempeln. Hier haben wir kurz angehalten und uns die Gotteshäuser mit den frechen Affen angeschaut. An dem Berg gibt es stufenweise ein paar Becken mit Wasser. Gläubige baden und waschen sich hier. Viele Fotos zeigen die Schönheit des Galtaji Affentempels, aber keines zeigt, wie verdreckt mit Plastik und Verpackungsmaterial das Wasser der Becken ist.

Auf den Straßen von Jaipur

Nach dem liebevollen Check-in im Hotel Rawla Mrignayani Palace mit Welcome-Lassi, Blumenkette und roten Punkt auf die Stirn haben wir einen Spaziergang in der Pink City gemacht. Gemüsehändler sitzen auf dem Boden oder schieben ihren Stand mit Fahrrad durch die Stadt. Dunkle Werkstätte, offene Barbierläden sind in den pinken Häuser von Jaipur zu sehen. Die Straßen sind vielleicht bisschen sauberer als in Delhi, aber der Müll bedeutet hier auch ein Problem.
An nächsten Tag haben wir lustigerweise erfahren, wie schnell die ganze Stadt aufgeräumt und verschönert werden kann.

Tag 4: Jaipur – die Pink City und die Sehenswürdigkeiten

An diesem Tag hat uns ein ganz anderes Bild von Jaipur gewartet. Besser gesagt, nicht uns gewartet, sondern den Ministerpräsidenten, Narendra Modi. Er hat einen Besuch in der Stadt gemacht und wollte sich dabei einige Sehenswürdigkeiten auch anschauen. Wir haben deswegen Pech gehabt, weil z. B. der City Palace und das Fort Amber fast für den ganzen Vormittag geschlossen waren. Wir konnten nur zuschauen, wie fleißig überall geputzt und aufgeräumt wurde. Die fehlende Markierung auf dem Asphalt wurde auch mit weißem Kreidepulver neu aufgemalt.

Hawa Mahal und Jantar Mantar

Während wir auf die Öffnung des Stadtpalastes gewartet haben, haben wir den Hawa Mahal (Windpalast) aufgesucht. Er wurde für die vielen Damen des Hofes gebaut, die nicht auf die Straße gehen durften. Von hier konnten sie beobachten, was draußen passiert, ohne dass sie erblickt werden.
Der Jantar Mantar also das Observatorium steht südlich von dem Palast. Wir haben es interessant gefunden, es lohnt sich einmal anzuschauen.

Tipp: Du kannst Kombiticket kaufen, das für 2 Tage und für die nächsten Attraktionen gültig ist: Amber Fort, Jantar Mantar, Ambert Hall, Nahargarh Fort, Hawa Mahal, Sisodia Rani Bag, Vidhiyadhar Bag. Es kostete uns noch 400 INR (5 Euro) pro Person. Heute musst du schon 1.000 INR (12,4 Euro) ausgeben.

City Palace Jaipur

Endlich wurde der Stadtpalast für die Öffentlichkeit wieder zur Verfügung gestellt und wir haben die Eintrittskarten für 400 INR (5 Euro) pro Person gekauft. Es war ein Kombiticket und war auch für das Jaigarh Fort gültig. (Update: Die Karte kostet aktuell 500 INR (6,2 Euro)) Für Fotos haben wir 50 INR (60 Cent) ausgegeben.
Der Palast besteht aus mehreren Gebäuden. Im City Palast ist alles farbenfroh, charmant und dominieren die verschiedenen Töne von Pink und Rot. Die Türrahmen und die Fassaden sind reichlich mit indischen Motiven (z. B. mit Pfau) verziert.

Shree Narsingh Devji Mandir Tempel

Es ist ein kleiner Tempel in der Nähe von Amber Fort. Er ist wirklich einen Besuch wert. Der kleine Tempel mit Elefantenstatuen wird nicht wegen den Touristen schön erhalten, sondern, weil die Gläubigen ihn pflegen. (Der Eintritt ist frei.)

Fort Amber

Am Nachmittag sind wir im Fort Amber angekommen. (Hinweis: Wenn du mit einem Elefanten zum Fort reiten möchtest, musst du die Festung am Vormittag besichtigen.) Die verschiedenen Gebäude im Amber Palace sind kunstvoll verziert. Es gibt ein genannter Spiegelpalast, wo ganz kleine Spiegelchen als Mosaik in die Wand eingearbeitet sind. Der Garten ist auch bezaubernd.

Jaigarh Fort

Diese Festung schaut ganz anders aus, wie das Fort Amber. Sie ist nicht so geschmückt und farbenfroh. Hier kannst du die größte Kanone der Welt sehen und hast auch einen Ausblick auf das Wasserschloss, Jal Mahal. Hier leben noch freche Affen, die gerne überall hochklettern.

Nahargarh Fort und Madhavendra Palace

Die Gebäude sind hier wieder in voller Farben, in dem Palast dominieren die lila und gelben Töne. Durch die kleinen Fenster hast du eine perfekte Aussicht auf der Pink City.

Jal Mahal – der Wasserpalast

Jal Mahal ist ein Palast, der mitten im Man Sagar See steht. Das Wasserschloss ist aber leider nur von außen zu sehen.

Tag 5: Pushkar – die heilige Kleinstadt

Von Jaipur bis Pushkar

Bevor wir Jaipur verlassen haben, haben wir noch bei Albert Hall kurze Fotopause gemacht. Du kannst das Museum auch besichtigen, aber wir waren dafür nicht interessiert.
Als Frühstück haben wir in Jaipur im Laden „Lassiwala“ Lassi in Tonkrüge und frittierte, würzige Küchlein gekauft. Beide waren sehr lecker.
Auf dem Weg nach Pushkar wollten wir in der Stadt Ajmer die Adhai-din-ka-Jhonpra-Moschee uns ansehen. Allerdings waren wegen einer Veranstaltung Tausende von Leuten bei dem Eingang des muslimischen Tempels und wir wollten es nicht riskieren, dass etwas mit unserem Baby trotz Schutz der Babytrage passiert.
Nichtsdestotrotz haben wir in Ajmer eine Form von Armut gesehen: gliederlose, behinderte Bettler liegen in der Mitte der Straße.

Pushkar und der heilige See

Unser Hotel, Pushkar Lake Palace hat eine sehr ruhige Lage, ist trotzdem nah zu der Fußgängerzone in der Stadtmitte. Von der Dachterrasse hast du einen perfekten Blick auf den heiligen See.

Aussicht Pushkar See

Aussicht auf den Pushkar See von unserem Hotel

Tipp 1: Du kannst rund um den See laufen. Zum See führen dann kleine Durchgänge, wo du zum Wasser gehen kannst. Ging aber nicht zu den Gläubigen, die sich gerade waschen. Sie baden sich nicht einfach, es ist für sie ein heiliges Ritual. Laut ihrem Glauben ist ein Bad im Pushkar-See genauso reinigend, wie ein Bad im Ganges. Frauen und Männer haben getrennte Badebereiche. An vielen Stellen (z. B. auf der Seebrücke) musst du die Schuhe auch ausziehen.

Diese Kleinstadt ist unheimlich bunt. Läden mit farbenfrohen Textilien, bewegliche Imbisse auf Fahrräder, Klangschalenverkäufer, offene Barbierläden, kleine Restaurants wechseln sich mit kleinen Hindu Tempeln und mit lehrstehenden, ehemaligen Haveli Häuser. Die Menschen auf der Straße sind auch kunterbunt: in Leinen gekleidete Männer mit Turban und mit Schwert ausgerüstet, Frauen in farbigen Saris und Pilger ganz orange angezogen.

In Pushkar findet jährlich ein riesengroßer Kamelmarkt statt. Das fünftägige Fest wird während des Vollmondes im Hindu-Monat Kartik gefeiert. Dieser Monat entspricht bei uns Oktober. In den fünf Tagen tauschen Tausende von Viehe ihren Besitzer aus, kunterbunte Verzierung für Kamele werden verkauft. Es ist hier auch ein religiöses Fest: Frauen in farbenfrohen Tracht mit Henna und Schmuck dekoriert, Männer mit Turbanen und fröhliche Kinder feiern mit.

Tipp 2: Kamele sind in Pushkar jeden Tag zu sehen. Am Rande der Stadt warten sie auf Kunden, die gerne eine Kamelfahrt in der Wüste unternehmen möchten.

Tipp 3: Wenn du den Sonnenuntergang fotografieren möchtest, geh auf die Ostufer des Sees. Hier befinden sich Treppen oder die Heilige Brücke, die perfekte Aussicht auf die Wasseroberfläche bieten. Auf der Brücke musst du die Schuhe ausziehen.

Tag 6: Von Pushkar nach Jodhpur

Frühstück bei einer einheimischen Familie in Pushkar

Rinku hat uns noch am Vorabend gefragt, ob wir gerne bei einer indischen Familie vorbeischauen und frühstücken möchten. Wir waren natürlich interessiert, so haben wir diesen Tag mit einem Besuch bei den Bekannten von ihm angefangen. Die Familie war sehr nett und sympathisch.
Sie haben uns ihre Räumlichkeiten: das kleine Geschäft im Vorhaus, die Küche, die zwei kleinen Schlafräume und hinten eine Kammer gezeigt. Als Bad dient ein verrostetes Wasserrohr mit Wasserhahn auf dem Hof. Die ältere Hausfrau hat uns Frühstück gemacht, die wir auf einem alten Teppich sitzend in den Freien verzehrt haben. Ihre Schwiegertochter hat mir Henna auf die Hand gemalt.

Ankunft in der Blue City

In Jodhpur sind wir gegen Mittag angekommen. Rinku hat uns erstmal zu einem Restaurant gebracht, wo wir gefüllte Kartoffelpfannkuchen probieren konnten. Danach haben wir im Hotel eingecheckt. Unsere Unterkunft, Hotel Haveli Jodhpur liegt gegenüber einem Stepwell und hat eine Dachterrasse mit einem gigantischen Ausblick auf dem Mehrangarh Fort.

Mehrangarh Fort

Zu der Festung führen verschiedene Wege. Du kannst auf einem Elefanten zum Eingang reiten (gegen Gebühr), oder hinten durch die kleinen Gassen und auf einem steilen Steinweg 20 Minuten zu Fuß gehen. Wir haben uns für den zweiten entschieden. Hier kann es ziemlich heiß sein, wenn du diesen Weg wählst, nimm viel Wasser mit.
Das Fort ist sehr beeindruckend und du hast eine tolle Aussicht auf die Stadt mit ihrer vielen blauen Häuser.
Der Eintritt kostet 500 INR (6,2 Euro) pro Person, die Fotogebühr ist 100 INR (1,2 Euro).

Market, Clock Tower, Lassishop und Teashop

Später haben wir einen kleinen Spaziergang in der Stadtmitte gemacht. Rund um den Uhrturm (Ghanta Ghar) gibt es einen Market, der für ein Anschauen wert ist.

Tipp 1: Gegenüber dem Uhrturm liegt der beste Lassi-Laden Indiens. Der heißt Shri Mishrilal Hotel. Hier kannst du Lassi und noch verschiedenen Süßspeisen genießen.

Tipp 2: Auf der anderen Seite des Turmes ist ein kleiner Teeladen. Wir haben hier den besten Chai-Tee in Indien getrunken.

Tag 7: Bikaner

Auf dem Weg nach Bikaner: Ashram, Rattentempel

Im Ashram werden kranke Tiere kuriert. Das Kuhkrankenhaus bei Nagaur ist beeindruckend: viele kranke heilige Kühe liegen mit Infusion auf dem Boden, Babyziege schaukelt in einer großen Wiege, königliche Pfaue spazieren frei. Es gibt hier auch andere Tierarten: wildlebende Tiere und Viehe von Bauern werden eingesammelt und geheilt. Die Organisation des Ashrams basiert auf Spenden, der Eintritt ist frei.

Cow Hospital Indien

Kühe werden im Kuhkrankenhaus behandelt

Wir haben schon einige Affentempel gesehen, aber mit Ratten haben wir noch keinen erlebt. In dem Karni Mata Rattentempel in Deshnoke ist es interessant aber ein Stück ekelig. Dicke, fette, schwarze Ratten lauern am Futternapf, oben an dem Türrahmen und in jeder Ecke. Erwachsenen sitzen auf dem Boden neben den Tieren. Kinder spielen um den Eltern herum.

Tipp: Der Rattentempel ist wirklich einen Besuch wert, auch dann, wenn es ein bisschen ekelig ist. Sowas siehst du nicht in jedem Land. Achtung: es ist ein Tempel, also Schuhe müssen ausgezogen werden. Der Eintritt ist frei.

Junagarh Fort in Bikaner

Diese Festung war einer der schönsten, die wir in Indien gesehen haben. Die Fenster sind verziert, hier dominieren roter Sandstein und weiße Töne. Du kannst in den Räumlichkeiten die indischen Motive bewundern. Das Fort wird renoviert und restauriert. Der Eintritt ist 300 INR (3,7 Euro).

Kamelsafari durch die Wüste in Bikaner

In Bikaner hat unser Fahrer zu verschiedenen örtlichen Reiseveranstalter gebracht, wo wir über unserer Kamelsafari mit Übernachtung verhandeln konnten. Wir haben uns für den Umaid Safaris & Desert Lodge entschieden. Wir wurden mit zwei Kamelen ca. 1,5 Stunden durch die Wüste geführt, danach zur Lodge gebracht. Im Preis war auch ein Abendessen unterm freien Himmel mit indischer Live Music inbegriffen. Es kostete 3.600 INR (45 Euro).

Tipp: Dein Baby kann auch einfach auf dem Kamel mitreiten, wenn du eine Babytrage hast.

Tag 8: Mandawa, die Stadt der Haveli Häuser

La Prince Haveli

Auf dem Weg nach Mandawa in Fatehpur haben wir uns ein wunderschönes Haveli Haus, das La Prince Haveli angeschaut. Der Eintritt kostet 200 INR (2,5 Euro) pro Person und dafür kriegst Du auch eine Führung.

Tipp: Wenn du möchtest, kannst du auch im La Prince Haveli übernachten.

Ein Haveli war ein Wohnhaus von Fernhändler in den Norden Indiens. Diese Häuser waren wie ein kleiner Palast eingerichtet, die Wände und Fassaden waren mit indischen Motiven bemalt, die Innenausstattung war sehr kostbar. Heute stehen in Mandawa sehr viele Haveli Häuser leer, zerfallen oder werden von Einheimischen als Zuhause benutzt. Nur manche sind restauriert und renoviert, wie das La Prince Haveli. Einige werden als Hotel genutzt.

Hotel Heritage und Jhunhjunhuwala Haveli – Golden Painted Room

Rinku hat uns 2 verschiedene Haveli-Hotels in Mandawa gezeigt. Wir haben uns für Hotel Heritage entschieden und ein wunderschönes, gold-rot gemaltes Zimmer bekommen.

Tipp: Das Golden Painted Room findest du in einem abgenutzten, alten Haveli Haus, im Jhunhjunhuwala Haveli. Eine indische Familie lebt dort. Für die Besichtigung haben wir 100 INR (1,2 Euro) pro Person bezahlt.

Spaziergang in Mandawa

Am Nachmittag sind wir einfach in der Kleinstadt zwischen in Dornröschenschlaf gefallene, verlassene Havelis spazieren gegangen und haben dabei beobachtet, wie die Einheimischen leben: Werkstätte unter freiem Himmel, „Taxifahrer“ oder „Transporter“ mit Holzkutschen, die von Esel oder Kamel gezogen werden, kleine Geschäfte und bewegliche Kleinimbisse sind überall zu sehen.

Tag 9: Zurück nach Delhi

Ca. 50 km vor Delhi hat unser Auto den Geist aufgegeben. Es wurde zu einer Werkstatt geschafft und wir konnten nichts anderes tun, als warten. Neben der Werkstatt in einem Imbiss haben wir gefüllte Roti gegessen. Bald hat Ashok uns ein anderes Auto mit einem Fahrer aus Delhi geschickt, der uns zu unserem Hotel gebracht hat.

Tag 10: Neu-Delhi – noch mehr Sehenswürdigkeiten

Qutub Minar, Lotus Tempel, Humajun`s Tomb, Ugrasen Ki Baoli Stufenbrunnen

Rinku brauchte einen Tag, sein Auto reparieren zu lassen. Deswegen hat uns der neue Fahrer an diesem Tag begleitet.
Unser erstes Ziel war das Qutub Minar und das unfertige Minarett, das Alai Minar. Der Eintritt kostet 250 INR (3 Euro) pro Person. Diese Sehenswürdigkeiten haben eine schöne Anlage, für einen Besuch sind sie auf jeden Fall wert.
Danach sind wir zum Lotustempel gefahren. Hier war relativ viel los. Der Tempel ist für alle offen, unabhängig von Religion oder Herkunft. Deswegen wird er von vielen Einheimischen und Touristen besucht. Von außen sieht es so aus, wie eine Lotusblühte. Von innen ist das Gotteshaus schlicht eingerichtet. Der Eintritt ist frei.
Die nächste Sehenswürdigkeit hat eine schöne Anlage. Bei Humayun`s Tomb waren wenige Touristen, es war ruhig hier. Das Mausoleum sieht ein bisschen so aus, wie ein kleiner, roter Mini Taj Mahal. Für den Eintritt haben wir 250 INR (3 Euro) pro Person bezahlt.
Bei dem Ugrasen Ki Baoli Stufenbrunnen haben wir nur kurz angehalten und Fotos gemacht. Er wurde nämlich anders gebaut, die wir bisher gesehen haben.

Gurudwara Bangla Sahib – der große Sikh Tempel in New-Delhi

Der Besuch in diesem Tempel ist uns tief in Erinnerung geblieben. In der Kirche sind viele Leute, die Atmosphäre ist trotzdem beruhigend. Im Sikh Tempel dominieren die weißen und goldenen Töne. Am großen Wasserbecken neben dem Hauptgebäude waschen sich gläubige Männer, Frauen haben ein Häuschen, wo sie sich reinigen können. An bestimmten Stellen werden Trinkwasser oder kleines Essen (Reis einfach in die Hand) verteilt.
Der Eintritt ist frei. Ausländische Touristen werden in einem separaten Raum begrüßt. Hier bekommst du kurze Information über den Tempel. Wenn du spenden möchtest, hier kannst du es auch tun. Achte auf deine Kleidung: lange Hose ist erwünscht, kein Spaghetti-Top für Frauen. Du bekommst beim Eingang ein gelbes Kopftuch. Schuhe müssen ausgezogen werden.

Täglich werden hier 30 000 Menschen unabhängig von Religion, Herkunft und finanzielle Lage ernährt. Es gibt im Tempel eine beeindruckend große Küche, die du dir auch anschauen kannst. Hier werden verschiedene Speisen zubereitet. Im Vorraum wird z. B. Kartoffel oder Zwiebel von Ehrenamtlichen und Freiwilligen geschält. Es gibt ein Raum, wo die Speisen dann für Hungrige verteilt werden. Freiwillige gehen mit Gerichte in Eimern und mit Schöpflöffel rum und teilen jedem eine schöne Portion aus. Wenn eine große Gruppe gegessen hat, müssen alle den Raum verlassen. Der Boden wird danach schnell für die nächste Gruppe gereinigt, die schon in einem Vorraum wartet.

Tipp: Du darfst auch mitessen. Im Essraum sitzest du auf einem Teppichläufer und bekommst eine glänzende Platte mit Mulden. Hier war das Menü einer der Leckersten, die wir in Indien gegessen haben. Jasmin mochte den süßen Reis, der als Nachspeise ausgeteilt wurde.

Tag 11: Abschied von Delhi, Heimreise

Nach unserer 10-tägigen Rundreise in Rajasthan haben wir Indien verlassen.

Unsere interessanten Erfahrungen über Indien

  • Indisches Fastfood wird auf Teller aus Blätter und das Lassi in Tonkrüge serviert. Warum ist der Teller aus Blätter? In Indien ist Müll ein sehr großes Problem. Es gibt keine organisierte Müllentsorgung. Alles wird einfach auf der Straße weggeworfen. Deswegen wird auf manchen Stellen Essen in biologisch abbaubarem Teller aus Blätter oder Lassi in einem Tongefäß (schaut aus, wie bei uns ein Blumentopf) verkauft.
  • Es gibt in Indien viele Plätze, wo die Einheimische die Tauben füttern. Sie glauben daran, dass es ihnen Glück bringt.
  • Wir wurden oft von netten indischen Familien angesprochen. (Wahrscheinlich wegen unseres Baby)
  • Viele indische Kinder haben dunkel ausgeschminkte Augen – laut ihr Glauben schützt das Kajal von bösen Geistern.
  • Die einheimischen Familienmitglieder haben oft nachgefragt, ob unser Baby Mädchen oder Junge ist. Für Leute aus Westen wäre eindeutig gewesen: das Kind trägt Ohrringe, Haarklammer und hat Kleider in „Mädchenfarben“ an. Für sie war es nicht so einfach, weil die kleinen Kinder in Indien farbenfroh gekleidet sind und Jungs haben auch glänzende Ohrenschmuck.
  • Hab keine Angst vor Durchfall! Wir haben schon früher erwähnt, dass das indische Essen hauptsächlich vegetarisch ist. Vor verunreinigten Fleisch oder Fisch also kannst du deinen Magen nicht verderben. (In Thailand, Vietnam oder Myanmar, wo Fleisch und Meeresfrüchte genossen werden, musst du besser aufpassen.) Die Speisen sind sehr würzig, oft auch scharf – dies kann evtl. deine Verdauung in Schwung bringen.

Indien Reise mit Kleinkind: unser Fazit

Eine Indien Reise mit Baby ist durchaus machbar. Wir mussten zwar unsere Komfortzone verlassen, aber es ist bei jeder Reise so. Wir haben es nicht so gefühlt, dass wir uns wegen der Kleine auf etwas verzichten müssten. Eine private Rundreise mit Fahrer in Rajasthan zu machen, war für uns die beste Entscheidung: sauber, schnell, bequem und preisgünstig. Wir haben gut auf Hygiene geachtet und haben keine Krankheiten eingeholt. Unser Kleinkind, Jasmin hat die Reise in Indien auch sehr genossen.

Hast du schon eine Reise mit Baby gemacht? Was sind deine Erfahrungen? Hast du evtl. Update zu den Eintrittspreisen der verschiedenen Sehenswürdigkeiten in Indien?

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Ildi, Balint & Jasmin
München

Wir sind "Half-Backpacker", organisieren unsere Trips selbst und reisen gerne auf eigene Faust. Wir fingen an in 2008 zu reisen und bereisten schon 25+ Länder zusammen. Seit 2015 entdeckt unsere Tochter, Jasmin die Welt mit uns. Auf unserem Reiseblog berichten wir über unsere Fernreisen mit oder ohne Kind, aber auch über Ausflüge in die Nähe oder Wochenendtrips. Dabei erzählen wir Geschichten von unterwegs, zeigen Fotos, Videos und geben konkrete Tipps und Anregungen.